Weibliche und männliche Energie in Beziehungen: Warum viele Frauen unbewusst die Anziehung zerstören

Coaching für Frauen

Ein Gastartikel von Caroline Höchtl

Du bist erfolgreich im Beruf, kannst Verantwortung tragen und Dinge regeln. Menschen verlassen sich auf dich und du bist es gewohnt, die Führung zu übernehmen. Genau diese Eigenschaften haben dich beruflich weit gebracht.

In Beziehungen können sie jedoch genau das Gegenteil bewirken.

Viele erfolgreiche Frauen machen in ihrem Liebesleben immer wieder dieselben Erfahrungen: Sie ziehen Männer an, die sich nicht binden wollen oder nach einigen Dates das Interesse verlieren. Oder sie sind in einer Beziehung, in der sie sich allein gelassen fühlen, der Mann sich zurückzieht und es ständig Konflikte gibt.

Oft denken sie, das Problem liegt darin, dass es keine „guten Männer“ mehr gibt. Aus meiner Erfahrung als Beziehungscoach stimmt das jedoch nur selten. Die eigentliche Ursache liegt oft in der Dynamik zwischen Mann und Frau – dass keine Polarität zwischen weiblicher und männlicher Energie in der Partnerschaft herrscht.

In diesem Artikel erfährst du:

  • was männliche und weibliche Energie in einer Beziehung überhaupt ist
  • warum Polarität eine entscheidende Rolle für die Anziehung und generell in der Partnerschaft spielt
  • und wie du eine Dynamik erschaffen kannst, in der ein Mann sich bemüht und nicht das Interesse verliert.

Was ist männliche und weibliche Energie?

Was ist männliche Energie?

Bei der männlichen Energie geht es darum zu geben und um Taten. Der Mann sollte derjenige sein, der Dinge in die Praxis umsetzt, die Führung in der Beziehung übernimmt, Verantwortung trägt und Entscheidungen trifft.

In einer gesunden Partnerschaft und im Dating bedeutet das, dass die Initiative überwiegend beim Mann liegt. Anstatt passiv zu sein, fragt er aktiv nach einem Date, organisiert gemeinsame Unternehmungen, reserviert im Restaurant und initiiert den nächsten Schritt in der Beziehung.

Außerdem ist der maskuline Part, Unterstützung anzubieten und Probleme zu lösen, wenn du Hilfe brauchst. Und auch in einer langjährigen Beziehung sollte der Mann derjenige sein, der mehr gibt.

Sei es finanziell, Hilfe und Unterstützung, Komplimente, Organisatorisches oder indem er dir Dinge abnimmt und dir in praktischen, alltäglichen Sachen das Leben erleichtert. Fürsorge ist also eine männliche Qualität.

Was ist weibliche Energie?

Die weibliche Energie bildet den Gegenpol zur männlichen Energie. Während die männliche Energie die Gebende ist, besteht die feminine Energie darin, anzunehmen, zu vertrauen und sich dem Moment hinzugeben. Denn nur, wenn jemand bereit ist zu empfangen, kann der andere überhaupt geben.

Nimmt eine Frau Unterstützung, Fürsorge, Einladungen, Geschenke oder Hilfe an, ermöglicht sie es dem Mann, seine männliche Energie zu leben. Weibliche Energie bedeutet aber nicht, passiv zu sein. Sie ist vor allem mit der Gefühlswelt verbunden. Eine Frau in ihrer weiblichen Energie zeigt ihre Freude, Begeisterung und Wertschätzung.

Sie zeigt ihre Verletzlichkeit oder wenn sie etwas berührt und lässt ihren Partner an ihren Emotionen teilhaben. Dadurch entsteht Nähe und emotionale Verbundenheit.

Gefühle bringen Wärme, Lebendigkeit und Tiefe in eine Beziehung, sie sind die Würze einer Partnerschaft. Ohne sie würde eine Beziehung auf einem organisatorischen Level funktionieren, aber sie wäre emotional leer. Letztendlich gehen Menschen keine Beziehung ein, weil sie gemeinsam To-do-Listen abhaken möchten, sondern weil sie sich geliebt, verbunden und lebendig fühlen wollen.

