Konflikte auflösen fällt den meisten Menschen schwer. Doch Konflikte gehören zum Berufsalltag dazu. Oft kommt es zu Störungen und Spannungen mit Kollegen, Angestellten oder auch Kunden. Das kann viel Zeit und Energie rauben, wenn man sie nicht gezielt angeht. Gehörst du zu denjenigen, die solchen Gesprächen aus dem Weg gehen?

Warum du deine Konflikte nicht auflöst

 

  1. Kleinigkeiten: „Ach, das war ja gar nicht so schlimm.“

Wenn du das denkst, wirst du das Gespräch nicht führen und deinen Konflikt nicht auflösen. War es wirklich nicht so schlimm, ist das ja auch in Ordnung. Doch meistens denken wir eben doch öfter an die Situation und fragen uns, warum der andere sich so benommen hat. Wenn du das nicht ansprichst und da noch weitere Kleinigkeiten dazu kommen, summiert sich das.

Irgendwann gelangst du an den Punkt, dass das Fass überläuft. Du explodierst und wirst laut und die anderen in deinem Umfeld fragen sich, was bei dir los ist. Um das zu umgehen, ist es sinnvoll, Dinge, die dich stören auch direkt anzusprechen. Lieber anfangs über kleinere Angelegenheiten reden und sie gleich auflösen, als dass es zu etwas Großem wird.

 

  1. Du denkst, der andere wird nicht mit dir reden

Oft unterstellen wir dem anderen, dass er nicht mit uns darüber reden will. Wenn du das glaubst, wirst du auch kein Gespräch führen. Du hast dich selbst im Vorfeld bereits so blockiert, dass du diese Chance nicht nutzen wirst. Doch woher weißt du, dass der andere dir ein Gespräch verweigern wird? Kannst du das ganz sicher wissen? Nachfragen tut nicht weh. Wenn der andere wirklich nicht will, wird er es sagen. Vielleicht nicht ganz offen und direkt, doch du wirst merken, wie offen er für den Austausch ist.

 

  1. Du weißt, wie der andere reagieren wird

Es kann auch sein, dass du das Konfliktgespräch nicht suchst, weil du denkst, du weißt schon, wie der andere auf dich und deine Aussagen reagieren wird. Du bist der Meinung, du kennst ihn so gut, dass du das einfach mit Bestimmtheit sagen kannst. Schließlich arbeitest du mit dieser Person schon so lange und hast ihn schon so oft in Konversationen erlebt, dass ganz klar ist, wo das hingehen wird. Doch woher kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wirklich so sein wird?

Wenn du es nicht ausprobierst und dem anderen eine Chance gibst, wirst du es nicht erfahren. Du wirst dich weiterhin ärgern und nichts dagegen tun, dass sich das ändert. Zusätzlich begegnest du dem anderen nicht offen, denn die Schublade in deinem Kopf blockiert dich. Gib euch eine Chance, den Konflikt aufzulösen. Dann könnt ihr euch auch wieder in die Augen schauen und die Arbeit macht wieder mehr Spaß.

 

  1. Du willst mit so einem Menschen nicht auch noch reden müssen

Der Kollege/Mitarbeiter hat ein Verhalten an den Tag gelegt, das für dich unmöglich ist. So etwas wäre dir nie in den Sinn gekommen. Das war einfach nur unangemessen, vielleicht sogar schrecklich. Der hat sich komplett gegen dein Wertesystem verhalten. Das geht nun wirklich nicht! Mit dem wirst du kein Wort wechseln. Vielleicht willst du ihn sogar bestrafen, indem du die Person einfach ignorierst.

Klar, das kannst du machen. Die Frage ist nur, wen du damit bestrafst. Schließlich kostet es dich immer wieder Energie, denn du ärgerst dich ja trotzdem. Immer wenn du diesen Menschen siehst, zuckst du innerlich zusammen und hast fiese Gedanken. Versuche, dich in den anderen zu versetzen, damit du mal seine Perspektive einnimmst. So wirst du offener für seine Hintergründe.

