Susanne Lorenz l├Ąchelnd

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Ist dir bewusst, womit du alles dein Gegen├╝ber sprachlich stresst? Schlie├člich kommunizieren wir den ganzen Tag! Sei es nun mit Kollegen, Kunden, Lieferanten oder der Chefin. Dabei kommt es immer wieder zu Spannungen und Konflikten am Arbeitsplatz. Ein wichtiger Faktor bei der Konfliktentstehung ist unsere Sprache und wie wir sie nutzen.

Firmenaufsteller stressfrei kommunizieren mit Susanne Lorenz

Stressfrei denken und kommunizieren

Damit du Konflikten vorbeugen und dein Leben "entstressen" kannst, erkl├Ąre ich dir in diesem Artikel, welche sprachlichen Elemente und Einstellungen die stressende und stressfreie Kommunikation ausmachen.
Damit beziehe ich mich auf die gewaltvolle und gewaltfreie Kommunikation (Abk├╝rzung GFK), die durch die oben genannten Begriffe aus meiner Sicht nochmal verst├Ąndlicher werden.

Stressende Kommunikation

Heutzutage reagieren wir in Stress-Situationen immer noch wie damals als Neandertaler: Bei Anblick eines S├Ąbelzahntigers oder eines anderen bewaffneten Neandertalers, reagierten wir mit Kampf oder Flucht. Dazu ben├Âtigten wir eine Muskelspannung, die, vereinfacht gesagt, ihre Energie daher bekommt, dass aus anderen K├Ârperregionen Energie abgezapft wird. Das ist unter anderem unser Denkverm├Âgen: bei Stress k├Ânnen wir nicht klar denken! Heutzutage reagieren wir im Stress immer noch so.

Das hei├čt, bezogen auf den heutigen Kontext: Vorw├╝rfe und ├Ąhnliches bringen uns in eine Stresssituation, die dazu f├╝hrt, dass wir mit Kampf oder Flucht reagieren, nur eben auf sprachlicher Ebene. So k├Ânnen wir nicht richtig denken und mit dem anderen nicht konstruktiv kommunizieren.

Oft bei├čen wir sprachlich zu und verletzen den anderen damit. Das passiert in den meisten F├Ąllen unbewusst, beispielsweise, weil wir selbst gestresst sind und nicht merken, dass wir gerade verbal angreifen. Stressfreie Kommunikation ist hier zun├Ąchst schwierig.

Was stresst und verletzt uns in der Kommunikation?

Hier kommen ein Paar Beispiele, auch wenn dabei kein Anspruch auf Vollst├Ąndigkeit besteht. Dabei habe ich die naheliegendsten Dinge nicht aufgef├╝hrt, wie Beleidigungen, Vorw├╝rfe oder auch Kraftausdr├╝cke.

Bagatellisieren:  Ach, das ist ja gar nicht so schlimm!

Bemitleiden: Du Arme, das ist ja wirklich schrecklich!

Bewertungen, Urteile: Du bist v├Âllig unf├Ąhig!

 

Nie wieder stressend kommunizieren?

Bei den ersten Kursen, die ich selbst als Teilnehmer besuchte, dachte ich, die gewaltfreie stressfreie Kommunikation hat das Ziel, dass wir nie wieder gewaltvoll, also stressend, kommunizieren. Das hat mich unheimlich unter Druck gesetzt und ich war recht angespannt.

Doch so ist es gar nicht gemeint. Du sensibilisierst dich vielmehr daf├╝r, was du mit deiner Sprache beim anderen ausl├Âsen kannst.
Selbst Marshall Rosenberg, der Entwickler der GFK, verhielt sich nicht immer stressfrei. In seinen B├╝chern beschreibt er, dass es in seinem Leben durchaus Situationen gab, in denen er dazu nicht in der Lage war.

Wichtig ist zu erkennen, dass beides seine Berechtigung hat, das gewaltvolle und das gewaltfreie Kommunizieren. Generell und auch am Arbeitsplatz. Auch als F├╝hrungskraft sind wir davor nicht gefeit.

