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Selbsterkenntnisse beim Karriere Coaching

 

Vor kurzem schloss ich mein Projekt bei der DEKRA Akademie in Neubrandenburg ab. Mit dem Coaching unterstützte ich Menschen dabei, wieder in Arbeit zu kommen. Neben den üblichen Themen wie Bewerbungen optimieren und Vorstellungsgespräche üben, gab es noch etliche andere Baustellen bei den Teilnehmern. Das macht diese Arbeit auch so spannend und abwechslungsreich für mich.

Schließlich sind es die wenigsten, die keinen Job haben, weil sie faul sind und nicht arbeiten wollen. Oft gibt es private Themen, die blockieren und Energie rauben. Immer wieder liegt es auch an gesundheitlichen Einschränkungen in der Familie.
Störende Überzeugungen und schlechte Erfahrungen am alten Arbeitsplatz machen es zusätzlich schwer, sich positiv zu geben und im Interview zu überzeugen.

 

 

Arbeit mit blockierenden Überzeugungen

So arbeite ich beim Coaching auch an eben diesen blockierenden Überzeugungen und helfe dabei, das Selbstbewusstsein wieder aufzupäppeln. Dazu gibt es verschiedene Techniken, gern benutze ich die gewaltfreie Kommunikation in Kombination mit Byron Katie.
Was sind eigentlich Deine immer wiederkehrenden Bedürfnisse, die nicht erfüllt werden und Dich somit unglücklich machen?
Was denkst Du so eigentlich über Dich und Deine Umwelt? Liegst Du regelmäßig im Clinch mit der Realität? Wie geht es Dir damit, raubt es Dir Energie? Verstellst Du Dich oft, weil Du glaubst, dass man das von Dir erwartet, gerade bei der Jobsuche?

Es bringt mich immer wieder zum Grübeln, dass die Menschen glauben, sie müssen sich verstellen, damit sie einen Job bekommen. In unserer Gesellschaft wird viel zu viel Wert darauf gelegt, was wir alles schaffen und welche Abschlüsse wir mitbringen. Sollte nicht eigentlich der Mensch im Mittelpunkt stehen mit seiner Leidenschaft und Motivation?

 

Mir ist es immer wichtig, den Menschen mit auf den Weg zu geben, dass sie authentisch sein sollen so gut es eben geht. Was bringt Dir eine Arbeitsstelle, zu der Du nicht passst? Weil Du im Vorstellungsgespräch zu allem „Ja und Amen“ gesagt hast. „Überstunden machen mir nichts aus.“ „Nein, Kinder will ich erstmal keine, ich möchte zunächst erfolgreich sein in meinem Beruf.“
„Springer zu sein ist auch okay, ich mag die Abwechslung und lerne so immer wieder neue Menschen kennen.“ „Mit dem Lärm im Großraumbüro kann ich wunderbar umgehen…“ Ergänze einfach, welchen Aspekten Du oft zustimmst, obwohl sie Dir zuwider sind.

Wie lange wirst Du diesen Job machen, bevor es Dich wieder woanders hinzieht? Wenn Dein potentieller neuer Arbeitgeber es nicht gut findet, dass Du eine Lücke hast, weil Du Dich um Deine Familienangehörige gekümmert hast, passt er nicht zu Dir, oder?

Genauso immer wieder die Diskussion: gebe ich nun meine Kinder im Lebenslauf an oder nicht? Lässt man sie weg, damit die Chancen höher sind, überhaupt eingeladen zu werden, muss man im Gespräch gut argumentieren, damit sich keiner auf den Schlips getreten fühlt. Entscheiden musst letztlich immer Du selbst, denn Du solltest voll und ganz hinter Deinen Bewerbungsunterlagen stehen.

Schon klar, manch einer hat den finanziellen Druck. Kinder, ein Haus, Raten, die zu zahlen sind. Da muss schnell Geld her und man lässt sich auf Kompromisse ein. Das kann ja auch eine Weile gut gehen. Doch denke an die (gesundheitlichen) Konsequenzen, wenn Du auf Dauer in Deinem Beruf unglücklich bist.

 

 

Coaching mit gewaltfreier Kommunikation und The Work gegen Ärger

Als Coach arbeite ich viel mit dem Thema Ärger. Worüber man sich eben so aufregt, ob es nun Sinn macht oder nicht. Schon Tucholsky sagte „Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nutzen“. Den Spruch finde ich so gut, dass er auch auf meiner Website steht.

Was kann ich nun machen gegen Ärger? Zum Auflösen des Ärgers eignet sich die gewaltfreie Kommunikation sehr gut. Um zu schauen, welches Gefühl eigentlich hinter dem Ärger steckt und welches Bedürfnis nicht erfüllt ist in diesem Moment. Zusätzlich kann ich wieder The Work von Byron Katie empfehlen, um diese Gedanken zu hinterfragen. Beides nutze ich privat auch viel.

Jetzt könnte man ja meinen, als Coach kenne ich all diese Techniken und bin immer entspannt und durchdenke alles. Nein, nicht immer.
So habe ich mich in Neubrandenburg dabei ertappt, wie ich mich über die Ampeln ärgerte. Die sind ewig rot und bis zur Arbeit musste ich immer an etlichen Ampeln warten. Und dann diese Fahrradfahrer, die von allen Seiten kommen und überall fahren, nur nicht auf dem Fahrradweg. Schrecklich!

Dadurch fing der Weg zur Arbeit oft unangenehm an. Tja, die Ampeln sollten schneller grün werden. Das tun sie aber nicht. Die Fahrradfahrer sollten umsichtiger sein. Das sind sie aber nicht. Hinterfragt habe ich das mit The Work.

Ich habe also die Wahl, ständig und immerzu mit der Realität im Konflikt zu sein oder sie zu akzeptieren. Dauert es denn wirklich so lange an der Ampel? Ich habe die Zeit gemessen… circa eine Minute. Ich habe die Zeit genutzt, um morgens nette SMS zu verschicken, „ich denke an dich, habe einen schönen Tag“, sowas eben. Und schwups, war es grün.

Den einen Tag war es wie ein Wunder: alle Ampeln waren grün. Auf der Strecke, die so stark befahren ist von Radlern und wo es immer sehr eng ist, war alles leer. Kein Fahrradfahrer in Sicht. Ups, ich habe meinen Ärger losgelassen und mich mit der Realität angefreundet. Und dann passiert so was! Ein Wunder oder reiner Zufall oder doch das Gesetz der Anziehung?

In Neubrandenburg habe ich so wieder viel über mich gelernt, meine Ärgerprozesse, meinen Anspruch an die Realität. Es ist wie es ist, ändern können wir nur uns und unsere Sicht auf die Dinge…

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Umgang mit Ärger durch gewaltfreie Kommunikation am 9. November 2016 um 18:13

    […] als Coach und Trainer auf den Umgang mit meinen Gefühlen sensibilisiert bin.  Seien es nun die Ampeln in Neubrandenburg oder auch Fahrradfahrer, die mich nerven. Denn das müssen nicht immer konkrete Personen sein, die […]

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