Susanne Lorenz

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Es ist Montag und du hast mal wieder gar keine Lust, zur Arbeit zu gehen, denn dann siehst du IHN wieder. Den nervigen Kollegen, der dich zur Weißglut bringt. Wie viel schöner wäre doch dein Leben, wenn du ihn nicht täglich sehen müsstest..

Was ist es bei dir, was dich da genau stört? Ständige Fragen, ewige Erklärungen, ein künstliches Lachen?

Konflikte im Team können sogar eine Chance auf Veränderung sein. Ständige Streitereien sind jedoch nervig, kosten Energie und Zeit. Deshalb gebe ich dir hier Tipps, welche Schwierigkeiten zwischen den Mitgliedern eines Teams entstehen können und wie du beispielsweis damit umgehen kannst.

Konflikte lösen im Team

Umgang mit Konfliktsituationen im Team

Wenn dich zum Beispiel dein Kollege oder deine Mitarbeiterin sehr nervt, kann es daran liegen, dass ihr sehr unterschiedliche Rollen im Team einnehmt, die mit einem bestimmten Verhalten einhergehen.

Im letzten Beitrag bin ich zum Thema Konflikte auflösen im Team auf die folgenden Teamrollen eingegangen (siehe Link in der Linkliste). Hier die Teamrollen nach Dr. Meredith Belbin nochmal in der Übersicht zur Erinnerung:

 

Drei handlungsorientierte Teamrollen       

1. Macher/in (shaper)
2. Umsetzer/in (implementer)
3. Perfektionist/Sorgfältige/r (completer, finisher)

 

Drei kommunikationsorientierte Teamrollen

1. Koordinator/in (co-ordinator)
2. Teamarbeiter/in (teamworker)
3. Wegbereiter/in (resource investigator)

 

Drei wissensorientierte Teamrollen:

1. Spezialist/in (specialist)
2. Erfinder/Neuerer/in (plant)
3. Beobachter/in (monitor evaluator)

Nutzen des Wissens über Teamrollen

  • Doch was fängst du nun mit diesem Wissen an?
  • Was bringt es dir, zu wissen, dass es in jedem Team einen Spezialisten gibt oder auch eine Koordinatorin?
  • Wie kannst du damit Konflikte im Team auflösen?

 

Zum einen hilft es dir, die entstandenen Schwierigkeiten zwischen den Personen besser zu verstehen. Der Fokus der einzelnen Rollen ist nun mal unterschiedlich. Die eine konzentriert sich eher auf die Sache, der andere eher auf das zwischenmenschliche Geschehen. Das kann ganz schnell zu Spannungen führen.

Letztlich ist das sogar gut, denn so ergänzen sich die Teamrollen gegenseitig ;). Doch so muss man das erstmal sehen können! Denn zuerst einmal nervt dich dein/ Mitarbeiter/in beispielsweise mit ständig neuen Ideen, während du endlich loslegen willst.

Beim Zusammenstellen eines Teams ist es optimal, wenn du die einzelnen Mitarbeiter gut genug kennst, um einzuschätzen, wer wie tickt.

Natürlich weiß ich, dass das einen Idealfall darstellt. Oft genug hast du gar keine Wahl und du musst die Experten nehmen, die du hast, auch wenn sie keine Experten sind in deinen Augen. Auch wenn dann die Gefahr besteht, dass die Stormingphase länger sein wird.

Dabei handelt es sich um eine der typischen Phasen, die in einem Team durchlaufen werden (Phasenmodell nach Bruce Tuckman, siehe auch Linkliste unten).

 

1. Phase der Teamentwicklung: Forming (Formierung)

2. Phase der Teamentwicklung: Storming (Kampf)

3. Phase der Teamentwicklung: Norming (Normierung)

4. Phase der Teamentwicklung: Performing (eigentliche Arbeit)

5. Phase der Teamentwicklung: Adjourning/Mourning (Trennung/Transfer)

 

Was ist nun bei der Kommunikation in den einzelnen Konfliktsituationen zu beachten?

