Kommunikationstraining Berlin Mitarbeitermotivation

Mitarbeitermotivation: Persönliche Erfahrungen und Tipps von Susanne Lorenz

 

Als ehemalige Führungskraft und als Coach ist meiner Erfahrung nach der Erfolg eines Unternehmens davon abhängig, wie motiviert und zufrieden die Angestellten sind. Also sollte es auch die Aufgabe der Führungskraft sein, sich darum intensiv zu kümmern.

Als Führungskraft obliegt es mir, mein Team zu unterstützen und jeden Einzelnen anzuspornen, sein Bestes zu tun und sich seiner eigenen Stärken und Entwicklungsfelder (Schwächen) bewusst zu werden und mit diesen zu arbeiten. Hierzu muss ich auch ein offenes Ohr haben und jeden Angestellten zeigen, dass ich ihn nicht nur als Mitarbeiter X oder Y wahrnehme.

 

 

Meine persönlichen Erfahrungen

Wenn ich an meine Zeit als Angestellte zurückdenke, kommen mir überwiegend negative Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Motivieren durch meine Vorgesetzten in den Sinn. Feedback erhielt ich so gut wie nie, bestenfalls im Jahresgespräch. Für meine Flexibilität und die zahllosen Überstunden erhielt ich keinen Dank. Man sagte mir, es muss doch reichen, dass ich dafür bezahlt werde. Doch nicht jeder lässt sich allein durch materielle Reize motivieren.

 

 

Meine Motivationstipps

Diese negativen Erfahrungen haben mich später als Führungskraft dazu bewogen, anders vorzugehen. Natürlich gibt es viele verschiedene Motivationswege. Im Folgenden möchte ich auf einige Möglichkeiten eingehen.

 

 

Regelmäßiges Feedback

Regelmäßiges Feedback, besonders auch zu positiven Dingen, ist mir und den meisten Menschen sehr wichtig. Deshalb nehme ich mir bewusst Zeit für Gespräche, auch mal zwischendurch – diese müssen nicht unbedingt lange dauern. In diesen Gesprächen geht es mir nicht um das Vorheucheln von Interesse oder allein um das aktive Zuhören als Instrument, um meine Mitarbeiter zu motivieren. Nein, es geht mir um wahres Interesse, echte Empathie und Wertschätzung des Einzelnen.

 

 

Das Mitarbeitergespräch

Ein weiteres bedeutendes Element zur Motivation sind Mitarbeitergespräche, die in vielen Unternehmen jährlich stattfinden und oft in ihrer Wichtigkeit unterschätzt werden. Sie dienen primär den Zielvereinbarungen, die in der Regel von der Führungskraft im Vorfeld formuliert werden. Aber die Führungskraft sollte dabei auch die Gelegenheit nutzen, um zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und nicht gleich alles im Voraus zu bewerten. Auch wenn die meisten Menschen gerne Vorschläge bekommen, ist es doch erfolgsversprechender, wenn sie ihre eigenen Ideen für Maßnahmen zur Erreichung der Ziele nennen. So ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie diese Ziele auch wirklich umsetzen. Sie können sich eher damit identifizieren, denn sie sind ja von ihnen selbst.

 

 

Wertschätzung durch Kleinigkeiten vermitteln

Was habe ich noch gemacht? Ich habe mir sämtliche Namen gemerkt, und wenn es mir schwer fiel, baute ich mir Eselsbrücken. Ich notierte mir Wichtiges (z. B. Hochzeitstag), damit ich den Mitarbeiter darauf ansprechen konnte. Des Weiteren nahm ich etwas Geld und Zeit in die Hand, um einen Geburtstagskalender anzuschaffen und einzuführen. Am Ehrentag gab es dann ein kleines Geschenk. Zu Ostern versteckte ich Schokoladeosterhasen und ließ mein Team danach suchen. Das sind nur einige Kleinigkeiten, die meine Wertschätzung den Mitarbeitern gegenüber zum Ausdruck brachten, und außerdem hatte ich Spaß daran.

 

 

 

Jede Führungskraft muss darauf achten, bei Motivationsmaßnahmen authentisch zu bleiben. Damit es eben kein Tätscheln mit falschem Lob ist und kein Vorgaukeln von Entwicklungsmöglichkeiten, die es nicht gibt.

 

 

Mitarbeiter per Seminar und Coaching motivieren?

In meinen Seminaren höre ich immer wieder, dass man als Führungskraft ohnehin schon viel zu tun hat. Kann man die Mitarbeiter nicht alle in ein Motivations-Seminar schicken? Dann wissen sie, wie sie sich selbst motivieren können.

Ja, das ist durchaus eine Variante. Doch damit ist nur ein Teil der Arbeit getan. Schließlich besteht die Gefahr, dass man etwas in einem Seminar hört, toll findet und dennoch Probleme hat, diese Tipps und Tricks für das eigene Verhalten umzusetzen. Ich kann auch zusätzlich einen Coach mit ins Boot holen, der dafür sorgt, dass sich meine Schäfchen um sich selbst kümmern. So habe ich als Vorgesetzte Zeit für die wirklich wichtigen Dinge einer Führungskraft.

Doch welche sind das genau? Sich um das Budget kümmern, neues Personal rekrutieren, Arbeits- und Urlaubspläne schreiben? Die einzelnen Aufgaben sind vielfältig und je nach Größe des  Unternehmens bzw. der Abteilung unterschiedlich. Bei den meisten Angestellten entsteht jedoch keine Motivation, wenn der Chef nur in seinem Büro sitzt und an den Zahlen arbeitet.

Seminare und Coaching sind wunderbare Tools, die ich einsetzen kann. Sie ersetzen aber nicht meine Verantwortung, als Führungskraft ebenfalls mein Team zu motivieren.

Ehrlich kommunizierte Anerkennung kann ich aber nur vermitteln, wenn ich auch die einzelnen Menschen in meinem Verantwortungsbereich kenne und mich nicht in meinem Büro hinter einen Berg von Akten und To-do-Listen verstecke.

 

 

Menschen fühlen sich dann wertgeschätzt, wenn sie merken, dass echtes Interesse an ihnen und ihrer Persönlichkeit vorhanden ist.

 

 

Um dies zu gewährleisten, muss ich als Führungskraft nicht nur meine eigenen Befugnisse und Bedürfnisse kennen, sondern auch einen Blick dafür haben, was die einzelnen Personen in meiner Firma, Abteilung oder auch in meinem Team brauchen, um motiviert zu sein. Schließlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass nicht alle Mitarbeitende auf gleiche Weise zu motivieren sind.

 

Dieser Artikel über die Mitarbeitermotivation wurde bei zeitblueten.com als Gastbeitrag veröffentlicht…

1 Kommentar

  1. […] Bewertungen abzugeben. Eine besondere Herausforderung kann es sein, wenn Du als Führungskraft in Mitarbeitergesprächen Persönliches hörst und trotzdem eine gewisse Distanz wahren […]

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