Deshalb ist weder die männliche noch die weibliche Energie besser oder wichtiger als die andere. Beide sind gleichwertig und erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Eine erfüllte Beziehung entsteht dann, wenn beide Energien zusammenwirken: Der Mann ist in der männlichen Energie und die Frau in der weiblichen.

Das Problem in vielen heutigen Beziehungen

In vielen Beziehungen ist die Dynamik jedoch genau umgekehrt. Die Frau ist die treibende Kraft, während der Mann eher passiv bleibt. Sie ist aktiver und übernimmt die Führung in der Beziehung – und nimmt ihm damit seine Rolle weg.

Dadurch herrscht umgekehrte Polarität in der Beziehung: Die Frau befindet sich mehr in der männlichen Energie, während der Mann immer weniger Anlass sieht, selbst die Initiative zu ergreifen und so immer mehr in die weibliche Energie rutscht.

Warum Polarität für Anziehung wichtig ist

Anziehung entsteht nicht dadurch, dass zwei Menschen sich möglichst ähnlich sind. Sondern durch Unterschiedlichkeit, also Polarität.

Wenn eine Frau und ein Mann viele Gemeinsamkeiten haben, aber keine Polarität besteht, gibt es auch keine Anziehung. Dann ist es eher eine freundschaftliche Verbindung als eine Paarbeziehung.

Doch für Liebesbeziehungen ist Anziehung essenziell und die lebt davon, dass es einen männlichen und einen weiblichen Part gibt.

Denn zwischen männlicher und weiblicher Energie entsteht aufgrund ihrer Gegensätze und gegenseitigen Ergänzung die Spannung und sexuelle Anziehung, die Paarbeziehungen ausmacht.

Dagegen eine Partnerschaft ohne Polarität:

  • wird funktional und dreht sich mehr um Organisation als um Verbindung
  • es entstehen leicht Machtkämpfe und endlose Diskussionen, die zu keinem Ergebnis führen
  • das Paar fühlt sich weniger verbunden, dieses: „Das ist meine Frau, die ich liebe, wertschätze und glücklich machen möchte und für die ich mich jeden Tag wieder entscheiden würde.“ ist nicht da
  • durch die fehlende Anziehung nimmt auch Sex und Leidenschaft ab
  • beide leben nebeneinanderher und die Beziehung fühlt sich mehr wie eine Wohn- oder Zweckgemeinschaft an

Auch im Dating macht sich fehlende Polarität bemerkbar. Typische Folgen sind:

  • Männer sehen dich eher als gute Freundin, denn als potenzielle Partnerin
  • Sie daten dich eine Zeit lang, entscheiden sich am Ende aber für eine andere Frau
  • Du fühlst dich unsicher, weil du nie weißt, wo du stehst bei ihm, sein Commitment und eine klare Richtung sind nicht spürbar, so dass du viel zweifelst
  • Männer wollen sich nicht committen
  • Und es ist häufig der Grund, warum sich keine Gefühle entwickeln und Männer nach wenigen Dates das Interesse verlieren oder ghosten

Warum viele Männer sich zurückziehen: Die Dynamik hinter Rückzug und Passivität

In meiner Arbeit als Beziehungscoach erlebe ich immer wieder, dass viele Frauen glauben, es verändert sich etwas, wenn sie sich nur noch mehr bemühen. Deshalb investieren sie immer mehr Energie in die Beziehung und im Dating und hoffen, dass der Mann irgendwann nachzieht.

Sie denken:

  • Wenn ich mich mehr anstrenge, wird es besser
  • Wenn ich es ihm nur richtig erkläre, wird er es verstehen
  • Wenn ich noch verständnisvoller und fürsorglicher bin, verändert er sich
  • Wenn ich mehr gebe, wird er irgendwann ebenfalls mehr geben

Diese Gedanken sind verständlich, doch in der Praxis funktioniert es nicht. Denn je mehr eine Frau arbeitet und versucht, die Beziehung zu steuern, desto weniger Raum bleibt für den Mann, selbst aktiv zu werden.

Aus ihrer Sicht versucht sie, die Beziehung zu retten. Aus seiner Sicht fühlt es sich dagegen oft so an, als würde sie ihm ständig sagen, was er falsch macht oder wie er sein soll.

