Kommunikationstraining Berlin Gewaltfrei kommunizieren

Gewaltfrei kommunizieren

 

GFK steht für gewaltfreie Kommunikation. Du fragst Dich, was ist gewaltvolle Kommunikation? Spricht man da übers Prügeln? Nein, in der GFK sagen wir, dass es nicht nur gewaltvoll ist, wenn man sich beschimpft, sondern auch, wenn man dem anderen Etiketten anklebt (SO bist Du und nicht anders), ihn über Belohnung und Bestrafung zu etwas bringen will, was er selbst nicht mag und einiges andere mehr. Hier nur ein kleiner Einblick in diese Methode, die auch eine Lebenshaltung ist.

Stelle Dir vor, Du hast eine Situation und Du ärgerst Dich richtig über die andere Person. Jetzt kannst Du Deinem Ärger Luft machen und den anderen anschnauzen und ihm erzählen, für wie „blöd“, „ungeschickt“, „unfähig“ oder was auch immer Du ihn hältst. Vielleicht ist genau das jetzt Dein Bedürfnis und die Person ist Dir auch egal, weil Du sie eh nicht mehr oft sehen wirst. Dann mag das jetzt auch okay sein.

 

Aber stelle Dir vor, Du willst den anderen eigentlich nicht verletzen und die Kommunikation zwischen Euch nicht blockieren. Vielleicht nimmst Du dann kurz Abstand von der Situation, holst tief Luft und horchst mal in Dich hinein.

 

Magst Du Dich jetzt direkt mit Deinem Gegenüber darüber unterhalten oder sind Deine Gefühle doch so stark, dass Du eine Nacht darüber schlafen willst? Auch das ist okay, denn wenn Du zu „geladen“ bist, fällt es Dir wahrscheinlich schwer, auf der Sachebene zu bleiben und den anderen nicht direkt anzugreifen. Hast Du Dich dazu entschieden, die Sache jetzt in Angriff zu nehmen, könntest Du es wie folgt in vier Schritten machen:

Gewaltfrei kommunizieren: 1.  Schritt objektive Situationsbeschreibung

Wie könntest Du diese Situation objektiv betrachtet beschreiben? Also ohne Wertung? Also ohne „immer“, „schon wieder“, „wie immer“, „nie“, „alle“,  „keiner“ etc. Beispiel Pünktlichkeit, Du bist verabredet mit einem Kollegen für die Erstellung einer Präsentation, die Zeit ist schon längst um. Um 16h war Euer Termin, nun ist es 16.30 und es ist noch niemand da außer Dir. (Statt der andere ist immer zu spät, nie kommt er pünktlich, bist Du  ihm überhaupt wichtig? …)

 

Gewaltfrei kommunizieren: 2. Schritt Gefühle

Was fühlst Du jetzt gerade? Wie geht es Dir in dieser Situation? Bleiben wir mal bei der Pünktlichkeit…ist es Wut, die in Dir hochkommt, Enttäuschung oder doch nur Irritation? Oft sind wir sauer, weil wir interpretieren, dass wir dem anderen nicht wichtig sind. Der bloße Fakt der Verspätung würde wahrscheinlich nicht zu einem so starken Gefühl führen.

 

Gewaltfrei kommunizieren: 3. Schritt Bedürfnis

Welches Bedürfnis wurde in dieser Situation nicht erfüllt, hat deshalb zu Deinem Gefühl geführt und lässt Dich jetzt schlechte Gefühle haben? Was steckt also dahinter, dass Du Dich so fühlst? Ist Dir Klarheit wichtig und Du willst jetzt nur wissen, dass der andere noch kommt, es ihm gut geht oder warum er zu spät kommt?

 

Gewaltfrei kommunizieren: 4. Schritt Bitte

Nach der Beschreibung der Situation, dem Gefühl der Verwirrung und dem Bedürfnis nach Klarheit könnte Deine Bitte lauten: Sag mir bitte warum?, also ein klärendes Gespräch.

 

Zusammengefasst

Das (wertfreie Situationsbeschreibung-Irritation als Gefühl, Klarheit als Bedürfnis und die Bitte nach einem Gespräch) ist die einfachste Variante in der GFK, in der man nicht zu viel von sich preisgibt, wenn man das nicht will. Über die eigene Irritation zu sprechen fällt den meisten leichter.  Diese Version kann man auch als Mann mit dem Chef so ansprechen.

 

Nicht weil ich Vorurteile hätte und denke, Männer reden nicht über ihre Gefühle. Sondern, weil ich in meinen Kursen immer wieder von Männern höre, dass sie im Business-Kontext nicht über ihre Emotionen sprechen wollen. Besonders nicht, wenn es mit einem anderen Mann, vielleicht noch dem Vorgesetzten, sein wird.

 

Ihr entscheidet stets je nach Situation und Gesprächspartner, was Ihr von Euch erzählen, wie tief Ihr blicken lassen wollt. Ein Bedürfnis nach Klarheit sagt ja auch weniger über Euch aus, als wenn Ihr von Bedürfnissen wie Nähe und Geborgenheit sprecht, die gerade nicht erfüllt sind.
Das war jetzt nur ein kleiner Einblick in die gewaltfreie Kommunikation, da gehört noch so viel mehr dazu, denn Du gehst nach diesen vier Schritten normalerweise nicht direkt ins Gespräch, sondern erst noch in die Fremdeinfühlung. Darüber nächstes Mal mehr…

Bei Interesse besuche doch meine Seminare. Ich freu mich auf Dich!

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