Kommunikationstraining Berlin  DISG Persönlichkeitstypen

Kommunikationstraining Berlin: Kann ich mit allen Menschen gleich kommunizieren?

 

Hast Du auch manchmal den Eindruck, dass mit manchen Menschen die Kommunikation nicht richtig in die Gänge kommt? Und bei anderen freust Du Dich, dass Ihr auf Anhieb gut auskommt und das Gespräch richtig gut läuft? Fragst Du Dich, warum das so ist?

Das liegt daran, dass es verschiedene Persönlichkeitstypen gibt. In der Kommunikation ist es elementar, dass Du auf Deinen Gesprächspartner und seine Bedürfnisse eingehst und schaust, wie er so tickt und was ihm wichtig ist in Gesprächen.

Hier gibt es durchaus Unterschiede im Fokus, in der Reaktionsgeschwindigkeit oder auch in der Motivation. Wenn Du dies erkennst, kannst Du Deine Kommunikation darauf abstimmen und kommst besser mit dem anderen in Kontakt. Deine Gespräche werden dadurch effektiver und Du hast weniger Konfliktsituationen.

Manche Personen mögen gern alles im Detail wissen, brauchen einige Zeit, um sich zu entscheiden und konsultieren vorher lieber einige Statistiken und recherchieren gern. Die überfordert man schnell, wenn man eine schnelle Entscheidung von ihnen möchte, ohne dass sie ausreichend informiert sind.

Andere hingegen langweilen sich schnell, wenn sie zu viele Details hören. Sie mögen weniger analysieren und direkt einsteigen mit der Umsetzung. Ziele sollen erreicht werden und Menschen mit ihren momentanen Gefühlszuständen sind weniger relevant.

So kann es passieren, dass bei einem Zusammentreffen dieser beiden Typen Spannungen entstehen. Der eine denkt, „oh man, jetzt komm doch mal zum Punkt“ und der andere wünscht sich noch mehr Informationen und fühlt sich unter Druck gesetzt, wenn er sich jetzt spontan entscheiden soll.

Um mit solchen Unterschieden besser umgehen zu können, hier ein sehr hilfreiches Modell: das DISG-Modell.

 

 

Persönlichkeitstypen nach dem DISG-Modell

Dieses Modell basiert auf den Ergebnissen des Psychologen William Moulton Marston, die ergaben, dass Menschen zwei verschiedene Perspektiven haben:

Manche nehmen ihr Umfeld stärker als sich selbst wahr, andere wiederum empfinden sich selbst als stärker. Zusätzlich gibt es Menschen, die ihr Umfeld als freundlich wahrnehmen und andere, die ihr Umfeld als feindlich ansehen. Dadurch ergeben sich verschiedene wiederkehrende Muster im Verhalten.

Weiterentwickelt wurde diese Idee von dem Psychologen John G. Geier, welcher vier Grundverhaltenstendenzen unterscheidet: Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. So entsteht auch das Akronym DISG (engl. DISC „Dominance“, „Inducement“, „Submission“, „Compliance“).

Zur Selbsterkenntnis gibt es einen Test. Bei diesem entscheidest Du Dich für die Wertung von vier Kriterien. Anhand der Ergebnisse können Deine unterschiedlichen Ausprägungen von Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit abgelesen werden. Meist handelt es sich hierbei um Tendenzen eines Verhaltens in einem bestimmten Kontext (im Arbeitsumfeld oder privat). So kann ein Mensch im Berufskontext sehr dominant und initiativ sein, privat aber eher stetig.

Ein Beispiel:
optimistisch
selbstsicher
genau
harmonisch

Entscheide Dich für einen bestimmten Bereich (im Arbeitsumfeld oder privat) und vergib die Punkte pro Block, je nachdem wie sehr diese Adjektive auf Dich zutreffen. Die Zahlen 1 bis 4 dürfen jeweils nur einmal vergeben werden. Dabei trifft 1 am wenigsten und 4 am meisten zu. Anhand der Ergebnisse kannst Du Deine Ausprägungen von Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit und deren Kombinationen ablesen. Der Test besteht aus mehreren Reihen mit Begriffen zur Gewichtung.

 

 

Die einzelnen Persönlichkeitstypen

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Reinform der vier Typen und nehmen keinen Bezug auf die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten. Quelle ist Friedbert Gays Buch „Das DISG-Persönlichkeits-Profil“.

 

Der Dominante

So möchte sich der Dominante eher distanzieren was das Zwischenmenschliche angeht. Er schützt sich vor zu viel Nähe und erwartet eher Sachlichkeit von seinem Gegenüber.

Die Kontrolle über die Situation ist ihm wichtig. Das Umfeld empfindet er als anstrengend, dementsprechend verhält er sich bestimmt, verschlossen. D nimmt sich als stärker wahr als sein Umfeld.
In der Kommunikation mag er es eher kurz und knapp. „Was?“ ist das, was ihn als Überblicksorientierter interessiert. Es geht also um Zahlen, Daten, Fakten und nicht um Privates. Hilflosigkeit anderer demotiviert ihn.

