Arbeitszeugnisse

Arbeitszeugnisse-wichtiger Bestandteil von Bewerbungen?

 

Ein typisches Thema im Bewerbungstraining. Diese Frage taucht immer wieder auf: welche  Zeugnisse schicke ich mit? Schicke ich alles, was ich habe?
Wichtig für die Bewerbungsunterlagen sind in der Regel lediglich die letzten Arbeitszeugnisse. Dabei ist herauszufiltern, was für den potentiellen neuen Arbeitgeber relevant ist und was nicht.

 

Vielleicht willst Du die Branche wechseln und hast keine Erfahrung in dem neuen Arbeitsbereich. Schaue, ob Du bei den anderen Anstellungen Tätigkeiten hattest, die ähnliche Fähigkeiten voraussetzten, wie die, die jetzt in dem neuen Job gebraucht werden (Kundenorientierung, Stressresistenz, Belastbarkeit oder ähnliches). Hast Du da gute Zeugnisse, schicke sie auf jeden Fall mit. Je älter man ist, desto irrelevanter werden die Schul- und Ausbildungszeugnisse. Direkt nach der Uni kannst Du sie gern mitschicken.

Genauso oft werde ich gefragt: Was machst Du, wenn Du kein Zeugnis hast oder eins, das nicht gut genug ist und Du es nicht nutzen willst? Kannst Du es einfach weglassen?
Ich sage, es kommt ganz darauf an…

Willst Du den Job überhaupt erwähnen? Wie lange warst Du bei dem Arbeitgeber beschäftigt? Wie groß ist die dann entstehende Lücke? Bei bis zu vier Monaten brauchst Du keine Erklärung für die Lücke abzugeben.

Gehen wir davon aus, dass Du die Station in Deinem Lebenslauf haben möchtest. Hast Du mehrere gute Zeugnisse und nur eins, das weniger gut ist, schicke es ruhig mit. Man ist sich durchaus bewusst, dass die Leistung auch vom Arbeitgeber und Arbeitsplatz abhängig ist und variieren kann.

Lass es weg, wenn Dein Zeugnis schlecht ist. Begründungen gibt es einige: Bei kurzer Anstellungszeit (3-4 Monate) ist es nicht ungewöhnlich, wenn Du kein Arbeitszeugnis oder nur ein einfaches erhältst.

Warst Du über längere Zeit angestellt und das Ergebnis am Ende möchtest du lieber keinem zeigen, dann lasse es lieber weg. An sich hast Du als Angestellter die Pflicht, Bescheid zu geben, wenn Du ein Zeugnis möchtest. Das weiß aber nicht jeder, also kann das gegebenenfalls eine weitere Begründung/Ausrede sein, warum Du kein Zeugnis über diese Anstellung vorweisen kannst.

Anders ist es, wenn Du als Azubi fertig mit der Ausbildung bist. In diesem Fall ist der Arbeitgeber in der Bringschuld, er muss ohne Aufforderung ein Zeugnis für Dich ausstellen. Was nicht unbedingt heißt, dass sich jeder Ausbildungsbetrieb daran hält. Frage da auch lieber nach. Bis zu zwei Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses kannst Du noch nach dem Arbeitszeugnis fragen. Danach ist es der Firma nicht mehr zumutbar. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Der Arbeitgeber ist zwar verpflichtet, das Zeugnis wahr und wohlwollend zu schreiben, doch leider kennen sich nicht alle damit aus, die diese Schriftstücke erstellen oder auch lesen. Im Zweifel lasse jemanden rüberschauen, der sich damit auskennt und Dir sagen kann, ob es sich überhaupt um ein schlechtes Arbeitszeugnis handelt.

2 Kommentare

  1. […] Rollenspielen auf ihre Machbarkeit überprüft. In der Friedrichstraße kommen nun einmal im Monat Bewerbungstrainings hinzu. Zugänglich ist dieses Angebot für alle Teilnehmer der BTA. Freitags gibt Susanne Lorenz […]

  2. Veröffentlich von Karriere Coach Susanne Lorenz berät rund um das Thema Bewerbung am 17. Dezember 2016 um 9:34

    […] der Stelle und der Anzahl der Bewerbungen abhängt, was besonders wichtig ist in den Unterlagen (Zeugnisse, Anschreiben […]

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