Bedürfnisse Kommunikatiosntraining Berlin

Gewaltfreie Kommunikation Bedürfnis als 3. Schritt

Kennst Du schon die gewaltfreie Kommunikation mit ihren vier Schritten? Arbeitest Du damit und wünschst Dir beim dritten Schritt Bedürfnis mehr Unterstützung? Oder möchtest Du Dich selbst besser verstehen, um auch in Konfliktsituationen entspannter zu sein? Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für Dich!

Im letzten Artikel (siehe Linkliste unten) bin ich auf die Bedürfnisse genauer eingegangen, weil ich darauf hinweisen wollte, dass sie viel dazu beitragen, ob wir zufrieden und glücklich sind. Wenn wir uns unsere Bedürfnisse immer wieder bewusst machen und uns an ihnen orientieren, können wir selbst etwas dafür tun, dass es uns besser geht. Andererseits können wir uns auch freuen, wenn es uns gut geht. Das liegt daran, dass unsere Bedürfnisse erfüllt sind.

 

 

Gewaltfreie Kommunikation Bedürfnis als Fokus zur Konfliktlösung

Um Menschen besser zu verstehen und Konflikte lösen zu können, ist es sinnvoll, sich auf die Bedürfnisse der Beteiligten zu fokussieren, statt auf die Position. Es geht nicht darum, wer sagt ja und wer sagt nein, sondern warum wird auf der Position beharrt? Was soll damit erfüllt werden? Geht es um Gerechtigkeit, Zugehörigkeit oder Freundschaft?

 

 

Finde das stärkste Bedürfnis

Ziel dieses dritten Schritts Bedürfnis ist es, erstmal herauszufinden, welches Bedürfnis bei Dir gerade nicht erfüllt ist in einer angespannten Situation. Bist Du irritiert, weil Du Unterstützung, Wertschätzung oder Kontakt brauchst? Es gilt weiterhin herauszufinden, welches Bedürfnis am stärksten ist. Wenn wir ins Gespräch gehen, verwirrt es unser Gegenüber zu sehr, wenn wir mehrere nennen und je nach Bedürfnis würdest Du auch um andere Dinge bitten. Fokussiere Dich also bitte auf eins.

Wenn Du versuchst, den anderen besser zu verstehen, konzentriere Dich ebenfalls auf sein Bedürfnis. Gehe nicht davon aus, dass Dein Gegenüber Dich verärgern möchte oder Dinge absichtlich falsch macht. Bleibe neugierig, was ihn zu seinem Handeln geführt hat. Allerdings wirst Du Dich erst auf den anderen konzentrieren können, wenn Du für Dich weißt, was Dir gerade fehlt.

 

 

Arbeit mit Bedürfnissen statt mit Werten

Die gewaltfreie Kommunikation arbeitet im dritten Schritt mit dem Bedürfnis, das am wenigsten erfüllt ist und nicht mit Werten.

Warum ist das so? Werte sind abhängig von unserer Kultur, Deutsche sind beispielsweise für ihre Pünktlichkeit bekannt. Doch es ist nicht in allen Ländern der Fall, dass dieser Wert wichtig ist.

Bedürfnisse hingegen hat jeder Mensch, egal, aus welchem Land er kommt. Sprichst Du in einer Konfliktsituation also von den Bedürfnissen, die Du hast, versteht Dich jeder. Auch wenn der andere in dem Moment nicht das Bedürfnis hat, weiß er, wie es sich anfühlt. Deswegen geht es bei der gewaltfreien Kommunikation um Bedürfnisse und nicht um Werte, denn letztere sind eben nicht in jeder Kultur gleich.

 

 

Was sind Bedürfnisse?

Bedürfnisse sind positiv und allgemein gehalten, sind unabhängig von Ort, Zeit oder Personen. Bedürfnisse hat jeder, das können Grundbedürfnisse sein, wie essen oder schlafen. Dabei kann es auch um abstrakte Sachen wie Freundschaft oder Harmonie gehen.

Oft haben wir mehrere Bedürfnisse gleichzeitig, die in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sind.