Herausfordernde Kommunikationssituationen gibt es natürlich viele. Läuft alles rund, machen wir uns darüber keine Gedanken. Anhand der Teamrollen ist aber klar, das bestimmte Situationen vorprogrammiert sind. Schauen wir uns doch mal einige an, damit es etwas deutlicher wird :).

 

Konflikte lösen im Team: 1. Konflikte blockieren die Handlungsfähigkeit

Bei den handlungsorientierten Rollen (Macher/in, Umsetzer/in, Perfektionist/in) muss oft der Druck rausgenommen werden, wenn ein Konflikt auf der Sach- oder der Beziehungsebene geklärt werden soll. Der eine will loslegen, die andere will das jetzt aber sofort klären. Der eine sagt, das wäre nicht so wichtig, die andere kann so nicht einfach weitermachen.

Das heißt, gibt es gerade Konflikte im Team, ist die Handlungsfähigkeit meistens eingeschränkt. Um dies zu ändern und die Gruppe wieder handlungsfähig zu bekommen, sollten Konflikte gelöst und nicht ignoriert werden.

Die Person mit der Rolle des Teamarbeiters sollte mit ihren Stärken der Vermittlung zur Konfliktlösung genutzt werden. Außer, wenn das schon zu spät ist (siehe auch Konflikteskalatationsstufen nach Glasl und Ablauf einer Konfliktmoderation).

Das ist mir zum Beispiel in meiner eigenen Trainerausbildung passiert. Eine Dozentin kam mit uns einfach nicht weiter, da sich zwei so sehr miteinander gestritten hatten und die ganze Stimmung in der Gruppe komisch war. Die Dozentin sollte eigentlich das Thema "Erfolgreiche Moderation" mit uns machen und letztlich war sie glücklicherweise so flexibel, dass sie eine Konfliktmediation mit uns machte. Das war für uns alle ganz spannend und wir waren sehr dankbar für ihre Unterstützung.

 

Konflikte lösen im Team: 2. Stagnationen

Bei Stagnationen, wo zu viel diskutiert wird und alle ihre Meinung loswerden müssen ohne, dass dabei etwas heraus kommt, sollte der Macher das Zepter in die Hand nehmen und den Fokus zurücklenken auf das Ziel. Folgende Fragen können dann helfen:

 

  • Warum sind wir hier?
  • Was wollen wir erreichen?
  • Was bringt es uns, ewig zu diskutieren?

 

Der Spezialist oder die Spezialistin muss oft gebremst werden, wenn er/sie mit zu vielen Details kommt, die nicht wichtig und für den Gruppenprozess eher hemmend sind.

Zügle beispielsweise den Erfinder in den Momenten, in denen seine Stärke nicht passt, da ihr ja loslegen und nicht wieder von vorn anfangen wollt.

Kreative Ideen passen am Anfang, wenn Brainstorming und Co sinnvoll sind. Doch gab es Entscheidungen, sollte an diesen auch festgehalten werden, solange sie sinnvoll und umsetzbar sind.

 

Wie machst du das am besten, dass du den anderen wertschätzt und sagst, dass seine Stärke im Moment nicht gefragt ist?

Beispielsweise so:

„Ich weiß es sehr zu schätzen, dass du viele gute Ideen hast und sehr kreativ bist. Bedenke bitte, dass wir uns entschieden hatten, bei dieser Idee zu bleiben und sie jetzt umzusetzen. Es geht gerade nicht darum, wieder nach anderen Ideen zu schauen.“

Konflikte lösen im Team: 3. Sachfokus trifft auf Beziehungsfokus

Die Menschen sind unterschiedlich, das weiß fast jeder. Also liegt es in der Natur der Teamarbeit, in der Menschen aufeinander treffen, dass hier Konfliktpotential vorhanden ist.

