Umgang mit Vorwürfen

Umgang mit Vorwürfen und Co

Wäre es nicht super und viel entspannter, wenn Du Vorwürfe und Co an Dir abprallen lassen könntest? Wenn Du nicht immer darauf reagieren und Dich aufregen würdest?

Ich sage, ja das geht!

Wie Du mit einer störenden Aussage umgehst, kannst Du entscheiden. Das heißt, wenn Du daran arbeitest. Der andere kann Dich dann weniger leicht treffen, doch dazu gehört üben, üben, üben.

Analysiere Deine Trigger

Welche Sätze bekommst Du immer wieder zu hören, die Dich reizen? Um was geht es da? Höre in den nächsten Tagen Deinen Gesprächspartnern gut zu und achte darauf, was andere Dir vorwerfen.

Wird Dir vorgeworfen, dass Du mehr Zeit als andere brauchst?

Oder bist Du jemand, der viele Ideen hat, die meisten aber nicht umsetzt?

Bist Du oft unpünktlich?

Reizfaktor Wahrheit akzeptieren

Oft reagieren wir allergisch auf Äußerungen, von denen wir selbst denken, dass sie wahr sind und die uns selbst stören. Magst Du also selbst nicht an Dir, dass Du chaotisch bist, willst Du das erst recht nicht von anderen hören.

Die Frage ist also, kannst Du die Wahrheit akzeptieren? Kannst Du akzeptieren, dass der andere mit diesem Vorwurf also recht hat? Weil Du wie jeder andere Mensch auch, Stärken und Schwächen hast?

Du kannst Dich auf Deine Stärken fokussieren und hinnehmen, dass Du so bist wie Du bist. Dann werden Dich solche Äußerungen von anderen auch weniger stören.

Schwächen akzeptieren

Bei den meisten Schwächen macht es meiner Meinung nach Sinn, sie zu akzeptieren. Ich habe auch einen Buchhalter, damit ich mich nicht um die Buchhaltung selbst kümmern muss. Das macht mir weder Spaß, noch kann ich das besonders gut, weil ich mich damit nie richtig auseinander gesetzt habe. Glücklicherweise ist das etwas, das ich gut delegieren kann.

Schwächen erkennen

Mir hat beispielsweise vor vielen Jahren eine gute Freundin vorgeworfen, dass ich zu viel und zu schnell rede und dadurch manch einen verschrecken mag, weil die nicht wirklich zu Wort kommen.

Das hat mir erst mal sehr weh getan. Ich musste erst mal reflektieren, ob das so stimmt, da ich das nicht gemerkt hatte. Doch ich sah ein, dass sie natürlich recht hatte.

Das kam dadurch, dass ich mit zwei Schwestern bei meiner Mutter aufgewachsen bin und wir alle gern und viel reden. Da musste ich immer kämpfen, dass ich auch mal zu Wort kam. Also, Problem erkannt und fast gebannt ;).

Schwächen ändern

Ist Dir selbst wichtig, dass zu ändern, in dem Du nicht gut bist, mache es auch. Warte nicht lange, sondern starte gleich mit der Veränderung. Nimm Dir dabei kleine Schritte vor, damit Du nicht direkt am Anfang enttäuscht bist.

So versuchte ich beispielsweise anschließend bei jedem Gespräch, weniger zu erzählen, andere ausreden zu lassen und zuzuhören, was sie zu berichten hatten. Ich erzählte nicht jedes Mal gleich, das mir das auch schon passiert ist und gab nicht immer meinen Senf dazu ab.

Klar, das hat nicht jedes Mal funktioniert, aber ich merkte schneller, wenn mir das passierte. Nun rede ich immer noch mehr als manch anderer, aber in geringerem Umfang als es früher der Fall war.

Ich werde nie jemand sein, der wortkarg und zurückhaltend ist. Doch das war auch nicht mein Ziel. Zu einer komplett anderen Persönlichkeit kannst Du Dich auch nicht umwandeln, doch Du kannst an Nuancen arbeiten.

Unterschiedliche Maßstäbe

Vor kurzem traf ich mich mit einer Freundin, die mich damals noch nicht kante. Sie gab mir das Feedback, dass ich einen leisen und ruhigen Eindruck mache, dass ich jemand sei, der nicht schnell redet.

Ich musste innerlich lachen. Klar, ich bin nicht mehr die, die ich mal war. Doch als leise und langsam redend, nimmt sie mich wahr, weil sie einen anderen Maßstab hat. Sie selbst redet so viel und schnell, wie ich es damals wahrscheinlich tat. Ja, manchmal stört mich das, doch nicht genug, das ich das Bedürfnis habe, das anzusprechen.

Also schaue bei Vorwürfen auch genau darauf, von wem die Vorwürfe kommen. Bist Du in der Einarbeitung, wird man andere Erwartungen an Dich haben als wenn Du schon lange dabei bist.

Nicht zu vergessen ist auch, dass wir unterschiedlich schnell und präzise arbeiten, weil wir unterschiedliche Persönlichkeitstypen sind (siehe Linkliste).

Schwächen analysieren

Nimm diese Schwächen, die Dir andere vorwerfen, also mal genauer unter die Lupe und schau, ob sie wirklich eine Schwäche sind oder ob andere sie nur als solche sehen.

Ich gebe Dir ein weiteres persönliches Beispiel:

Von meiner Schwester darf ich mir immer mal wieder anhören, wie empfindlich ich doch bin. Tja, irgendwann sagte ich mir, ich bin nicht empfindlich, sondern empfindsam. Ich habe eine gute Antenne für andere und wie sie sich gerade fühlen.

Ich fühle schnell mit und kann mich gut in andere hineinversetzen. Ich empfinde das eher als Stärke, die auch dazu geführt hat, dass ich mache, was ich mache. Als Trainer und Coach sind das sehr gute Voraussetzungen.

Als sie es das letzte Mal zu mir sagte, fand ich es nicht mehr schlimm. Ich konnte ihr entgegnen, dass ich die Empfindsamkeit für meinen Beruf brauche und nutze und dass ich damit jetzt sogar Geld verdiene.

War`s das?

Das war nur ein erster Einblick. Es kann ja auch durchaus passieren, dass Du etwas vorgeworfen bekommst, das nicht stimmt oder Dich jemand beleidigt. Mehr dazu im nächsten Artikel.

 

Linkliste:

unterschiedliche Persönlichkeitstypen- DISG

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