 

Der Initiative

Der Initiative hat eine hohe Ausprägung der Kontroll- und der Verbundenheitsdimension. Er braucht den Kontakt zum Menschen, um sich wohlzufühlen. Er mag Menschen, die sich emotional öffnen, also auch über Gefühle und Bedürfnisse sprechen. Selbst wird er ebenfalls gern emotional.

I hat gern die Kontrolle über das, was um ihn herum passiert und er nimmt gern Einfluss auf andere Menschen. Das Umfeld empfindet er als angenehm, so reagiert er bestimmt. I überzeugt und beeinflusst gern andere, weil er sich als stärker wahrnimmt.
Über Konflikte spricht er nicht gern, die demotivieren ihn eher.

In der Kommunikation ist er sehr aktiv, spricht viel von sich selbst und freut sich über anregende Gespräche. Er braucht gute Zuhörer, die ihm gern zuhören und spontan und kreativ sind. Weiterhin achtet er auf das „Wer“?. Er möchte wissen, wer die Beteiligten sind, denn der Austausch ist ein bedeutender Aspekt für ihn.

 

Der Stetige

Das Bedürfnis nach Harmonie ist stärker beim Stetigen ausgeprägt, so dass er sich eher an andere Menschen und Gegebenheiten anpasst und nicht den Wunsch nach Kontrolle über die anderen verspürt. Seine Verbundenheitsdimension ist stark ausgeprägt, er kümmert sich gern um seine Mitmenschen und ist auch ein guter Schlichter bei Konflikten.

Auch der Stetige empfindet sein Umfeld als angenehm, er reagiert jedoch eher zurückhaltend. S unterstützt gern und sorgt für geordnete Beziehungen, denn er nimmt sich als schwächer als sein Umfeld wahr.
Neben der Harmonie ist dem Stetigen auch Aufrichtigkeit ein wichtiges Bedürfnis. In Gesprächen geht es viel um das „Wie“, da er konkrete Anweisungen braucht, wie etwas ablaufen soll. Zusätzlich erwartet er gerechte Kritik.

S nimmt sich gern auch Zeit, anderen zuzuhören, damit er sie besser versteht und Harmonie entstehen kann. Kritik wird aus dem Weg gegangen und Nein sagen fällt den Stetigen auch schwer, da er niemanden enttäuschen möchte. Durch den Fokus auf die Harmonie wird oft das Ziel aus den Augen verloren.

 

Der Gewissenhafte

Der Gewissenhafte bleibt lieber für sich selbst, denn er empfindet sein Umfeld als anstrengend und sich selbst als weniger stark. Er reagiert darauf eher zurückhaltend.
G hat die Ruhe und Gelassenheit, sich stundenlang mit einer Sache zu beschäftigen und den Hintergründen nachzuspüren, denn Perfektion bedeutet ihm viel. Wie der Stetige passt er sich eher an als führen zu wollen. Ärger versucht er zu vermeiden.

In Gesprächen stellt er viele Fragen zum „Warum?“, da er die Hintergründe optimal verstehen und keine Fehler machen möchte. Ähnlich wie der Dominante bevorzugt er Sachlichkeit, ist dabei jedoch wesentlich ausführlicher als der Dominante, da er detailorientiert ist.
Aufgrund des Anspruchs an Perfektion, kann er mit Kritik schwer umgehen. Bei Konflikten zieht er sich eher zurück.

 

 

Unterschiedliche Ausprägungen bei den Bestandteilen

Selten ist einer der vier Typen alleinstehend, jeder Mensch trägt eine Kombination von Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit in sich. Nur die Ausprägungen sind unterschiedlich stark. Diese geben jedoch Aufschluss über die Besonderheiten des Menschen in Bezug auf Kommunikation- und Konfliktverhalten, Kontrollwunsch und Wunsch nach Nähe zu anderen Menschen.

Hilfreich sind diese Erkenntnisse für den Umgang mit Menschen, die einem anderen Typen entsprechen und wo sich somit die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts erhöht. Beispielsweise hat der Dominante, der recht schnell in seiner Umsetzung ist, oft nicht die Geduld, sich mit einem Gewissenhaften detailliert über alle Aspekte zu unterhalten.

Hierbei möchte ich nicht raten, die Menschen in Kategorien zu stecken und sie sofort zu identifizieren, um dann schnellstmöglich Tipps und Tricks anzuwenden. Mir geht es darum, für die Unterschiede zu sensibilisieren und das Verständnis für andere zu erleichtern.

Mehr dazu im nächsten Blogartikel. Auf die Zusammenhänge von Kommunikation und Persönlichkeitstypen gehe ich auch in meinem GFK-Intensivseminar ein.

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