Kommunikationstraining Berlin  Improtheater

Improtheater am Montagmorgen

Mal ein anderer Start in die Woche als gewohnt. Kein Seminar. Kein Coaching. Sondern: Improvisationstheater im Meeet!

Endlich habe ich die Zeit, diese kreative Gelegenheit zu nutzen. Bisher war ich selbst nur im Publikum und habe der Theatergruppe Vorschläge zugerufen. Davon lebt nämlich dieses Format. Das Thema wird grob vorgegeben und dann wird drauf losgespielt. Ohne Skript und Plan, alles spontan. An bestimmten Punkten werden Vorschläge vom Publikum erbeten, wie es jetzt weitergehen soll. Das kann sich auf alles beziehen, den Ort, Personen, Handlung.

Heute werde ich mal selbst aktiv sein und schauen, was man dabei zu beachten hat. Schön auch, dass dieser Workshop sich an Trainer und Coaches richtet, aber eben nicht nur.

 

 

Wozu kann Improtheater gut sein, wenn man Trainer ist?

Als Trainer muss man meiner Meinung nach beides mitbringen. Eine gute Vorbereitung, einen Fahrplan für das Seminar UND Flexibilität. Sobald man mit Menschen zu tun hat, kann man auf vieles, aber eben nicht auf alles vorbereitet sein. Das sollte einen nicht aus der Bahn werfen.
Klar, hat auch etwas mit Erfahrung und Routine zu tun. Nach den drei intensiven Jahren als Trainer und Coach bin ich nun auch auf wesentlich mehr gefasst und lass mich nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen wie noch am Anfang meiner Selbständigkeit. Hier kann ich also meine Flexibilität trainieren.

Außerdem sagte ich erst letzte Woche zu meinen Studenten, dass man schon auch eine Rampensau sein muss, wenn man Trainerin oder Dozentin sein will.  Schließlich steht man vorne vor einer kleinen oder doch größeren Gruppe und referiert nicht nur, sondern will die Menschen ja auch etwas entertainen. Damit das Lernen leichter fällt und auch der Spaßfaktor beachtet wird. Beim Improtheater geht es ebenfalls darum.

 

 

Regeln beim Improtheater

Gibt es nun Regeln beim Impro, wo doch alles spontan abläuft? Ja, tatsächlich. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde werden wir von der Trainerin Claudia Hoppe aufgeklärt.

1. Regel: mit einer bejahenden Einstellung spielen. Nehme die Angebote Deiner Spielpartner an und mach was draus. Also nicht sagen „nein, das ist jetzt blöd“. Einfach mitmachen und schauen, was passiert.

2. Regel: Scheiter heiter! Ärgere Dich nicht über Fehler, bau sie mit ein in das Spielen, wo immer es passt oder mache es passend. Schließlich ist es Improtheater! Da kommt es vor, dass mal der Übergang holprig ist oder sich auf einmal der Name ändert…

3. Regel: Let your partner shine! Lass Deinen Spielpartner gut aussehen. Es geht nicht darum, dass Du Dich in den Mittelpunkt spielst und den Hauptpart übernimmst und glänzt.

Es gibt noch mehr Regeln, doch Claudia sagte in ihrer kurzen Einführung zum Thema, dass sie nach ihrer jahrelangen Erfahrung damit diese Regeln für die wichtigsten drei hält. Klingt für mich erstmal gut und ich sehe sogar hier Zusammenhänge mit der Haltung der wertschätzenden Kommunikation.

 

 

Verbale und nonverbale Übungen

Gemeinsam mit sechs anderen Frauen geht es nun los, erstmal die Namen verinnerlichen. Dazu gibt es eine Übung im Kreis, wo sich jeder zu seinem Namen eine Geste ausdenkt. Nachdem dies von jedem mehrmals vorgemacht wurde, war es die Aufgabe, das nicht nur für den eigenen Namen zu tun, sondern zusätzlich Namen und Geste einer der anderen nachzumachen und so diesen zum Weitermachen aufzufordern.

Abwechslung in den Übungen gibt es viel, sei es nun rein verbal, sportlich oder eine Kombination aus Wort und Körpersprache. Gemeinsam eine Geschichte erzählen, wo jeder nacheinander nur ein Wort sagt, klingt einfacher als es an manchen Stellen ist.

Viel gelacht und geschnauft wurde auch bei den sportlichen Einsätzen, wo es unter anderem um Beobachtung der anderen ging. Da dies auch für große Gruppen geeignet ist, freue ich mich auf die nächste Gelegenheit, das einzusetzen!

Im Improtheater geht es nicht nur um Kreativität, sondern auch darum, präsent und offensichtlich zu sein. Auch das Zusammenspiel der einzelnen und das konkrete Beobachten sind wichtig, um einschätzen zu können, wann wer aktiv wird. Mut spielt ebenfalls eine große Rolle, einfach selbst aktiv werden, aus sich rausgehen und mal den Kopf ausschalten. Es muss nicht alles Sinn machen und Perfektionismus hat hier keinen Platz.

 

 

Susanne hat Spaß!

Spontan und kreativ wie ich es auch sein kann, schmeiße ich mich bei der Abklatschübung auf den Boden, weil ich gerade an einer Walnuss ersticke. Später halte ich Krokodilmäuler auf, um zu zeigen, dass der Kopf da reinpasst und es ungefährlich ist, wenn man das richtig macht. In dieser Übung wurden in circa fünf Minuten, Sport- und Tanzübungen durchgeführt, spannende Filme im Kino geschaut, Menschen über dem Abgrund gerettet und sogar Zwillinge geboren.  Mensch, macht das Spaß!

Nach den zwei Stunden war ich enttäuscht. Weil die Zeit schon um war und ich noch ewig hätte weitermachen können. Also: Achtung! Das Ganze hat Suchtfaktor ;).

 

 

Wo gibt es mehr Improtheater?

Claudia könnt ihr auch auf der Bühne erleben. Termine, auch für ihre Workshops, findest Du hier. Für Neulinge gibt es ab Januar jeden Dienstag einen Workshop.

Viel Spaß dabei!