Susanne Lorenz wirksam kommunizieren

Ich habe es geschafft!

Ich habe es geschafft. Was meine ich damit? Freue ich mich über die neuen Aufträge, die für Anfang des Jahres alle schon feststehen? Freue ich mich, dass einer meiner Blogartikel in einem Ebook gelandet ist? Oder freue ich mich darüber, dass ich vor kurzem für einen Artikel interviewt wurde? Ja, definitiv!

Doch darum geht es mir heute gar nicht. Nein, denn ich freue mich sehr darüber, dass ich vor kurzem mit meinem Freund zusammen gezogen bin.

Eine gemeinsame Wohnung-etwas Besonderes!

Im stolzen Alter von fast 38 Jahren habe ich es endlich geschafft, mit einem anderen Mann zusammen zu wohnen. Das tun wir bereits seit Beginn des Jahres, doch jetzt erst so richtig offiziell, mit all den Möbeln, einem gemeinsamen Mietvertrag und allem, was dazu gehört.
Warum ist das für mich so etwas Besonderes? Naja, weil ich immer dachte, dass ich das nie machen werde, weil mir meine Freiheit so wichtig ist. Ich konnte mir früher mit anderen Männern höchstens vorstellen, dass man zwei Wohnungen in einem Haus hat.

Veränderungen durch die gewaltfreie Kommunikation

Doch meine Arbeit als Trainer und Coach hat mich sehr verändert. Durch die gewaltfreie Kommunikation und andere tolle Methoden habe ich mehr zu mir selbst gefunden und kann mit anderen Menschen besser umgehen.

Ich bin nicht mehr so oft genervt und wenn es der Fall ist, kann ich mich schneller wieder beruhigen. Meine Sicht auf die Dinge hat sich verändert und das hat scheinbar auch dazu geführt, dass ich im Umgang mit Menschen, die mir sehr nahe stehen, entspannter umgehen kann.

Umgang mit der Familie

Das merke ich, wenn ich mich mit meiner Schwester unterhalte, die nun mal ganz anders tickt als ich. Auch mit meiner Mutter läuft es viel besser, weil ich akzeptieren kann, dass uns unterschiedliche Bedürfnisse prägen und wir unterschiedliche Strategien wählen, um glücklich zu werden.

Früher war ich da nicht so offen und oft eher verbissen. Zum Teil habe ich den Kontakt vermieden und vor einigen Jahren habe ich sogar mit meiner Familie Weihnachten nicht verbracht.

Nun ist das schon sehr toll, dass sich das verändert hat und ich anders mit meinen Verwandten umgehen kann. Doch meine Familie sehe ich gar nicht so oft, deswegen könnte man sagen, dass das leichter ist.

Umgang mit meinem Liebsten

Meinen Freund sehe ich jeden Tag. Klar, wir arbeiten beide, doch wir sehen uns jeden Abend und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander. Dass ich dazu in der Lage bin und mir das sogar wünsche, ist für mich etwas komplett Neues.

Das heißt natürlich nicht, dass wir uns nicht auch mal streiten oder mal genervt sind. Doch wir sind ehrlich zueinander und reden darüber.

Da mein Partner sogar schon in meinen Seminaren zur gewaltfreien Kommunikation war, macht es das wesentlich leichter. So können wir auch bei uns privat mit dieser Methode arbeiten. Für mich ist es das auch gar nicht, nur als Methode betrachtet ist sie nie so erfolgversprechend, wie wenn Du das wirklich lebst.

Ein privates Beispiel

Ich gebe Dir mal ein privates Beispiel. Ich bin in einem Businessnetzwerk (BNI) und treffe mich dort regelmäßig mit anderen aus meinem Chapter. Das sind überwiegend Männer. Oft finde ich diese nett, interessant oder gar spannend und erzähle auch zu Hause davon.

Zu Beginn hat das meinen Freund sehr gestört. Er war eifersüchtig. Früher hätte mich das total genervt und es hätte vielleicht sogar dazu geführt, dass ich mich getrennt hätte. Das wäre mir einfach zu viel Nähe und Druck gewesen. Doch nun ist es anders.

Ich konnte es verstehen. Mit Hilfe der gewaltfreien Kommunikation bin ich es erst für mich durchgegangen und anschließend für ihn.

Ich für mich:

1. Beobachtung: Momentan haben wir wenig Zeit für einander. Ich hatte in den letzten Wochen mehrere Treffen. Ich erzähle von einem Businesstreffen mit einem Mann aus meinem Chapter. Er hört zu, wird ruhig und sagt nichts mehr. Fragt nur, wann ich mich mit dem nächsten treffe.

2. Gefühl: Ich bin irritiert und auch etwas traurig.

3. Bedürfnis: Ich möchte gerne verstehen, was dahinter steckt (Klarheit).

4. Bitte: Bitte sag mir, was los ist.

Ich für ihn, reine Spekulation:

1. Beobachtung: Momentan hat sie wenig Zeit für uns. Sie hatte in den letzten Wochen mehrere Treffen. Susanne erzählt von einem Businesstreffen mit einem Mann aus ihrem Chapter. Ich höre zu, werde ruhig und sage nichts mehr. Ich frage, wann sie sich mit dem nächsten trifft.

2. Gefühl: überrascht, traurig
3. Bedürfnis: Nähe, Austausch, Wertschätzung, Sicherheit
4. Bitte: Bitte verbringe diese Woche mehr Zeit mit mir. Bitte sage mir, dass zwischen uns alles in Ordnung ist.

Für mich machte das Sinn. Dazu kommt noch, dass ich impulsiv und leicht zu begeistern bin. So rede ich dann auch, das heißt aber nicht, dass ich verliebt bin oder ähnliches. Also suchte ich nach dieser Analyse das Gespräch.
Es stellte sich heraus, dass ich richtig lag. Nachdem wir darüber geredet hatten, ging es uns beiden besser. Er fühlte sich verstanden und freute sich, dass ich mich nicht aufregte. Ich war gerührt über seine Offenheit. Das hat uns eher noch enger zusammen gebracht.

Warum schreibe ich Dir das nun alles?

Naja, jeder von uns hat doch ein Privatleben. Auch als Führungskraft bist Du eine Privatperson. Je mehr Probleme Du zu Hause hast, desto unentspannter bist Du.

Dann kannst Du nicht Dein Bestes geben, weil Du oft abgelenkt bist.

Es ist also für jeden von uns wichtig, auch dafür zu sorgen, dass es uns auch privat gut geht. Schließlich unterstelle ich den Menschen immer, dass sie glücklich sein wollen. Dazu gehört eben auch ein gutes Gleichgewicht zwischen dem, was beruflich und dem, was privat geschieht.

GFK hilft auch privat

Außerdem möchte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass Du alles, was Du bei mir in den Kursen lernst, auch privat anwenden kannst. Egal, ob Du nun mit einer anderen Führungskraft oder Deinem Vorgesetzten im Clinch liegst oder eben mit der Familie- die gewaltfreie Kommunikation kann Dir überall helfen.

Ich wende sie fast täglich an und kann nun von mir behaupten, dass ich zufrieden bin mit meinem Leben. Klar, ich werde immer an mir arbeiten und nach mehr streben. Doch für mich gehört das definitiv zum Leben dazu und macht es eben auch aus.

Ich wünsche Dir einen schönen Advent!

 

Linkliste:

gewaltfreie Kommunikation

Byron Katie

Business Coaching

Basis-Seminar in gewaltfreier Kommunikation

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Umgang mit Ärger durch gewaltfreie Kommunikation am 16. Dezember 2016 um 16:34

    […] Den eigenen Ärger auflösen […]

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