Susanne Lorenz lÀchelnd

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Hast du auch den Eindruck, dass deine Bitten bei deinen Mitarbeitern oft nicht ankommen? Du bekommst zwar ein „ja, okay“, doch es passiert nichts? Denkst du, du musst doch alles allein machen, weil die meisten nicht deinen AuftrĂ€gen folgen?

 

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Wie kannst du gewaltfreie Bitten richtig formulieren?

Das kann sein, weil du deine Bitte ungenau formuliert oder zu viele Weichmacher benutzt hast. Im Folgenden gebe ich dir einige Tipps, wie du deine Bitten so formulierst, dass der andere sie besser versteht und sie auch umsetzt.

Bitten in der gewaltfreien Kommunikation

In der gewaltfreien Kommunikation, ĂŒber die ich bereits einige Artikel schrieb, geht es nicht nur um die GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse der Anwesenden. Die Schritte dieser Methode enden mit der Bitte. Diese kannst du an dich selbst oder an den anderen stellen.

1. Erfolgreich bitten: positiv formulieren

Erstmal achte darauf, dass du positiv formulierst Das ist schon die erste Schwierigkeit, denn die meisten Menschen sind es gewöhnt, besonders im Deutschen, mit Verneinungen und negativen Formulierungen zu arbeiten. „Mach das nicht mehr so“, „ich möchte keine 
 mehr“ usw.

Also achte in den nĂ€chsten Tagen darauf, dass du deine Bitten positiv formulierst. „Komm pĂŒnktlich“ heißt es dann statt „Komm nicht mehr zu spĂ€t“. „Lege die Akten alphabetisch ab“ anstatt „Lege die Akten nicht mehr nach Eingangsdatum ab“.

2. Erfolgreich bitten: konkret werden

Sind deine Bitten nicht konkret, weiß der andere nicht, was er genau machen soll. „Sei hilfsbereit“, „kĂŒmmere dich mehr um die Kunden“, „arbeite besser“ sind einige Beispiele.

Tja, was heißt „Sei hilfsbereit“ jetzt im Einzelfall? Schließlich bedeutet Hilfe nicht fĂŒr jeden das gleiche. Geht es darum, fĂŒr den Kollegen mitzukopieren, beim Bestellen nachzufragen, wer noch etwas braucht oder was jetzt genau?

Und was ist mit „besser arbeiten“? Vielleicht geht es um organisierteres Arbeiten? Dann könnte es heißen: „Erstelle dir jeden Morgen eine To-Do-Liste und zeige sie mir zu Beginn des Tages“ (zum Beispiel in der Einarbeitungszeit). Das wĂ€re ganz konkret.

3. Erfolgreich bitten: Umsetzbarkeit

Die Bitten sollten von deinem GegenĂŒber auch umsetzbar sein, also einerseits realistisch und beeinflussbar.

Schau dabei auch, was deine MaßstĂ€be sind. Wenn du denkst, der andere kann das komplette Aktensystem an einem Tag Ă€ndern, heißt das noch lange nicht, dass das fĂŒr den anderen machbar ist. Das hat auch immer etwas mit den Kompetenzen und FĂ€higkeiten zu tun.

Kann derjenige, der den Auftrag ausfĂŒhren soll, alles was du kannst und auch in der selben Geschwindigkeit?

4. Erfolgreich bitten: zeitnah Ă€ußern und umsetzen

Bei diesem Aspekt geht es um beides, einerseits solltest du deine Bitte zeitnah aussprechen. Warte also nicht zu lange, bis du ansprichst, was dich stört und was du umgesetzt bekommen möchtest.

Andererseits ist es elementar, dass du Bitten stellst, die der andere auch bald umsetzen kann. Deswegen macht es auch Sinn, bei grĂ¶ĂŸeren Projekten die Aufgaben in kleinere HĂ€ppchen aufzuteilen. Damit es eben nicht drei Monate dauert, bis der erste Schritt erledigt ist.

5. Erfolgreich bitten: ohne Weichmacher

Achte darauf, wie du dabei deine Bitte an die Frau oder den Mann bringst. Tendierst du dazu, Weichmacher zu nutzen? Also so etwas wie „vielleicht“, „eventuell“, „möglicherweise“?

Also sag nicht „Könntest du eventuell, wenn du spĂ€ter die Bestellung machst, fĂŒr unsere Abteilung noch einen neuen Kopierer bestellen?“ Formuliere es eher so: „Bitte bestelle fĂŒr uns einen neuen Kopierer mit.“ Das Danke kannst du gern ergĂ€nzen, das macht das Ganze höflicher ;).

Tipps fĂŒr die Umsetzung

1. Suche dir ein leichtes Ziel

Bei wem fÀllt es dir am leichtesten? Mache es dir erst mal so einfach wie möglich, damit du nicht gleich zu Anfang demotiviert bist.

Hast du bisher eher selten Bitten ausgesprochen, dann fĂ€llt es dir nun mal nicht leicht. Da kannst du nicht erwarten, dass das von jetzt auf gleich besser wird. Also mache es StĂŒckchen fĂŒr StĂŒckchen.

Du möchtest mehr Geld von deiner Chefin, doch mit ihr fÀllt es dir besonders schwer? Dann lass es erst mal. Die nette Kollegin, mit der du dich gut verstehst, die dir aber sehr private Dinge erzÀhlt, die du eigentlich nicht wissen möchtest, kann dein Anfang sein.

2. Genieße den Erfolg

Hat es funktioniert? Hat der Kollege dir jetzt auch Kaffee mitgebracht? Kannst du nun auch mal frĂŒher gehen, wie die andere FĂŒhrungskraft das öfter macht?

Dann freue dich! Klingt das jetzt banal fĂŒr dich? Egal banal :). Kleine Erfolge muss man auch feiern, denn die geben dir die Kraft, weiterzumachen.

3. Weitermachen, auch wenn es mal nicht klappt

Denke aber auch daran, dass es normal ist, dass es nicht immer klappt. Lass dich davon nicht abhalten, weiter zu ĂŒben.

Das ist wie bei allem anderen im Leben, das man Ă€ndern will. Sei es, weil du mehr Sport machen, dich gesĂŒnder ernĂ€hren oder dich weniger stressen willst. Die Kunst dabei ist, dranzubleiben und nicht aufzugeben.
Dann hat es eben mal nicht geklappt, na und? Probiere es einfach weiter.

Schließlich fallen kleine Kinder beim Laufen lernen auch immer wieder hin und stehen trotzdem jedes Mal auf und probieren es weiter.

Denk an dein Ziel

Dabei dein Ziel im Blick zu haben, hilft dir natĂŒrlich. Also ĂŒberlege dir auch im Vorfeld, warum es fĂŒr dich wichtig ist. Was macht es dir alles im Leben leichter, wenn du die Menschen in deinem Arbeitsumfeld und auch zu Hause um Dinge bittest und diese sie dir dann auch erfĂŒllen?

 

Alles Liebe

deine Susanne

 

Linkliste:

Gewaltfreie Kommunikation am Arbeitsplatz

Seminare gewaltfreie Kommunikation im Business

Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören

Erfolgreich bitten – 5 Tipps