Kommunikationstraining Berlin Positives Feedback

Feedback – Regeln

 

Feedback ist so wichtig! Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir im Arbeitsleben meist nur negatives Feedback bekommen. Diese Erfahrung habe ich bereits gemacht, als ich neben dem Studium als Aushilfe gejobbt habe.

 

Es war selbstverständlich, dass ich immer länger geblieben bin und ständig flexibel einsetzbar war. Gut, das kann man vielleicht von einer Aushilfe auch erwarten, aber über ein „Dankeschön“ hätte ich mich dennoch gefreut.

 

Einmal war ich so frech und mutig, fragte, was ich dafür bekomme, wenn ich wieder drei Stunden länger bleibe als eigentlich geplant. Die Antwort war „Wieso, Susanne, du wirst doch schließlich dafür bezahlt.“ Sehr nett. Motiviert hat mich das nicht ein bisschen.

 

Versteht mich nicht falsch, am Ende hatte ich ein ganz tolles Arbeitszeugnis, aber während der Arbeit habe ich kein Lob erhalten. Schade eigentlich.

 

Diese Erfahrung machte ich später auch als ich als Vollzeitkraft arbeitete und noch später war ich Susanne Lorenz: Führungskraft. Dadurch, dass ich als Aushilfe angefangen hatte und somit auch „die andere Seite“ (Führende und Geführte) kannte, habe ich mir immer vorgenommen, dass ich nicht so sein werde. Ich habe  meinen Angestellten auch gesagt, wenn mir etwas nicht gefällt, aber auch, wenn mir etwas gefällt. Schließlich motiviert das nicht nur mich. Wir alle (in der Regel) freuen uns über Komplimente und darüber, wenn uns jemand Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringt. Das passiert viel zu selten.

 

Ich meine damit nicht, dass Du Dir jetzt irgendwas aus der Tasche ziehen sollst, mir geht es schon um aufrichtiges Feedback.

 

Aber auch bei positivem Feedback gibt es etwas zu beachten: manche Menschen fühlen sich dabei unwohl, da macht es mehr Sinn, diese Rückmeldung eher unter vier Augen zu geben.

 

Selbst wenn diese Rückmeldung nicht positiv ausfällt, zeigst  Du damit, dass Du Dir dazu die Zeit genommen hast. Nur wenn wir sagen, dass sich etwas ändern sollte, haben wir eine Aussicht auf Erfolg. Gedankenlesen ist uns Menschen leider nicht in die Wiege gelegt worden, doch viele von uns setzen voraus, dass der andere doch wissen müsste, dass sein Verhalten gerade nicht  in Ordnung war.

 

Mache das bitte in Ruhe, zwischen Dir und dem anderen aus, niemals zwischen Tür und Angel und erstrecht nicht vor den Kollegen oder Kunden. Ihr glaubt, was ich da alles erlebt habe. Ich sage nur „fremd schämen…“

 

 

Wie mache ich es nun, wenn mich etwas stört und ich mich entscheide, es anzusprechen?

Achte darauf, dass Du nicht ewig wartest, am besten Du machst es zeitnah. Wenn Du Dich allerdings sehr ärgerst, dann warte lieber einen Tag und schlafe eine Nacht drüber.

Nutze die sogenannte „Sandwichtechnik“, das heißt, positiver Start, negativer Aspekt in der Mitte der Rückmeldung und zum Abschluss noch was Positives.

Beginne also Dein Feedback positiv, damit öffnest Du den anderen für das, was noch kommt. Achte darauf, dass Du danach nicht mit einem „aber“ beginnst, denn damit machst Du das vorher Gesagte nur kaputt.

Beschreibe nun das Verhalten der anderen Person und nicht ihre Eigenschaften (beschreiben und nicht bewerten). Also nicht, „sie sind dumm und einfältig“, eher „ich habe ihnen x jetzt dreimal erklärt und sie haben im letzten Bericht 10 Fehler.“

Verwende dabei immer konkrete Beispiele, damit der andere auch weiß, um was es genau geht, also eher „letzten Mittwoch“ statt  „in letzter Zeit“. Formuliere also Ich- Botschaften statt Du-Botschaften, spreche auch nicht von „wir“ oder „man“, sondern von „ich“, schließlich geht es hier um Deine Beobachtung.

Lass auch die Meinungen anderer außen vor. „Die Kollegen sehen das auch so“  gehört nicht in ein Feedbackgespräch.

 

 

Feedback empfangen

Feedback kann man ja nicht nur geben, sondern auch empfangen, denn dazu gehören ja immer zwei. Wenn Du Feedback erhältst, höre  erst einmal zu, was der andere sagt.

Nur wenn nötig, also wenn Du etwas gar nicht verstanden hast, frag nach.

Es geht hier nicht darum, dass Du Dich rechtfertigst.  Sehe  es als Chance, etwas über Dein Gegenüber und seine Meinung und auch über Dich selbst zu lernen.

Werte somit die Rückmeldung positiv, im Sinne von „was habe ich über mich gelernt“? „wie sieht der andere mich?“.  Verstehe also das Feedback als Idee oder auch Anregung für Deine persönliche Weiterbildung, damit Du Deinen blinden Fleck (Dinge, die andere bei mir merken, Du aber nicht) verkleinern kannst.

 

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Kommunikationstraining und warum ich meine Arbeit liebe am 25. November 2016 um 16:24

    […] ist mir das Feedback meiner Teilnehmer wichtig. Klar, mein Herz freut sich und ich kann mir ein Lächeln nicht […]

  2. Veröffentlich von Mitarbeitergespräche meistern - wirksam-kommunizieren.de am 25. November 2016 um 16:50

    […] zu erarbeiten. So können die Themen variieren, normalerweise bekommt der Angestellte ein Feedback zu mehreren Punkten, die sich auf das Verhalten, die Leistung und das Potenzial […]

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