Erkennst du den Fokus des anderen, kannst du darauf eingehen und kannst die Stärken des anderen gezielt nutzen.

Stelle dir also vor, die Person mit der Teamrolle Macher, die sehr handlungsorientiert ist und sich auf das Sachliche konzentriert, trifft auf den kontaktfreudigen Wegbereiter, dem tendenziell der Mensch mehr am Herzen liegt als das Projekt.

Was ist nun wichtiger, die Sache oder die Beziehung? Die Zahlen, Daten, Fakten oder der Mensch?

Doch es geht nicht um ein „Entweder oder...“. Viele Menschen denken zu sehr in schwarz und weiß.  Da gibt es doch so viele Graustufen dazwischen. Wie wäre es also damit, von beiden etwas zu nehmen und daraus eine gesunde Mischung zu machen? Das heißt aber auch, dass sich beide dem anderen etwas nähern müssen. Wie gelingt das?

 

Tipps für die bessere Zusammenarbeit

Hier kommen ein paar Tipps, wie du die Zusammenarbeit verbessern und auch Konflikte im Team schneller auflösen kannst. Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl und du kannst noch so viel mehr machen.

Wertschätzung aussprechen um Konflikte aufzulösen

Bei allem gilt, wertschätze, dass der andere so ist, wie er ist. Jeder hat Stärken und Schwächen. Sinnvoll ist es, diese gezielt zu nutzen und sich nicht ewig aufzuregen.

Das gelingt jedoch nur, wenn du den anderen wirklich zu schätzen weißt. Wenn das nicht der Fall ist und du sagst es dem anderen, merkt er anhand deiner Körpersprache, dass das nicht stimmt.

 

Fragen stellen- Bedürfnisse herausfinden

Als Trainerin für gewaltfreie Kommunikation kann ich dir diese Methode nur ans Herz legen.

Doch selbst wenn du noch keine Seminare besucht hast (siehe unten), kannst du mit dem wichtigen Aspekt der Bedürfnisse viele Konfliktsituationen entschärfen.

Stelle Fragen, warum der andere Dinge so macht oder sagt und bekomme heraus, welches Bedürfnis er sich damit erfüllen will.

Wichtig ist dabei, dass der andere nicht den Eindruck bekommt, die Inquisition steht vor ihm. Du solltest schon wirklich daran interessiert sein, wie die Antwort lautet.

Gehe erstmal davon aus, dass es um ein Bedürfnis des anderen geht, das nicht erfüllt ist anstatt zu denken, dass der andere so handelt, weil er dir etwas Böses will. Zu viele Fragen für dich, können ein Ausdruck von fehlender Klarheit für den anderen sein.

 

Sehe die Andersartigkeit als Ergänzung

Meistens ärgern wir uns über die Menschen, die sehr anders sind als wir, weil wir mit ihnen anecken. Doch letztlich könnte uns dieser Mensch, der so anders ist als wir selbst, ergänzen mit seinen Stärken, die bei uns wahrscheinlich eher eine Schwäche sind.

Lass doch beispielsweise den anderen nach den wichtigen Details schauen, auch wenn dich das nervt. So musst du dich nicht darum kümmern. Letztlich entlastet dich das und Konflikte im Team lösen sich schneller auf.

 

Ändere dein eigenes Verhalten

Du kannst die Menschen um dich herum nicht ändern. Aber du kannst dich selbst ändern, wenn du das willst. Änderst du dein Verhalten, ändern sich auch die Reaktionen deines Umfelds.

 

Fazit Konflikte lösen im Team

Konflikte gehören zum Leben und zum Berufsalltag dazu. Ursachen dafür gibt es viele. Die Andersartigkeit der einzelnen Teamrollen trägt dazu bei, dass man sich wunderbar ergänzt. Nur muss das auch so wahrgenommen werden, damit weniger Konflikte und Spannungen entstehen.

 

Alles Liebe

deine Susanne

 

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