Männer reagieren sehr sensibel auf die Dynamik, die zwischen ihnen und der Partnerin oder einer Frau, die sie daten, herrscht.

Hat ein Mann dauerhaft das Gefühl, kontrolliert oder korrigiert zu werden, verliert er mit der Zeit die Motivation. Vor allem dann, wenn er den Eindruck hat, den Erwartungen seiner Partnerin nicht zu genügen oder nicht mehr der Mann in der Beziehung sein zu können.

Statt mehr Einsatz zu zeigen, wenn er kritisiert wird, reagiert er mit Rückzug, Passivität, Widerstand oder Gleichgültigkeit.

Weibliche Energie zeigt, wer ein Mann wirklich ist – und filtert aus

Viele Frauen haben Angst davor, weniger Einsatz zu zeigen und sich zurückzulehnen. Sie befürchten, dass der Mann dann das Interesse verliert oder sich zurückzieht. Und tatsächlich passiert das manchmal, aber das ist nicht zwangsläufig etwas Schlechtes.

Feminine Energie wirkt wie ein natürlicher Filter. Sie macht sichtbar, welche Männer bereit sind, sich zu bemühen und genug männliche Energie besitzen. Denn diese Männer fühlen sich von einer femininen Frau angezogen.

Die Männer dagegen, die die männliche Rolle nicht übernehmen können oder wollen, fallen weg, ziehen sich zurück oder verlieren das Interesse.

Das mag sich zunächst wie ein Verlust oder eine Ablehnung anfühlen, ist aber langfristig von Vorteil. Denn ein Mann, der verschwindet oder sich beklagt, sobald du aufhörst, die Beziehung zu tragen, wäre langfristig kein Partner gewesen, mit dem du glücklich geworden wärst.

Diese Selektion kann auch in einer Beziehung auftreten, wenn eine Frau an sich arbeitet und mehr in die weibliche Rolle kommt. Entweder heilt die Beziehung dadurch oder sie geht auseinander. Feminine Energie polarisiert. Sie macht sichtbar, welche Männer bereit sind, die Veränderung für eine gesunde Beziehung mitzugehen und welche nicht.

Feminine Energie bedeutet nicht Schwäche, sondern Selbstwert, Grenzen und innere Stärke

Oft entsteht der Eindruck, eine Frau in ihrer weiblichen Energie muss sich zurücknehmen, alles still akzeptieren und darf nichts mehr sagen. Weiblichkeit wird dann mit Schwäche, Unterordnung oder Abhängigkeit gleichgesetzt. Das hat jedoch nichts mit gesunder weiblicher Energie zu tun.

Geheilte Weiblichkeit ist genauso kraftvoll wie Männlichkeit – nur auf eine andere Art. Sie kann liebevoll und weich sein und dennoch sehr klar und konsequent. Eine Frau in ihrer femininen Energie spricht auch unangenehme Dinge an und tritt für sich ein. Sie schluckt ihre Gefühle nicht herunter und vermeidet Konflikte nicht aus Angst vor Ablehnung.

Der Unterschied liegt darin, wie sie kommuniziert. Sie kämpft nicht gegen ihren Partner, sondern spricht aus ihrer eigenen Wahrheit heraus. Und wer mit ihr spricht, spürt, dass sie sich selbst ernst nimmt und nicht klein macht, weil jemandem nicht passen könnte, was sie sagt.

Dadurch fühlt sich ein Mann deutlich seltener angegriffen oder kontrolliert und kann ihre Worte leichter annehmen. Klarheit und Liebe schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Gerade diese Kombination macht weibliche Stärke aus.

Die Grundlage dafür ist ein gesunder Selbstwert. Eine Frau, die in ihrer weiblichen Energie ist,

  • setzt klare Grenzen,
  • spricht Dinge an,
  • nimmt ihre Gefühle ernst,
  • und respektiert sich selbst.

Gleichzeitig muss sie dafür nicht gegen ihren Partner kämpfen oder ihn kontrollieren. Sie versucht nicht, ihn zu verändern oder sich durchzusetzen, sondern bleibt bei sich. Aber sie tritt für sich ein. Ihre innere Stabilität macht eine feminine Frau gleichzeitig weich und dennoch stark.