 

  1. Du kannst dich nicht in den anderen versetzen

Eigentlich kannst du dir schon vorstellen, ein klärendes Gespräch zu suchen. Du denkst dir auch, dass es helfen könnte. Doch dich in den anderen hineinzuversetzen ist absurd. Dieses Verhalten kannst du dir definitiv nicht erklären. Nehmen wir mal ein Beispiel. Du hast mit einem Mitarbeiter über eine Idee gesprochen, die du gern der Geschäftsführung vortragen möchtest. In diese Idee hast du viel Zeit und Energie gesteckt. Damit möchtest du dazu beitragen, den Erfolg des Unternehmens weiter voranzubringen. Es dreht sich um eine neue Idee zum Recruiting. Dieser Mitarbeiter, nennen wir ihn Thomas, ist jemand, dem du sehr vertraust. Doch er ist nun selbst mit der Idee zur Geschäftsführung gegangen und gab sie als seine aus. Uff, das ist schon hart.

 

Konflikte auflösen: Tipps zur Fremdeinfühlung

Was kann dir nun helfen, dass du doch das Gespräch in Angriff nimmst und deine Konflikte auflösen kannst, indem du dich vorher in den anderen einfühlst? Dieser Aspekt ist besonders wichtig, denn er öffnet dich für dein Gegenüber und macht den Austausch leichter. Sich in den anderen zu versetzen ist ein Tipp aus der gewaltfreien Kommunikation, die ich sehr schätze und mit der ich schon erfolgreich viele Konflikte ansprach und lösen konnte.

 

  1. Sehe die Person wie ein Kind

Wenn Kinder etwas „anstellen“, unterstellen wir ihnen selten eine böse Absicht. Sie werden meist als unschuldig angesehen und so können wir viel offener und wertschätzender reden als wir es mit Erwachsenen tun.

 

  1. Geschichte einer anderen Person

Stelle dir vor, jemand erzählt dir deine Geschichte. Also berichtet beispielsweise deine beste Freundin von diesem Erlebnis, das nicht dir passiert ist, sondern eben dieser Freundin. So bist du weniger emotional involviert. Du wirst das Ganze nun nicht als komplett neutral betrachten, kannst aber eher Zugang zu der anderen Person, in diesem Fall Thomas, finden.  

 

  1. Wie ein Film

Was ebenfalls hilft ist, wenn du dir vorstellst, du siehst die ganze Geschichte auf einer Leinwand. Stell dir also deine Geschichte wie einen Film vor, den du im Kino siehst. Du sitzt in der fünften Reihe und schaust auf das, was da abläuft. Wie wirkt das auf dich? Was würdest du den Beteiligten raten? Was glaubst du, hat beide Personen bewogen, so zu handeln? Auch dadurch bist du distanzierter von der Situation und kannst anders reflektieren.

 

  1. Finde Positives

Wenn du dich auf die negativen Aspekte der anderen Person fokussierst, fällt es dir schwer, eine zugewandte Einstellung aufzubringen und auch das Gespräch so zu führen. Deswegen macht es die Vorbereitung und Durchführung einfacher, wenn du dich positiv einstimmst.

Wie kannst du das nun machen? Schreibe dir mindestens fünf, idealerweise 10 Aspekte auf, die du an dem anderen gut findest. Das können auch Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel findest du gut, dass dieser Kollege immer pünktlich ist, dich begrüßt und dir auch die Hand dabei gibt oder dich fragt wie es dir geht und wirklich interessiert an deiner Antwort ist. So schaffst du es, dich positiv auf den anderen einzustellen, damit du so die Möglichkeit hast, ihm positiv oder zumindest neutral zu begegnen.

 

Schlusswort

Es gibt verschiedene Gründe, warum du einen Konflikt nicht auflösen willst. Finde für dich heraus, welche bei dir zutreffen und arbeite bewusst daran. So hast du die Möglichkeit Stück für Stück das anzusprechen, was dich stört und so dein (Arbeits-) Leben aufzuräumen. Dadurch bist du entspannter und hast mehr Energie.

Alles Liebe

Deine Susanne

 

Linkliste:

Gewaltfreie Kommunikation-was ist das

Sich in den anderen versetzen

 

Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören:

 

Hier kannst du dir mein Video zum Perspektivwechsel ansehen:

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