Life-Work-Camp

Über Wahrnehmung und Freiheit

Auf dem  Life-Work-Camp von Jan Theofel habe ich mal wieder tolle neue Leute kennen gelernt und möchte hier mit Dir mein neues Wissen teilen.

 

Einige Male habe ich ihn schon die Form des Barcamps in meinen Artikeln erwähnt. Das passt eben gut zusammen, da auf den Camps auf Augenhöhe miteinander umgegangen wird und dies eine sehr offene und moderne Form des Austauschs ist.

 

An das vorgegebene „Du“ muss sich manch einer gewöhnen, doch die Idee ist, dass durch das Siezen eher eine Barriere entsteht. Respekt bekommt man schließlich nicht nur durch das „Sie“.

 

Alle Sessions drehen sich um das Thema Life-Work-Camp, letztlich kommen aber die Themen zustande, die auch Interesse bei den anderen wecken. Das wird per Zurufabfrage im Vorfeld abgefragt.

 

 

Session 1: Thema Wahrnehmung

Session 1 bei der ich war: da ging es um das Thema Wahrnehmung.

Mit diesem Thema beschäftige ich mich mehr, seitdem ich gewaltfreie Kommunikation lehre und lebe. Schließlich nehmen wir alle Dinge unterschiedlich wahr, denn unser Fokus ist nicht immer gleich. Auch der Blickwinkel ist nicht immer identisch.

Stelle Dir zum Beispiel vor, mehrere Leute sitzen an einem Tisch und in der Mitte steht eine Tasse. Manch einer sieht also den Henkel der Tasse und andere wiederum nicht. Da kann man sich dann schwer streiten, ob das nun eine henkellose Tasse ist oder nicht…

Zusätzlich hat es immer etwas mit unseren Erfahrungen zu tun, denn wer keine Elefanten kennt, weiß auch nicht, was er gerade sieht.

 

 

Reize werden gefiltert

Spannend ist es auch, dass wir das eher wahrnehmen, was uns gefährlich erscheint.

Wusstest Du, dass 70.000 Sinnesreize pro Sekunde im Thalamus landen, doch nur 60 bis 70 davon bewusst verarbeiten? Unglaublich, oder? Aber klar, unser Gehirn muss sich schützen vor der Reizüberflutung. So werden viele Reize gefiltert, damit wir nicht überlastet werden davon.

 

 

Regelmäßige Reize

Nicht mehr wahrgenommen werden beispielsweise regelmäßige Reize wie das Parfum, das wir immer wieder tragen. Deswegen soll man auch seinen Duft immer wieder wechseln, weil man sonst nicht mitbekommt, wenn man zu viel davon aufgetragen  hat.

Auch wie die Kleidung sich auf der Haut anfühlt, wird gefiltert. Das merken wir eher, wenn wir einen neuen Stoff tragen oder etwas, das uns kratzt, also etwas, das unangenehm ist.

 

 

Muster erleichtern

Unser Gehirn sucht weiterhin nach Mustern, das macht das Leben leichter. Bist Du also in einer Umgebung, die Du kennst und die Dir vertraut ist, fühlst Du Dich sicherer. Gehst Du immer die gleiche Strecke in Deinem Lieblingswald, fühlst Du Dich wohl.

Bist Du jedoch im Urlaub und in einem Wald, wo Du bisher noch nicht warst, fehlt dir die Sicherheit und Du achtest mehr auf Details und bist vorsichtiger.

 

 

Unterschiedliche Wahrnehmung

Es macht also durchaus Sinn, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass wir nicht alle immer das Gleiche wahrnehmen, selbst wenn wir im gleichen Raum sind.

Es kann durchaus sein, dass sich nach dem Camp einige unterhalten und einer sagt, dass er das Essen sehr lecker fand und sich freute, dass es auch Vegetarisches gab, wie Salat.

Anderen mag das nicht aufgefallen sein, weil sie sich über auf die Auswahl an Fleisch freuten oder gar mehr auf die verschiedenen Möbel achteten.

 

 

Session 2

In der nächsten Session gab es eine Diskussion rund um das Thema arbeiten nicht von zu Hause.  Eine junge Dame, die sich gerade selbständig macht mit ihrer Idee moderierte die Sitzung.

Was hat es für Vorteile und Nachteile für Mitarbeiter und Führungskraft, wenn die Mitarbeiter auch von zu Hause aus arbeiten?

 

 

Wie viel Freiheit brauchst Du?

Ganz klar hat es was mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen zu tun, denn nicht jeder will so viel Freiheit. Manch einer kann sich zu Hause schlecht konzentrieren und zieht sein Büro vor. Doch einige Menschen wüssten mehr Freiheit durchaus zu schätzen.

 

Was könnte man alles anders machen, wenn man auch von anderen Orten aus arbeiten könnte?

Das war eine Frage, die in die Runde gestellt wurde. Da könnte man schönes Wetter ausnutzen und im Park oder am See arbeiten. Wären die Arbeitszeiten offener, könnte man auch Dinge tagsüber erledigen und abends arbeiten.

Klar, auch das ist wieder von Person zu Person verschieden, denn auch hier gibt es schließlich Früh- und Spätaufsteher.

 

 

Stärkung der Motivation

Worin wir uns einig waren, ist, dass es die Motivation der Mitarbeiter stärken würde. Wenn der Chef so viel Vertrauen in seine Mitarbeiter hätte, gibt es auch eine viel stärkere Mitarbeiterbindung.

Positive Effekte wären auch, dass die Angestellten motivierter und produktiver wären und somit auch der Krankenstand sinken würde.

Klingt alles super.

Letztlich ist das alles abhängig von verschiedenen Faktoren. Nicht in allen Branchen ist das möglich, zusätzlich muss nicht nur der Mitarbeiter da mitmachen, sondern auch die Führungskraft.

Jedenfalls finde ich es wichtig, dass jeder Firmenchef mal darüber nachdenkt, ob es in seiner Firma möglich wäre, mehr Freiräume zu schaffen.

 

 

Was war noch?

Nicht nur die Sesssions waren spannend, sondern auch der Austausch dazwischen. Beim leckeren Mittagessen lernte ich jemanden kennen, der sich mit Elektrosmog auseinandersetzt und dort Tipps geben kann, wie man diesen umgehen bzw. minimieren kann. Leider war ich nicht bei dieser Session.

Ich war jedoch nur den ersten Tag anwesend, denn anschließend ging es nach Chemnitz, wo ich bei der Herbsttagung des Arbeitskreises Volontariat die gewaltfreie Kommunikation verbreiten durfte ;).

 

Linkliste:

Jan Theofel

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