Kommunikation ist nicht immer leicht. Damit sie weniger komplex ist, verwenden wir diverse Techniken, auch wenn wir dies meist nicht bewusst tun. Es gibt bestimmte Filter, die wir setzen. Oft gehen wir mit einem gewissen Vorannahmemanagement ins Gespräch. Das klappt, wenn unsere Vorannahme zutrifft, kann aber zu Kommunikationstörungen führen, wenn das nicht der Fall ist.

Generalisierungen als Verallgemeinerung von Erfahrungen

Menschen neigen dazu, Erfahrungen zu generalisieren. Das machen wir, weil wir uns zum Beispiel vor erneuten negativen Erfahrungen schützen wollen. Oder auch, um Positives wieder zu erleben.

Bei mir ist es beispielsweise so, wenn es um die S-Bahn geht. Oft genug habe ich es erlebt, dass sie zu spät kommt oder ausfällt. Um mich davor zu schützen, nutze ich sie nur, wenn es gar nicht anders geht. Ich bin mir dieser Generalisierung bewusst, doch das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich als Trainerin und Coach viel mit dem Thema Kommunikation beschäftige.
Sicherlich habe ich noch viele andere Generalisierungen, die mich nicht einschränken und über die ich mir keine Gedanken mache.

Bemerkst du solche Generalisierungen bei deinem Gegenüber, hast du die Möglichkeit, über gezieltes Fragen herauszubekommen, auf welchen Erfahrungen dies fußt. („Wie kommst du dazu/darauf?“, „War das wirklich immer der Fall?“, „Wie oft war das?“)

So hatte ich einmal eine Trainerin in einem meiner Kurse, die der Meinung war, dass keiner ihrer Jobcenterkunden irgendetwas aus dem Coaching umsetzt. Keiner? Naja, über verschiedene Fragen kamen wir dann zu dem Ergebnis, dass es vielleicht ein Drittel ist. Schon besser, denn wahrscheinlicher, dass dies der Wahrheit entspricht.

Generalisieren erkennst du also durch Verallgemeinerungen wie „alle“, „keiner“, „jeder“, „niemand“ und ähnliches.

 

Kommunikationsstörungen: Tilgung- Weglassen, was man als bekannt voraussetzt

Um die Kommunikation weniger umfangreich zu gestalten, lassen wir auch oft Dinge weg, wenn wir diese als bereits bekannt voraussetzen. Damit wir nicht zu jedem Wort alle Details geben und so unsere Sätze nicht ewig lang werden lassen müssen.
Das gelingt nicht immer, denn manchmal nehmen wir dies an, doch der andere weiß nicht genau, was wir meinen. Durchaus kann es so zu einer Beziehungsstörung kommen.

Wenn ich mich beispielsweise mit meinen Trainerkollegen über Flipcharts unterhalte, muss ich nicht erklären, was das ist. Anderen müsste ich erzählen, dass es eine Art großes kariertes Blatt mit Aufhängung darstellt, auf dem ich zeichnen und schreiben kann.

Oder auch in einem Team, wenn man dort über bestimmte Leute spricht, die vielleicht schon Spitznamen haben, muss man nicht mehr erklären, wen man meint. Das kann schief gehen, wenn nun neue Mitarbeiter dazu kommen. Oder auch in Partnerschaften. Da kann die Frage, „wollen wir ins Kino gehen?“ schneller beantwortet werden, wenn man bisher immer in ein und dasselbe Kino gegangen ist. Geklärt wird dann nur noch der Film und die Zeit. Ändert sich der Partner jedoch, müssen viele Dinge wieder neu geklärt werden.

Wenn du also bestimmte Informationen nicht hast und du diese dringend zum Verständnis brauchst, frage definitiv. Manche wollen nicht als dumm wahrgenommen werden. Doch oft ist aufwändiger, wenn man nicht gleich nachfragt und am Ende doch mehr Arbeit hat.

 

Kommunikationsstörungen: Verzerrung- Informationen bekommen eine emotionale Bedeutung

Durch Verzerrungen kommunizieren wir unsere Gefühlswelt, also welche Bedeutung etwas für uns hat. Dieses Verzerren kann positiv oder negativ sein.
Diese emotionale Bedeutung ist kein genereller Bestandteil des Wortes, kann also bei jedem sehr individuell sein. So kann es auch hier zu Kommunikationsstörungen kommen, da der eine dieses Wort positiv besetzt hat und der andere eher negativ.

Auch hier ist es wichtig bei der entsprechenden Relevanz, durch gezieltes Fragen herauszubekommen, was genau zu dieser Bedeutung geführt hat.

 

Fazit

Es geht also nicht darum, diese Techniken nicht anzuwenden. Schließlich haben sie auch die Funktion, es uns zu ermöglichen, die auf uns einströmende Informationsflut leichter zu handeln. Eher war es mir ein Anliegen, dich dafür zu sensibilisieren, dass dadurch Kommunikationsstörungen entstehen können. So hast Du die Möglichkeit, in Gesprächen darauf zu achten, aber auch bei dir selbst zu schauen, warum bei dir manche Dinge beispielsweise immer negativ besetzt sind.

Alles Liebe

deine Susanne

 

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