Ist es dir auch schon einmal passiert, dass du dich aufgeregt hast über das Verhalten einer Person am Arbeitsplatz und du dich nicht zügeln konntest, mit einer scharfen Antwort zu reagieren? Dann geht es dir wie den meisten Menschen. Um das zu ändern, gebe ich dir hier einige Tipps, was du machen kannst, um in solchen Situationen ruhig zu bleiben.

Das eigene Verhaltensmuster ändern

 

1. Dem anderen keine böse Absicht unterstellen

Was zum ruhig bleiben ungemein hilft ist, wenn du nicht denkst, dass der andere das gerade extra macht, nur um dich zu ärgern, weil er eben aus deiner Sicht fies, gemein oder hinterhältig ist. Sei es nun, dass er dich wiederholt unterbricht, dir etwas unterstellt oder deinen Anweisungen nicht folgt.

Überlege dir also, was könnte seine positive Absicht in dem Moment sein, selbst wenn diese sich nur auf ihn selbst bezieht. Schau also anders auf die Situation und überlege, was Positives hinter diesem Verhalten stecken könnte.

 

2. Ruhig bleiben – du bist nicht der Grund

Mach dir klar, dass du selbst nicht der Grund bist. Stell dir vor, der andere schreit dich gerade an oder unterbricht dich ständig. Nun kommt bei uns leicht der Gedanke auf, dass das etwas mit uns zu tun hat. Hat es aber nur indirekt. Ja, unser Verhalten hat vielleicht bei dem anderen etwas ausgelöst. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass dein Gegenüber bei jeder anderen Person auch so reagiert hätte. Der andere hat gerade ein Problem, das er auch bei anderen hätte und nicht nur bei dir ;).

 

3. Achte auf dich selbst

Schau auch, was die Situation mit dir und deinen Gefühlen macht. Warum fällt es dir schwer, ruhig zu bleiben? Was stört dich in dem Moment? Ist es ein Verhalten, dass du niemals an den Tag legen würdest? Hat es etwas mit verschiedenen moralischen, religiösen oder politischen Ansichten zu tun? Denkst du, „So was darf man nicht machen!“ oder „So verhält man sich nicht!“?
Hier eignen sich die folgenden vier Schritte zur Selbstanalyse, die du auch im Gespräch ansprechen kannst.

 

Die vier Schritte für sich selbst innerlich gehen und ggf. sagen (gewaltfreie Kommunikation):

1. Beobachtung: Sie reden seit circa einer halben Stunde über das Thema X, unser Thema heute ist das Problem y.
2. Gefühl: Ich merke, dass ich unruhig bin,
3. Bedürfnis: weil es mir wichtig ist, dass wir die wenige Zeit, die wir haben, gezielt nutzen, um dieses Problem zu lösen.
4. Bitte: Bitte lassen Sie uns auf das geplante Thema y eingehen.

Diese vier Schritte richten sich natürlich immer nach der Situation, also bist du beispielsweise mal sauer und mal genervt oder unterfordert.

 

4. Die Perspektive wechseln

Im Idealfall ziehst du auch mal die Schuhe des anderen an und versetzt dich in seine Lage.

 

Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation für den anderen gehen und ggf. fragen:

1. Beobachtung: Thema für unser Meeting ist das Problem y. Ich rede über das Thema x.
2 Gefühl: ich bin besorgt,
3. Bedürfnis: weil es mir wichtig ist, dass wir dieses Thema auch berücksichtigen und seine Auswirkungen auf unsere Projekte.
4. Bitte: Bitte lassen Sie uns einen weiteren Termin ausmachen, damit wir beide Themen genügend besprechen können.

 

5. Grenzen setzen

Natürlich kannst du auch klar sagen, dass du so mit dem anderen nicht weiterreden wirst. Das gilt für Überschreitungen von Grenzen, die dir wichtig sind. Ist es ein Gespräch am Telefon, kannst du auch das Gespräch beenden, indem du auflegst. Das wäre für mich nie die erste Option und eher ein Zeichen dafür, dass gerade gar nichts mehr geht und dein Gemüt zu erhitzt ist. Nun hättest du im Anschluss die Chance, dich wieder runterzufahren und anschließend das Gespräch entspannter weiterzuführen.

 

6. Auszeit

Wenn du merkst, dass nichts hilft und du immer noch total sauer bist, kannst du auch folgendes sagen: „Ich merke gerade, dass ich jetzt echt sauer bin! Ich will nichts sagen, was ich später bereuen würde. Lass uns später weiterreden.“ Das ist authentisch und die meisten Menschen können das nachvollziehen.

 

Fazit

Es gibt diverse Techniken, die du anwenden kannst, um in Situationen, die dich aufregen, ruhig zu bleiben. Dabei solltest du darauf achten, dass du dich damit auch wohl fühlst. Es ist auch klar, dass es einige Zeit dauern kann, deine alten Muster aufzubrechen. Hast du dich seit vielen Jahren in so einer Situation immer auf eine bestimmte Weise verhalten, änderst du das nicht von heute auf morgen. Probiere es also aus und bleib am Ball.

Alles Liebe
Deine Susanne

 

Linkliste:

Umgang mit Unterbrechungen

Erfolgreiche Meetings

 

Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören:

6 Tipps zum Ruhig bleiben wirksam kommunizieren

von Susanne Lorenz | Ruhig bleiben

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