Für viele ist Weihnachten eine besinnliche Zeit, wo man gemeinsam mit Freunden oder der Familie Tage verbringt, zusammen sitzt, isst, lacht und sich beschenkt. Für genauso viele ist das „frohe Fest“ gar nicht so froh. Schließlich gibt es immer wieder Streitereien und Vorwürfe. Sei es, weil die Geschenke nicht passen, das Essen nicht schmeckt oder weil man vielleicht zu spät war. Deswegen kommen von mir hier Feiertagstipps. 

Feiertagstipps wie du mit Vorwürfen und Co zur Weihnachtszeit umgehen kannst

Zum einen liegt das daran, weil die meisten Menschen sehr hohe Ansprüche an Weihnachten stellen. Sie sind der Meinung, dass alles perfekt sein muss. Doch was ist schon perfekt? Dieser Druck lässt dann eben auch den einen oder anderen ausrasten.
Das Ausrasten kann aber auch daran liegen, dass sich die Tante schon die ganze Zeit ärgert, es jedoch nie angesprochen hat. Der Vater fühlt sich nicht als Herr des Hauses. Oder die Kinder kommen einfach nicht mehr so regelmäßig wie es früher war. Beispielsweise, weil sie jetzt eine eigene Familie haben. In diesen Situationen kann man die folgenden Feiertagstipps ganz gut gebrauchen.

Wie kannst du vorgehen, wenn dich jemand angreift?

Wenn dich jemand aus der Familien beleidigt oder dir einen Vorwurf macht, gibt es mehrere Möglichkeiten.

1. : Du gehst darauf nicht ein

2. : Du fragst konkret, auf was sich der andere bezieht

3. : Du fragst, was ihr gemeinsam machen könnt, damit es besser wird

4. : Du schreist zurück

5. : Du entschuldigst Dich, wenn es zutrifft

6. : Gar nicht reden

Sicherlich gibt es hier noch mehr Möglichkeiten.

Feiertagstipp Nr. 1.: Du gehst darauf nicht ein.

Du gehst darauf nicht ein, bedeutet auch, dass du die Störung nicht beseitigst. Entweder lässt sich dein Gegenüber darauf ein oder er stichelt weiter. Es hat nun also etwas damit zu tun, wie standhaft du bist und ob du dich aus der Reserve locken lässt. Das hat ja auch immer etwas damit zu tun, wie es dir gerade emotional geht. Du kannst zum Beispiel einfach das Thema wechseln…

Feiertagstipp Nr. 2.: Du fragst konkret, auf was sich der andere bezieht

Oft hören wir Verallgemeinerungen. „Du bist unfähig“. „Von dir habe ich nichts anderes erwartet“, „Das machst du immer so“… und ähnliches. Für den anderen ist es ganz klar, worüber er redet. Für uns in dem Moment nicht, denn wir können den anderen ja nicht in den Kopf schauen. Glücklicherweise.

Also wollen wir es genau wissen und bleiben dabei sachlich. „Was meinst du denn jetzt konkret?“ oder „Auf was beziehst du dich denn jetzt?“. Zur Sachlichkeit berufen kommt der andere oft runter von seiner Wut, was sehr hilfreich ist.

Gewaltfreie Kommunikation als Basis

Bei der gewaltfreien Kommunikation geht es ja auch darum, dass wir im ersten Schritt uns erst mal auf das Gesagte konzentrieren und nicht gleich bewerten. Da geht es erst mal darum, wahrzunehmen, was wurde gesagt, was sind meine Gedanken und was löst das aus.
Das hilft sogar, wenn du dich in diesem Moment ängstlich fühlst. Denn Züricher Forscher fanden heraus, dass der Erregungszustand in unserem Angstzentrum bereits nach elf Sekunden abnimmt, wenn wir aufmerksam wahrnehmen.

Feiertagstipp Nr. 3.: Du fragst, was ihr gemeinsam machen könnt, damit es besser wird

Wir können uns auf das konzentrieren, was nicht läuft, oder wir versuchen es besser zu machen. Gemeinsam schafft man das meistens besser.