Wenn sie nicht erfüllt werden, haben wir negative Gefühle. Werden sie erfüllt, fühlen wir uns wohl und glücklich. Es ist also nicht die Situation in einem Konflikt, die Grund ist für unsere schlechten Gefühle, sondern das nicht erfüllte Bedürfnis! Auf unsere Umwelt haben wir nur geringen Einfluss, auf unsere Bedürfniserfüllung aber durchaus.

 

 

Gewaltfreie Kommunikation Bedürfnis: Orientierung durch die  Bedürfnispyramide von Maslow

Es gibt viele Bedürfnisse und ich möchte gar nicht alle auflisten, Dir jedoch eine Anregung mitgeben, die es leichter macht, die eigenen Bedürfnisse oder die des anderen besser einzuordnen. Schauen wir uns  dazu einmal die Bedürfnispyramide mit fünf Bedürfnisebenen  an.

Bei dieser Theorie handelt es sich um eine hierarchische Beschreibung menschlicher Bedürfnisse und Motivationen, entwickelt von dem US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908-1970). Die Form der Pyramide zeigt, dass unsere Bedürfnisse und Motivationen unterschiedliche Prioritäten besitzen. Nahrung ist somit wichtiger als die Selbstverwirklichung, da es sich hier um ein essentielles Bedürfnis handelt.

 

Maslow unterscheidet:

 

Physiologische Bedürfnisse: Grundbedürfnisse zum Überleben: Essen, Trinken, Schlafen
Sicherheitsbedürfnisse: Geborgenheit, Gesundheit, Orientierung
Soziale Bedürfnisse: Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit, Kommunikation
Individualbedürfnisse: Selbstvertrauen, Respekt, Anerkennung, Erfolg
Selbstverwirklichung: (verhaltensrelevant, sobald untere Bedürfnisse gedeckt sind), Unabhängigkeit, anspruchsvolle Bestätigung, Karriere

 

 

Mir geht es nicht so sehr darum die Theorie im einzelnen zu erklären, sondern eher darum, Dir diese Ebenen zur Orientierung mitzugeben. Wo befindest Du Dich in dem Moment des Streits? Welches Bedürfnis ist am wenigsten erfüllt und wo ist das einzuordnen?

 

 

Bedürfnis kommunizieren

In der Kommunikation nach außen, also im Gespräch, heißt es beispielsweise „Ich bin traurig, weil ich…brauche“ und nicht „Ich bin traurig, weil du dich so benimmst!“. Bei letzterem Beispiel wird ganz klar die Verantwortung für das eigene Gefühl abgegeben, nämlich an den anderen, der sich nicht so verhalten hat, wie wir es gern hätten.

Doch in der gewaltfreien Kommunikation übernehmen wir die Verantwortung für unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Wir erkennen, dass es mehrere Wege gibt, das Bedürfnis zu erfüllen und dass wir dazu nicht abhängig sind von einer einzelnen Person.

Du hast den Schlüssel zum Streit beilegen und Glücklichsein somit selbst in der Hand, wenn Du Dir dessen bewusst bist. Kern der GFK ist es, dass ich meine Bedürfnisse nicht über die des anderen stelle. Ist es so, dass der andere verpflichtet ist, Deine Bedürfnisse zu erfüllen? Gibt es nicht auch unterschiedliche Möglichkeiten dazu? Kann man das nicht auch selbst schaffen? Es geht darum, gemeinsam einen Weg zu finden, wie alle Beteiligten glücklich werden können, also eine „win-win-Situation“ zu erzeugen.

Wir wollen den anderen somit unter anderem über die Äußerung des Bedürfnisses erreichen, damit er weiß, was in uns vorgeht. So haben wir eher die Chance, den Konflikt aufzulösen und uns auf eine Lösung zu einigen.

Mehr über den Unterschied Bedürfnis und Bedürfniserfüllung durch Strategien findest Du im nächsten Artikel.

 

Linkliste:

gewaltfreie Kommunikation

Bedürfnis

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