Mit der GFK werden uns die beiden M├Âglichkeiten aufgezeigt. So erhalten wir die Chance, ggf. im Nachhinein, unser stressendes Verhalten beispielsweise unseren Mitarbeitern oder Kollegen zu erkl├Ąren, uns selbst und dem anderen.

Stressfreie Kommunikation als Chance

Die gewaltfreie, stressfreie Kommunikation hilft uns, uns f├╝r unsere Sprachgewalt zu sensibilisieren. Suchen wir ein konstruktives Gespr├Ąch mit unseren Mitarbeitern und wollen wir gemeinsam eine L├Âsung finden, ist es wichtig, den anderen nicht (verbal) zu stressen. Diese Erkenntnis ist eine wichtige Grundlage, um Konfliktpotential zu verstehen und Konflikte aufzul├Âsen.

In der GFK geht es darum, dass wir ├╝ber Gef├╝hle und Bed├╝rfnisse sprechen und versuchen, so in Kontakt mit uns selbst und mit unserem Gegen├╝ber zu kommen. Dabei ist dies nicht als Zwang zu verstehen. Du kannst im Mitarbeitergespr├Ąch ├╝ber deine Gef├╝hle und Bed├╝rfnisse sprechen, wenn du dich dabei wohl f├╝hlst. Du musst es aber nicht.

Um sich sprachlich auszudr├╝cken, k├Ânnen wir die vier Schritte Beobachtung, Gef├╝hl, Bed├╝rfnis und Bitte w├Ąhlen, auf die ich bereits in vielen Artikeln eingegangen bin.

Doch auch das ist nur eine Empfehlung. Wichtiger ist vielmehr, dass du dir im Vorfeld ├╝ber deine Situation Gedanken machst und ├╝ber die vier Schritte. Ob du sie dann im Gespr├Ąch mit deinen Mitarbeitenden anwendest, entscheidest du je nach Situation.

 

Haltung der stressfreien Kommunikation

Die vier Schritte sind eine Empfehlung f├╝r die Struktur im Gespr├Ąch, um wertsch├Ątzend und empathisch zu kommunizieren. Leichter wird das durch die entsprechende Haltung, die die stressfreie Kommunikation ausmacht.

Bed├╝rfnis-orientierte Weltsicht

Die stressfreie Kommunikation zeichnet sich durch eine bed├╝rfnis-orientierte Weltsicht aus. Wenn du gewaltfrei denkst, glaubst du an die Menschen und ihre Absicht, sich ihr Bed├╝rfnis zu erf├╝llen.

Du unterstellst nicht, dass der Gespr├Ąchspartner absichtlich aggressiv ist, weil er dich verletzen will. Du denkst nicht, dass er zu dumm oder zu faul ist und dich nur ├Ąrgern m├Âchte, wie es die Haltung in der gewaltvollen, stressenden Kommunikation ist.

Vielmehr gehst du davon aus, dass jeder alles, was er tut, mit einer positiven Absicht macht: sich sein Bed├╝rfnis zu erf├╝llen. Auch wenn diese positive Absicht nur in Bezug auf ihn selbst ist.

Wertfrei

In der stressfreien Kommunikation denken und kommunizieren wir wertfrei, soweit es eben geht. Es geht darum, eher zu beschreiben als zu verurteilen.

Wir sagen dem anderen nicht, dass er etwas ÔÇ×falschÔÇť gemacht hat. Sag konkret, was anders gemacht wurde als es sein sollte. Wurden beispielsweise Briefe, die verschickt werden sollten, abgeheftet, Mahnungen im Ordner Rechnungen einsortiert oder ├Ąhnliches, macht es mehr Sinn, dies genau zu benennen.

Keine Schuldsuche

Wenn du die Haltung der stressfreien Kommunikation verinnerlicht hast, suchst du nicht nach Schuld bei dir oder beim anderen, sondern du konzentrierst dich bei Spannungen und Konflikten auf eine gemeinsame L├Âsung.

