Kommunikationstraining Berlin

 

 

 

 

Susanne Lorenz, Kommunikationstrainerin und Zielfindungscoach, hatte ihren ersten Einsatz an der Evangelischen Hochschule im Studiengang Bachelor of Nursing.
Inhalte dieses Studiums sind u.a. Gesundheitsförderung/Prävention in unterschiedlichen Kontexten, Pflege im Kontext von Institutionen und Gemeinden und das System Mensch in seiner Verschiedenheit.

 

In diesem dualen Studiengang sind die Studenten einerseits direkt im Krankenhaus und zusätzlich an der Hochschule. Durch diese Aufteilung wird gewährleistet, dass der theoretische Anteil des Studiums auch direkt umgesetzt und ausprobiert werden kann.

 
An den regelmäßig stattfindenden praxisbegleitenden Studientagen bekommen die Studenten die Chance, Zusatzangebote zu nutzen. Hier werden verschiedene Themen in dreistündigen Workshops angeboten.

 
Susanne Lorenz erklärte den Studierenden des Bachelor of Nursing Studiengangs in ihren Workshops die Anwendbarkeit der gewaltfreien Kommunikation (GFK) als Kommunikations- und Kofliktbewältigungsmethode.

 
Mögliche Konflikte können überall vorkommen, dementsprechend ist es wichtig, darauf bereits in jungen Jahren vorbereitet zu werden. Die GFK hilft dabei, bewusster mit Konflikten umzugehen und aus Reaktionsalternativen auszuwählen. Bin ich emotional so stark geladen, dass ich eine Pause brauche, um in mich zu gehen und zu schauen, was da eigentlich gerade vor sich ging? Oder mache ich mir gleich Luft und lasse den Ärger an dem anderen aus? Wichtig ist hier stets der Kontext, so habe ich im Privaten ggf. mit weniger Konsequenzen zu rechnen als im Beruf.

 

Inhalte des Workshops waren einerseits die vier Schritte der GFK (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte) und andererseits, welche Haltung und Lebenseinstellung dahinter steckt. Neben der Methode sind die Wertschätzung und das Ziel der empathischen Verbindung zu unserem Gesprächspartner besonders wichtig. Schließlich geht es bei der GFK nicht um eine reine Anwendung von Technik, sondern um den authentischen Umgang mit sich selbst und dem anderen.

 

Nur, wenn wir es wirklich wollen und dazu auch gerade in der Lage sind, können wir versuchen herauszufinden, was beispielsweise hinter dem Ärger der anderen Person steckt. Ärger ist zwar ein Gefühl, doch meist steckt im Kern noch etwas anderes, wie beispielsweise Hilflosigkeit.

 

In diesem Workshop ging es somit um eine Sensibilisierung für die Sprache und was wir damit erreichen können, im positiven wie im negativen Sinne.

 

Ihr bisheriges Kommunikationswissen -wie die Modelle von Schulz von Thun- anwendend, war den Studierenden bewusst, dass auch mit dieser Methode nicht garantiert ist, dass die Nachricht beim Empfänger so ankommt, wie es vom Sender beabsichtigt wurde. Zusätzlich spielen non-verbale und para-verbale Faktoren eine Rolle. Aber auch diese Kommunikationstechnik sieht sich stets in einen Kontext gebettet.

 

Nur in diesem Rahmen ist es möglich, anhand der Reaktionen des Gegenübers zu erkennen, ob etwas im Argen liegt. Kombiniert mit anderen wichtigen Gesprächstechniken kann die GFK dazu verwendet werden, bei dem anderen über Fragen herauszufinden, wie er sich gerade fühlt und was dahinter steckt. Dieser Aufwand wird mit einem empathischen Kontakt belohnt, der in der Regel zu einem besseren Verständnis und einer tieferen Verbindung der Beteiligten führt.

 

Bei den Übungen kam heraus, wie schwierig es doch ist, reine Beobachtungen zu formulieren, dies liegt besonders an unserem Kulturkreis und der vorherrschenden Gewohnheit, alles zu beurteilen, statt erst einmal nur wahrzunehmen. Die Schwierigkeit nimmt zu, wenn man stark emotional involviert ist.

 

Kritische Stimmen in der Gruppe bezweifelten die Anwendbarkeit besonders im Umgang mit Patienten und höher gestelltem Personal. Doch inwieweit das zutrifft, lässt sich nur herausfinden, indem man es ausprobiert. In diesem Sinne ist auch der Appell an die Teilnehmer zu verstehen: testen und anschließend entscheiden, ob es passt oder nicht.
Susanne Lorenz hat nun zusätzlich einen Lehrauftrag für das Wintersemester 2014/2015.

veröffentlicht in openPR