Was passiert, wenn du als Frau wieder in deine weibliche Energie kommst?

Wenn du wieder mehr in deine weibliche Energie kommst, verändert sich die Dynamik zwischen dir und einem Mann oft ganz von selbst. Denn, indem du aufhörst, die Beziehung anzuschieben und die Verantwortung für alles zu tragen, entsteht Raum für ihn, in seine maskuline Energie zu kommen – wenn er genug männliche Energie hat.

Ein maskuliner Mann möchte geben, Verantwortung übernehmen und sich um die Frau kümmern, die er liebt. Er möchte sie beschützen, für sie sorgen und ihr das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein.

Nicht aus Pflicht oder weil sie ihn dazu drängt, sondern weil es seinem natürlichen Instinkt entspricht, sie glücklich machen zu wollen. Je weniger du versuchst, ihn zu führen, desto mehr Möglichkeiten hat er, aktiv zu werden, zu wachsen und der Mann zu werden, auf den er selbst stolz sein kann. Das bedeutet nicht, dass du nichts mehr tust oder dich aus der Beziehung zurückziehst. Es bedeutet, dass du aufhörst, ihm seine Rolle abzunehmen.

Viele Frauen haben kein Männerproblem – sondern ein Polaritätsproblem

Viele Frauen versuchen ihr ganzes Leben lang, bessere Männer zu finden. Dabei wiederholen sich dieselben Problematiken immer wieder, weil sie nichts über die Dynamik zwischen weiblicher und männlicher Energie wissen. Und dadurch übernehmen sie unbewusst die Rolle, unter der sie leiden.

Wenn du lernst, wieder mehr in deine weibliche Energie zu kommen, veränderst du nicht nur die Männer, die du anziehst, sondern auch die Dynamik zwischen dir und ihm.

Polarität ist nicht der einzige Faktor für eine glückliche Beziehung, auch andere Aspekte spielen eine Rolle. Aber feminine Energie hilft auch hier wieder, sie sichtbar zu machen.

So erkennst du viel früher, wer wirklich für eine erfüllte, gesunde Beziehung geeignet ist. Deshalb geht es bei femininer Energie nicht darum, Männern zu gefallen. Sie hilft dir dabei, die Männer auszusortieren, die dir langfristig ohnehin nicht das geben könnten, was du dir wünschst.

Wenn du dir einen ganzheitlichen Blick auf deine Dating- oder Beziehungssituation wünschst, kannst du bei mir einen Coachingtermin buchen. Auf meiner Webseite kannst du auch einen Test machen, ob du in der weiblichen Energie bist, (für Singles und Frauen in Beziehungen geeignet) oder nicht und einen Polaritätstest für deine Partnerschaft machen.

Über mich

Coaching für Frauen

Ich bin Caroline und habe mich als Beziehungscoach auf Frauen spezialisiert, die sich in ihrem Liebesleben mehr Selbstwirksamkeit und erfüllende Beziehungen wünschen. In meiner Arbeit unterstütze ich Frauen dabei, Bindungswunden zu heilen, ungesunde Beziehungsmuster zu durchbrechen und die Dynamik zwischen weiblicher und männlicher Energie für gesunde und erfüllende Beziehungen zu nutzen.

Mehr über meine Arbeit erfährst du auf www.coaching-fuer-frauen-muenchen.de.

Susanne Lorenz
Susanne Lorenz

Ich habe mich als Kommunikationstrainerin, Buchautorin und Business Coach auf Führungskräfte spezialisiert, nachdem ich im Anschluss an mein Germanistikstudium selbst mehrere Jahre als Managerin Erfahrungen gesammelt habe. Gewaltfreie Kommunikation ist meine Leidenschaft. Meine Vision ist, dass Menschen am Arbeitsplatz mehr miteinander statt übereinander reden und konstruktiv ansprechen, was sie stört.

Mit meinen Coachings und Trainings erhöhe ich die Transparenz und Wertschätzung in Unternehmen. Mein Blog www.wirksam-kommunizieren.de dreht sich um erfolgreiche Kommunikation im Berufsalltag.

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