Kommunikationstraining Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gespräche erfolgreich führen

 

Vor kurzem war ich an der Wannsee-Akademie und hatte dort meinen ersten Auftrag. Sie gehört zum Komplex der Wannsee-Schule und liegt wie der Name es schon vermuten lässt am Wannsee. Schön im Grünen und nah am Wasser.

 

Einen Tag war ich als Dozentin mit dem Thema Gesprächsführung im Modul Führungskompetenz in der ambulanten Hospizarbeit. Auch wenn ich nicht aus der Pflege komme, so bin ich immer öfter in diesem Bereich als Kommunikationstrainerin im Einsatz. Egal, ob es nun die Pfleger sind, Pflegeberater oder Führungskräfte aus der Pflege.

 

Die Gruppe bestand aus 16 Teilnehmern, die zum größten Teil bereits Erfahrung als Führungskraft im Hospiz haben. Die meisten kamen aus Berlin und Umgebung, aber auch Zugereiste aus Hamburg und Hannover saßen mit am Tisch. Die Ausstattung der Wannsee-Akademie lässt für mich als Trainerin nicht viel zu wünschen übrig und die Teilnehmer werden sogar mit Getränken, Keksen und Obst versorgt. In der hauseigenen Cafeteria werden verschiedene Gerichte und auch selbstgebackener Kuchen als Nachtisch angeboten. In der Pause bietet es sich an, ins Grüne zu gehen und das schöne Wetter zu genießen.

 

Das übergeordnete Thema des Tages war erfolgreiche Gesprächsführung. Das ist natürlich sehr umfassend und kann vieles beinhalten. Mein Schwerpunkt lag auf Ich-Botschaften, aktivem Zuhören und dem Vier Seiten Modell von Schulz von Thun. Normalerweise etwas viel für einen Tag, doch ich wusste ja, dass die Teilnehmer schon einiges an Vorwissen mitbringen.

 

Kommunikation klingt oft so einfach, da haben wir einen Sender, einen Empfänger und zwischen diesen werden Nachrichten ausgetauscht. Doch oft genug gibt es hier Störungen, denen ich gemeinsam mit den Teilnehmern auf den Grund ging.

 
Verschiedene Techniken sensibilisieren hier für die Fallen und Missverständnisse, die entstehen können. Als Sender kann ich darauf achten, was ich eigentlich empfinde und schauen, dass ich es so zum Ausdruck bringe, dass ich den anderen nicht verletzte. Hier helfen Ich-Botschaften und die gewaltfreie Kommunikation. Auch wenn es uns oft schwer fällt, unsere eigenen Gefühle zu identifizieren, lohnt sich die Mühe, wenn wir dadurch mit dem anderen in Kontakt kommen. Wenn er uns versteht und wir ihn. Gerade als Führungskraft geht es oft darum, bestimmt zu sein in der Kommunikation, aber trotzdem wertschätzend.

 

Wichtig ist auch, dass wir uns wirklich gegenseitig zuhören. Hast Du schon einmal den Begriff aktives Zuhören gehört? Dabei geht es vor allem darum, sich auf den anderen zu konzentrieren und nicht gedanklich immer wieder abzuschweifen oder auch eigene  Geschichten erzählen zu wollen. Durch das Wiederholen des Gesagten und das Nachfragen bei Unklarheiten kann ich als Zuhörer sicher gehen, dass ich den anderen wirklich verstanden habe. Das bezieht sich nicht nur auf die Sachebene, sondern auch auf die Gefühlsebene. Wie geht es dem Sender eigentlich gerade? Was will er von mir als Empfänger? Auch danach kann ich konkret fragen.

 

Soll ich einfach nur zuhören, oder doch auch Tipps und Ratschläge geben? Ratschläge ungefragt zu erteilen, kann negative Auswirkungen haben. Oft gehen wir hier von uns selbst aus und was wir in der Situation machen würden. Das heißt noch lange nicht, dass unser Gesprächspartner es auch so machen würde und dass das, was für uns richtig erscheint, für ihn auch so ist. Doch leider ist es für die meisten Menschen ganz normal, Vorschläge zu machen, statt erst einmal zu fragen, was das Bedürfnis des anderen ist. Genauso gut kann es sein, dass unser Gegenüber das gerade gar nicht weiß, so können wir ihn durch unsere Frage zum Nachdenken anregen. Das gilt auch für uns als Führungskraft.

 

Schließlich füllen wir meist mehrere Rollen aus und oft kommen Angestellte auch zu uns, um über Probleme zu sprechen. Auch hier empfiehlt es sich, erst gut zuzuhören und herauszufinden, was der andere nun von uns erwartet. Dennoch gehört es auch zu unseren Pflichten, sicher zu gehen, dass bei einer Besprechung eines Auftrages der Angestellte weiß, was wir konkret von ihm wollen. Dann heißt es, sicher sein, dass am Ende das Ergebnis so ist, wie wir es in Auftrag geben. So ist es sinnvoll, nicht nur die Führungskräfte, sondern auch das gesamte Personal beim aktiven Zuhören zu schulen.

 

Ich-Botschaften und aktives Zuhören werden als Kernaspekte der erfolgreichen Gesprächsführung betrachtet. Das alles hilft aber nichts, wenn ich nicht mit der richtigen Einstellung in das Gespräch gehe. Es geht nicht darum, diese Techniken zu instrumentalisieren und Interesse vorzuheucheln, wo keines ist. Mein Selbstverständnis als Führungskraft, bin ich eher autoritär, situativ oder führe ich kaum, hat auch Einfluss auf meine Kommunikation mit meinen Mitarbeitern und Kollegen.

 

Ich kann auch als Führungskraft respektvoll und wertschätzend sein und zusätzlich meine Mitarbeiter motivieren. Denn je wertschätzender Du bist, desto wertschätzender wird sich auch deine Umwelt Dir gegenüber verhalten. Je motivierter die Mitarbeiter sind, desto mehr Spaß an der Arbeit haben sie und desto erfolgreicher werden sie auch sein.
Ziel sollte somit sein, den Mitarbeitern zu signalisieren, dass wir sie als Individuum mit Gefühlen und eigenen Zielen wahrnehmen und nicht als Mitarbeiter xyz.

 

Diese Inhalte wurden in der Gruppe erörtert und umgesetzt. Schade, dass es nur ein Tag war. Für mich war es ein rundherum angenehmer Tag, auch wenn ich mir mehr Zeit für die Übungen gewünscht hätte.

 

Im September geht es dann weiter mit dem Thema Coaching im Führungskontext… Ich freue mich!

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