Beim menschlichen Miteinander kommt es immer wieder zu Konflikten. Egal ob nun privat oder beruflich, es ist gut zu wissen, dass nicht jeder gleich reagiert. Manche Menschen können mit Spannungen sehr gut umgehen, für andere sind diese eine große Herausforderung.

Wertschätzend streiten

Wir Menschen ticken unterschiedlich, das ist auch bei Konflikten so. Damit du den verschiedenen Persönlichkeitstypen gerecht wirst, gebe ich dir hier einige Tipps. Hierbei beziehe ich mich auf das Buch von Georg Dauth, das du auch in der Linkliste findest. 

 

Der Dominante will gewinnen ohne Gesichtsverlust!

Der Dominante fokussiert sich in Konfliktsituationen auf den Sieg. Dabei ist er sehr direkt, ggf. auch aggressiv. Fühlt er sich angegriffen, verteidigt er sich. So spricht er Konflikte direkt an, denn sie sollen schnell gelöst werden. Ihnen wird nicht ausgewichen.

 

Konflikte lösen mit dem Dominanten:

Zeige Anerkennung für den Standpunkt des Dominanten durch positive Worte wie „Ich verstehe ihre Argumentation.“ Erkläre anschließend deinen eigenen Standpunkt. Fokussiere dich nicht auf richtig oder falsch, sondern thematisiere die unterschiedlichen Wahrnehmungen.

Lass den Dominanten seinen Lösungsvorschlag erläutern. Kommt es zu Beleidigungen, lass sie von dir abprallen und gehe auf die Sachebene. Stelle offene Fragen wie „Welches Ergebnis erwarten Sie von dem Gespräch?“.

Sollte es zu einer Eskalation kommen, nehme dir eine Auszeit und vertage das Ganze.  Beim Gesprächsende fasse die Ergebnisse zusammen, wer hat welche Verpflichtungen?

 

Der Initiative will Konflikte vermeiden

Ist er selbst beteiligt, spielt er Probleme eher runter. Konflikte sind diesem Typen zuwider. Deswegen kontert er schnell und ist dabei auch sehr emotional. Auch mit verbalem Angriff ist zu rechnen.  Allerdings sind Initiative gute Vermittler, denn ist er selbst nicht involviert, beschwichtigt er gern.

 

Konflikte lösen mit dem Initiativen:

Kommt es zu einer Konfliktsituation mit einem Initiativen, gehe darauf ein, dass dies unbehaglich für den anderen ist: „Ich verstehe, dass die Situation für sie nicht angenehm ist.“
Gib diesem Persönlichkeitstypen Zeit, über Gedanken und Gefühle zu sprechen. Bleibe selbst sachlich in deiner Argumentation.

Wirst du angegriffen, kannst du beispielsweise sagen „Ich verstehe, dass sie aufgeregt sind.“ Gehe anschließend wieder zurück zum Thema. Andere Themen haben Berechtigung, aber nicht jetzt.
Also lass dich nicht auf Ablenkungsmanöver ein. Betone, dass sich der Konflikt um die Sache dreht, nicht um die Person. Zeige deine Wertschätzung: „Ich schätze sie als Person sehr, dennoch bin ich über die Situation verärgert.“

Wenn der Initiative Probleme herunter spielen will, bestehe darauf, dass er konkreten Aktionen zustimmt. Sage am Gesprächsende klar, wer was tut und bis wann. Halte auch bei Meinungsverschiedenheiten an einer positiven Beziehungsebene fest.

 

Der Stetige trachtet nach Harmonie

Da diesem Persönlichkeitstyp Harmonie sehr wichtig ist, geht er Konflikten eher aus dem Weg. Viel wird hingenommen, bevor er aktiv wird. Wenn es nötig wird, kann er auch hart in der Sache sein. Das ist jedoch eine Herausforderung. Auch ein klares Nein fällt ihm schwer. Er passt sich eher an und nimmt mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer als die anderen Persönlichkeitstypen. Kritik nimmt er persönlich. Bei zu viel Stichelei kann es durchaus zu einem Gefühlsausbruch kommen.

 

Konflikte lösen mit dem Stetigen:

Stelle bei einer angespannten Situation mit einem Stetigen klar, dass auch ohne Einigkeit die Beziehung positiv bleibt. Dabei kannst du durchaus sein Unbehagen anerkennen durch „Ich verstehe, dass dieser Konflikt unangenehm für sie ist.“ oder ähnliches. Erläutere zusätzlich, wie diese Diskussion zu mehr Stabilität/Harmonie führen können.

Beschuldige den anderen nicht direkt, sondern bitte ihn, über seine Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Begegne unbequemen Themen dabei mit offenen Fragen. „Was ist aus ihrer Sicht nötig, um das Problem zu lösen?“ oder auch „Wie könnte für sie eine win-win Lösung aussehen?“.
Die möglichen Konsequenzen solltest du sachlich und strukturiert durchsprechen. Bleibe dabei wertschätzend und sage ihm auch, was du an ihm schätzt.

Sprich am Gesprächsende klar über deine Erwartungen und die gewünschten Ergebnisse. Betone dabei die positive Auswirkung auf die Stabilität.

 

Der Gewissenhafte greift zu Rückzug und Angriff

Der Gewissenhafte kann den offenen Konflikt nicht leiden. Auch mit Kritik kann er nur schwer umgehen, denn er hat selbst sehr hohe Ansprüche an sich und seine Qualität. Zunächst zieht er sich eher zurück. Dauern die Streitereien jedoch über einen längeren Zeitraum an, verteidigt sich dieser Persönlichkeitstyp. Dabei überrollt der Gewissenhafte sein Gegenüber mit Zahlen, Daten und Fakten und zeigt seine Tendenz zum Besserwisser. Wird seine Toleranzgrenze durch andere überschritten, kann es durchaus zu einer „Explosion“ kommen.

 

Konflikte lösen mit dem Gewissenhaften:

Lege dein Thema sachlich und ruhig dar und erläutere es mit Beispielen. Erkenne die Verärgerung an durch Sätze wie „Ich kann ihren Standpunkt verstehen.“ Höre zu, was ausgeführt wird. Dabei ist es wichtig, beim aktuellen Thema zu bleiben und nicht auf alte Geschichten einzugehen.

Kommt es zu (persönlichen) Angriffen, nehme diese zur Kenntnis, gehe jedoch nicht darauf ein. Verteidige dich nicht, sondern reagiere sachlich. „Mit welchen Schritten möchten sie das Problem angehen?“ lädt dein Gegenüber zum Denken ein. Gebe ihm hierzu genügend Zeit, sonst fühlt er sich unter Druck gesetzt. Zusätzlich fokussierst du damit anstelle der Kritik die Lösung.

Zum Gesprächsende hin, solltest du die Inhalte zusammenfassen. Was sind die nächsten Schritte? Zeige klar deine Wertschätzung für die Gründlichkeit und das analytische Vorgehen deines Gegenübers. Um das Ganze gründlich durchdenken zu können, gestehe ihm genügend Zeit ein.

Inwiefern das mit dem Modell der gewaltfreien Kommunikation vereinbar ist, erfährst du in meinem Intensiv-Seminar zur gewaltfreien Kommunikation.

Alles Liebe

Deine Susanne

 

Linkliste: 

Persönlichkeitstypen: die einzelnen Typen und wie man sie erkennen kann

Intensiv-Seminar zur gewaltfreien Kommunikation.

nach Dauth, G.: Führen mit dem DISG Persönlichkeitsprofil. Offenbach, 2012.

 

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