Das Verhalten der anderen Person, die etwas anders gemacht hat als von dir erwartet, wird anhand der vier Schritte analysiert. Du versuchst zu verstehen, was den anderen dazu gebracht hat, sich so zu verhalten, wie er es getan hat. Welches Bed├╝rfnis wollte er sich mit seinem Verhalten erf├╝llen? Gleichzeitig gehst du hier in den empathischen Kontakt zu der anderen Person. Du f├╝hlst dich in diese Person ein und nimmst Abstand von deiner Sicht. Anschlie├čend suchst du im Gespr├Ąch gemeinsam nach einer Strategie, die zu einer Win-win-L├Âsung f├╝hrt.

Empathie

Um dich in den anderen hineinzuversetzen, brauchst du jedoch Empathie, denn ohne Einf├╝hlungsverm├Âgen bist du dazu nicht in der Lage.

Hat dein Mitarbeiter eine Aufgabe nicht p├╝nktlich erledigt, k├Ânntest du dich in ihn hineinversetzen und ├╝berlegen, ob ihm vielleicht Unterst├╝tzung gefehlt hat. Hat er sich nicht getraut zu fragen, obwohl er sich ├╝berfordert gef├╝hlt hat?

Das hat auch etwas damit zu tun, dass du den anderen nicht f├╝r den Schuldigen h├Ąltst und ihn nicht bestrafen willst (stressende, gewaltvolle Haltung). Dadurch bleibst du neugierig f├╝r die Verhaltenshintergr├╝nde deines Gegen├╝bers und offen f├╝r ein Gespr├Ąch.

Eigenverantwortung

Ein weiteres Kennzeichen ist, dass wir bei dieser Haltung verstehen, dass wir selbst f├╝r unsere Gef├╝hle und Bed├╝rfnisse verantwortlich sind. Was bedeutet das konkret?

Die gewaltvolle Haltung bedeutet, zu denken, dass der andere immer daf├╝r verantwortlich ist, dass es uns schlecht geht. Eine typische Formulierung w├Ąre: ÔÇ×Mir geht es schlecht, weil du keine R├╝cksicht auf mich nimmst.ÔÇť

Mit der stressfreien Haltung sieht das anders aus: Wir erkennen, dass andere Menschen nur Ausl├Âser f├╝r unsere Gef├╝hle sind. Verbal klingt das so: ÔÇ×Ich bin traurig, weil mir wichtig ist, dass wir gegenseitig aufeinander R├╝cksicht nehmen.ÔÇť

Ursache daf├╝r, dass wir angenehme oder unangenehme Gef├╝hle haben, sind unsere Bed├╝rfnisse. Diese k├Ânnen wir uns auch selbst erf├╝llen. Mit der gewaltfreien Haltung sind wir weniger abh├Ąngig von dem Verhalten einer bestimmten Person.

 

Fazit

Unsere Kommunikation ist sehr vielschichtig und es geht nicht nur um die Wortwahl. Unsere Einstellung zu unserem Gegen├╝ber beeinflusst jedoch unsere K├Ârpersprache und unsere Art der Kommunikation.

Schaffen wir es stressfrei zu kommunizieren, ist die Wahrscheinlichkeit gr├Â├čer, dass wir konstruktiv ├╝ber Probleme reden k├Ânnen. Eine Garantie daf├╝r gibt es nicht, da auch die Empfindlichkeiten des anderen oft nicht genug bekannt sind.

Die stressfreie Kommunikation anzuwenden braucht etwas ├ťbung, das ist klar. Probiere es einfach aus! Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Wenn du magst, kannst du entweder in einem meiner Trainings ├╝ben oder auch im Rahmen eines Coachings, wenn du lieber einzeln mit mir arbeiten magst. Hier kannst du dir einen unverbindlichen Termin mit mir buchen.

 

Alles Liebe

deine Susanne

 

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