Bist du auch ständig dabei, dich selbst zu kritisieren? Würdest du das gern ändern? Erfahre hier mehr darüber, wie du weniger selbstkritisch bist. 

Selbstkritik und ihr Ausmaß

Wenn du dich häufig selbst kritisierst, kann es daran liegen, dass du einen sehr aktiven inneren Kritiker hast. Diese innere Instanz startet, wenn wir ein bis zwei Jahre alt sind, also noch sehr jung.

 

Ursprung innerer Kritiker

Der innere Kritiker begleitet uns. In der Kindheit sollte er uns schützen vor Kritik anderer. Er hatte somit eine Schutzfunktion als wir noch klein waren. Diese brauchen wir jedoch als Erwachsene nicht mehr, denn nun können wir uns ja auch selbst schützen und verteidigen gegen Kritik von außen.

Den inneren Kritiker hat jeder, doch er ist nicht bei jedem gleich stark ausgeprägt. Bei manchen geht es auch in die andere Richtung. Was meine ich damit? Er ist sehr gering ausgeprägt und Menschen, bei denen das der Fall ist, überschätzen sich und ihre Leistung oft.

 

Starke Selbstkritik- hohe Ansprüche

Doch darum geht es mir jetzt nicht. Mir geht es jetzt um dich, wenn du davon betroffen bist. Das heißt, du hast Leidensdruck, weil dich diese Stimme ständig nervt. Bei allem und jedem kleinen Kram kommt diese Stimme, die sagt:

 

„Das kannst du besser, warum hast du dich da nicht mehr angestrengt?“

 

„Ist das dein Ernst, sind das wirklich 100 % für dich?“

 

oder auch

 

„100%? Da geht doch noch mehr!?“

 

 

Der innere Kritiker: Auswirkungen

Dieser kleine Mistkerl ist ein Perfektionist, ein Antreiber, der immer alles besser weiß und sich auch in allem wunderbar auskennt. Das Dumme ist auch, dass, wenn er stark ausgeprägt ist, er auch die Kritik anderer Leute anzieht. Das heißt, er kritisiert dich und andere tun das noch zusätzlich, setzen also noch etwas drauf.

Wenn du dagegen nichts tust, dann kann er dir das Leben wirklich schwer machen. Weil du für alles ewig brauchst und trotzdem mit dem Ergebnis nie zufrieden bist. Du sitzt beispielsweise an deiner Powerpoint Präsentation 10 Stunden, wo andere vielleicht drei Stunden brauchen.

Weil du ständig ein noch besseres Design suchst und glaubst, immer wieder nach Fehlern suchen zu müssen. Weil du alles doppelt und dreifach checkst. Weil du es auch nicht ertragen kannst, wenn irgendwo ein „Fehler“ steckt. Es könnte ja sein, dass auf einer der Folien eine andere Schriftgröße ist als auf den anderen…

 

Umgang mit Lob

Komplimente und Lob von anderen kannst du nicht genießen oder gar annehmen, denn du denkst, die anderen haben ja eh nicht deine Ansprüche und zählen also nicht. Die Komplimente von denen sind nichts wert. Doch das Anstrengende ist ja, dass der Druck immer da ist und dass du viel Zeit und Energie in Aufgaben steckst, die du auch schneller erledigen könntest.

Es kann jedoch auch sein, dass es dazu führt, dass du gar nicht mehr einschätzen kannst, wann es wichtig wäre, 100 % zu geben und wann 80% ausreichen.

 

Böser innerer Kritiker?

Es geht mir nicht darum, zu sagen, dass der innere Kritiker an sich schlecht ist. Nein, natürlich ist es gut, wenn er dich in den richtigen Momenten innehalten lässt und du nochmal deine Leistung überprüfst. Doch das sollte nur dann sein, wenn es auch wirklich wichtig ist. Und nicht immer und ständig.

 

Kontrolle über den inneren Kritiker

Wie wäre es für dich, wenn du die Kontrolle zurück bekommen könntest? Über diesen kleinen Quälgeist? Gut? Kannst du dir vorstellen, wie viel entspannter dein Leben wäre? Wie viel mehr Zeit du hättest? Wie du entspannter mit Kritik umgehen könntest? Dann lies ruhig weiter.

Also:

1. Gestehe es dir bewusst ein. Mach dir bewusst, dass der innere Kritiker bei dir stark ausgeprägt ist und dass dich das nervt.

2. Visualisiere ihn. Das kann ein kleines Teufelchen sein, so wie bei mir. Das kann aber auch etwas Abstraktes sein. Jedenfalls ist es hilfreich, wenn du dir ein passendes Bild vorstellst. Ist es eine Figur, kannst du ihm/ihr auch einen Namen geben.

3. Übernehme die Kontrolle. Wenn du weißt, dass du ihn brauchst, rufe ihn dir bewusst an deine Seite. „Hey, schau mal rüber, ob meine Präsentation informativ genug ist (oder ähnliches).“

Wenn du merkst, dass er kommt und du ihn nicht brauchst, er dich also wieder nerven würde, schicke ihn bewusst weg. „Danke, ich weiß, du willst mir nur helfen und mich schützen. Doch ich bin kein kleines Kind mehr und kann mich selbst schützen. Negatives Feedback  ist vielleicht nicht das Schönste, doch ich kann damit umgehen. Letztlich lässt es mich auch besser werden und wachsen. Ich hole dich, wenn ich dich brauch.“

Probiere es einfach mal aus. Ich freue mich auf dein Feedback.

 

Alles Liebe

deine Susanne

 

Linkliste: 

Blockierende Überzeugungen auflösen

Blockierende Überzeugen auflösen Part II

 

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