Also wie soll das jetzt funktionieren?

Ein Familienangehöriger wirft dir vor, dass ihr euch so wenig seht. Tja, das liegt ja meistens an zwei Leuten. Du kannst sagen, dass dir das auch schon aufgefallen ist. Du möchtest das auch gern ändern.

„Also was können wir machen, damit das anders wird in Zukunft?“

Feiertagstipp Nr. 4.: Du schreist zurück

Natürlich kannst du auch Dein Reptiliengehirn einfach machen lassen, wenn du angeschrien oder angepöbelt wirst. Du kämpfst verbal zurück. „Du bist ja selbst nicht besser. Was willst du eigentlich von mir? Schau doch mal selbst in den Spiegel!“… und so weiter. Das können die meisten Menschen ganz gut und müssen das nicht lernen.

Doch es gibt auch Menschen, die Probleme damit haben, sich mal Luft zu verschaffen. Die immer alles schlucken, was man ihnen entgegenwirft. Vielleicht passiert dir das auch nur bei deiner Familie. In diesem Fall könnte es auch ganz gut sein, wenn du einfach mal Kontra gibst, auch wenn es nicht gewaltfrei ist ;).

Feiertagstipp Nr. 5.: Du entschuldigst dich, wenn es zutrifft

Beispielsweise schreit dich dein Vater an, dass du mal wieder nicht daran gedacht hast, zum Geburtstag anzurufen. Hier ist klar, was dein Gegenüber will. Du solltest ihn anrufen.

Du könntest dich entschuldigen, sagen, dass es dir leid tut und du beim nächsten Mal daran denken wirst. Das solltest du aber nur sagen, wenn du das auch ehrlich meinst. Du kannst natürlich auch sagen, dass du verstehst, dass er wütend darüber ist (oder traurig, je nachdem).

Ergänzen könntest du noch, woran das gelegen hat. Hier sollst du dich nicht rechtfertigen: war so busy, mein Telefon war verlegt oder ähnliches.

Du könntest aber über die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation erklären, was die Ursache war. Vielleicht war an dem Tag etwas, das eher dein Bedürfnis entsprach. Ein guter Freund lag im Krankenhaus, den hast du besucht und weil du besorgt warst, hast du den ganzen Tag dort verbracht. Oder ähnliches.

Feiertagstipp Nr. 6.: Gar nicht reden

Es kann aber auch sein, dass der Gesprächspartner so gestresst ist, dass er nicht sachlich sein kann. Wie noch zu Neandertalerzeiten haben wir immer noch unser Reptiliengehirn. Das führt leider immer noch dazu, dass wir in Stresssituationen mit Kampf oder Flucht reagieren. Das taten wir damals noch körperlich. Deswegen brauchten wir eine gewisse Muskelspannung, die nötig war zum wegrennen oder kämpfen. Für diese Muskelspannung werden jedoch andere Systeme wie das Denkvermögen runter gefahren. Ups, Muskeln sind angespannt. Gehirn ist ausgeschaltet, mehr oder weniger.

Heutzutage reagieren wir also in Stresssituationen immer noch so. Wir kämpfen oder flüchten dann verbal. Deswegen sind erstmal keine konstruktiven Gespräche möglich, solange der Stresspegel noch so hoch ist.

Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, erstmal etwas anderes zu machen als zu reden. Tief durchatmen, drei Mal, hilft beispielsweise. Oder sich ein Bild vorstellen, dass dich entspannt. Du in einer Hängematte, auf der Couch, am Strand… Wenn du regelmäßig meditierst, hilft es auch, schneller wieder entspannt zu sein.

Fazit

Du hast mehrere Möglichkeiten, wie du auf Vorwürfe und Co reagieren kannst. Das ist auch abhängig von der Person, um die es geht und wie du dich fühlst. Je besser es dir geht, desto entspannter wirst du reagieren.  Was hast du noch für Tipps? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

Alles Liebe und ein stressfreies Fest

Deine Susanne

 

Linkliste:

Umgang mit Ärger

Umgang mit Ärger Part II

gewaltfreie Kommunikation

Ursprung von Weihnachten

 

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