gewaltfreie Kommunikation bitten

Gewaltfreie Kommunikation bitten

Die Bitte

Komisch, anderen etwas auszuschlagen fällt den meisten Menschen echt schwer. Viele, die ich kenne, besonders die Frauen, sagen lieber einmal zu viel „ja“, anstatt zuzugeben, dass sie grad keine Zeit haben oder Zeit für sich selbst brauchen. Tipps zum nein sagen, habe ich im Blogartikel „Öfter mal „Nein“ sagen/die Kunst, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen“ gegeben.

 

Obwohl es selbstverständlich zu sein scheint, dass wir für den anderen da sind und helfen, ist es keine Selbstverständlichkeit, selbst andere um etwas zu bitten. Doch wenn wir nicht offen und ehrlich heraus sagen, was wir von unserem Partner/Freund/Familienmitglied wollen, dann kann der Wunsch auch nicht erfüllt werden.

 

Hier kommt die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ins Spiel. In den letzten Blogartikeln habe ich die anderen Schritte wertfreie Beobachtung, Gefühle und Bedürfnisse umrissen. Hier geht es jetzt also um die Bitte.

Zuerst muss ich festhalten, dass wir uns auch selbst um etwas bitten können. Und sei es nur, öfter mal „nein“ zu sagen. Wenn Du jemanden bittest, beachte bitte folgende Punkte.

 

Zwei Arten von Bitten

Nur wenn man selbst klar weiß, was man möchte, kann man auch den anderen darum bitten. In der GFK werden zwei Arten von Bitten unterschieden. Sachliche Bitten bitten um Lösung, um eine konkrete Handlung oder auch um ein Feedback.

„Bitte sage mir, ob du morgen Zeit hast, mit mir ins Kino zu gehen“ oder auch „Bitte sagen sie mir, ob sie glauben, dass mein Projekt mit diesem Zeitplan realistisch ist“ sind entsprechende Beispiele.

Konkrete Bitten

Manche Bitten sind nicht konkret genug und haben somit weniger Chancen auf Erfolg. „Sei nett zu mir!“ Hm, ich weiß jetzt nicht wirklich, was unter „nett“ zu verstehen ist. Wie wäre es mit „Lass mich bitte ausreden“, „Bringe mir doch bitte 1x die Woche Blumen mit“, „Halte mir bitte die Tür auf“… Dir fallen sicherlich auch mehrere eigene Beispiele ein. Der erste Faktor ist also, dass Bitten konkret sein sollten.

 

Beeinflussbare Bitten

Zweitens sollte es auch nur um Dinge gehen, die der andere wirklich beeinflussen kann. „Sei glücklich“ oder anderes, was die Gefühle angeht, ist eher ein frommer Wunsch. Klar, ich kann in den Spiegel schauen und mich anlächeln, ich kann über NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und diverse Techniken meinen Gefühlszustand beeinflussen, doch das ist keine Angelegenheit, die schnell geht.

Positive Bitten

Drittens ist es wichtig, dass Du nicht in negativer, sondern in positiver Form formulierst. Statt „Komme nicht mehr zu spät“ könnte es heißen „Sei bitte pünktlich um 15h da.“ Das ist wie mit den rosa Elefanten. Wenn ich Dir sage „Denk bitte nicht an rosa Elefanten“, dann tanzen sie direkt vor Deinen Augen, oder?

 

Bitte oder Forderung?

Ob es sich bei Deiner Bitte wirklich um eine Bitte und keine Forderung gehalten hat, merkst Du an der eigenen Reaktion auf die Ablehnung. Wir haben jedoch keine Macht über den anderen, entweder er hilft uns jetzt bei der Erfüllung unserer Bedürfnisse oder auch nicht. Tut er dies nicht, ist es meist so, dass er im Moment ganz andere Bedürfnisse hat. So kann in einer Partnerschaft der eine Partner um mehr gemeinsame Aktivitäten bitten. Der andere kommt dieser Bitte vielleicht nicht nach, weil er selbst eher das Bedürfnis hat, sich allein zu entspannen und sich zurückzuziehen.
Dann ist das so und es macht mehr Sinn, das einfach zu akzeptieren und nach anderen Strategien zur Bedürfniserfüllung zu schauen. Bitte Dich, das anzunehmen und selbst nach einem Weg zu schauen, wie es auch anders gehen könnte.

 

 

Probiere es mal aus! Viel Spaß dabei…

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