Susanne Lorenz lächelnd

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Ärgerst du dich oft darüber, wie andere Menschen sich verhalten? Seien es nun deine Mitarbeitenden, Kollegen oder auch Chefs? Liegt das nun an den anderen oder an dir und deiner Einstellung?

eigene Einstellung

Über die eigene Einstellung und ihre Auswirkungen

Immer wieder komme ich an den Punkt, wo ich meine eigene Einstellung und meine Gedanken hinterfrage. Man könnte meinen, dass ich sehr wertschätzend bin, weil ich mich ja schon seit vielen Jahren mit der gewaltfreien Kommunikation beschäftige und sie auch schule. Das bin ich auch meistens, aber eben nicht immer.

Der eigene Standard

Oft genug erwische ich mich selbst dabei, meinen eigenen Standard von anderen zu erwarten. Das sind oft Kleinigkeiten, wie, dass es doch normal ist, dass man den Müll trennt, auch am Arbeitsplatz.
Wenn andere das nicht machen, werde ich schnell sauer. Ja, ich habe verstanden, dass ich sauer bin oder mich hilflos fühle, weil es mir wichtig ist, dass die Menschen umweltbewusst handeln.

Ich hatte sogar mal eine Situation mit einem älteren Herrn im Supermarkt, der keine Bio-Eier kaufen wollte und ich versuchte ihn zu überzeugen, dass er damit etwas für die bessere Haltung der Tiere macht. Doch ihm ging es mehr um den Preis, der bei den Bodenhaltungseiern günstiger ist.

 

Eigene Einstellung überdenken: Maßstäbe

So bin ich aktuell stark dabei, zu schauen, wo ich meine Maßstäbe versuche anderen aufzuzwingen.

Wo bin ich der Meinung, dass meine Ansicht die richtige ist und der andere falsch liegt?

Und wo verhalte ich mich auch dementsprechend und versuche gar nicht in Erfahrung zu bringen, warum sich der andere eigentlich so verhält wie er sich verhält?

Also wo bin ich mit der Haltung des Wolfs (gewaltvolle Kommunikation statt gewaltfreier Kommunikation) unterwegs Schließlich höre ich in meinen Seminaren immer so viele Beispiele, wo es auch genau darum geht.

Da sind Mitarbeiter nicht so ordentlich an ihrem Arbeitsplatz, wie der Chef es gern hätte.

Oder da machen Kollegen ihre Arbeit nicht auf die Weise, die doch eigentlich schneller oder effektiver wäre.

Das hat also auch immer wieder den Effekt auf mich, dass ich auch Dinge hinterfrage, wo ich der Meinung war, ich wäre im Recht. Meine eigene Einstellung zu überdenken ist dann sehr wertvoll für mich.

 

Keine böse Absicht unterstellen

Im beruflichen Kontext fällt mir das wesentlich leichter, offener zu sein. Da ärgere ich mich zwar auch über Kontakte, die ihre Mails nicht beantworten oder versprochene Anrufe nicht einhalten.

Doch ich gestehe ihnen viel schneller ein, dass sie ihre Gründe haben und keine böse Absicht. Das ist nämlich sehr hilfreich, wenn du der Meinung bist, der andere macht etwas anders als du es ihm vielleicht gesagt hast.

Denkst du dann, er oder sie  wollte dich ärgern? Diese Person akzeptiert dich nicht oder respektiert deine Autorität nicht? Das ist in den seltensten Fällen zutreffend.

Meistens verfolgt der andere dabei einfach nur seine eigenen Bedürfnisse. Die gilt es dann herauszufinden, wenn du das Gespräch suchst, um nach einer Lösung zu schauen. Deine eigene Einstellung vorher zu überdenken macht es dir leichter.

 

Zwischen "richtig" und "falsch"

Vor kurzem hatte ich eine Situation, die sich hier als Beispiel gut eignet. Ich habe einer anderen Trainerin, mit der ich zusammenarbeite, eine Sprachnachricht geschickt, diese dann gelöscht und sie dann angerufen. Sie rief nicht zurück. Ich habe das Thema anders gelöst, mich aber schon gewundert, dass sie sich nicht bei mir meldete.

Ein paar Tage später sahen wir uns und ich fragte nach. Sie meinte, wenn ich sie anrufe, ist das mein To-do und dementsprechend nicht ihre Aufgabe, mich zurückzurufen. Für sie war ganz klar, dass ich nun die nächste Aktion einleiten müsste. Also wenn ich was von ihr will und sie nicht telefonisch erreiche, müsste ich eine Mail oder SMS oder ähnliches schreiben.

Sehr interessant! Das finde ich gar nicht so klar. Für mich ist es selbstverständlich, wenn mich jemand anruft und nicht erreicht, das ich zurückrufe. Das führt auch dazu, dass ich das dann von meiner To-do-Liste streiche, da ich mit dem Rückruf rechne. Das klappt so allerdings in vielen Fällen nicht. Oft ist es tatsächlich so, dass  mich die Leute nicht zurückrufen.

 

Die eigene Haltung verstehen

Ich bin mir vorher meiner Haltung bewusstgeworden.  Mir ging es nicht darum zu sagen, das eine Verhalten ist richtig und das andere falsch. Mir war der Austausch wichtig und ich war neugierig. Ich wollte auch, dass diese Situation nicht zwischen uns steht. Das wäre nämlich früher bei mir der Fall gewesen.

Auch habe ich verstanden, dass ich ihr nichts Böses will, nicht denke ich bin besser als sie und ihr auch nichts aufzwingen möchte.

Also ging ich die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation im Vorfeld für mich durch und machte ihr nach ihrer Erklärung verständlich, wie es mir geht, wenn ich keinen Rückruf erhalte und was ich dann so denke ;).

Das hat tatsächlich geholfen, denn sie hat gemerkt, dass ich sie nicht maßregeln will, sondern etwas Gutes im Sinn hab. Nämlich unsere Arbeitsbeziehung nicht zu gefährden und auch Kleinigkeiten anzusprechen. Das hätte ich früher nämlich nicht gemacht. Dann hätte sich das aufgestaut und ich wäre irgendwann explodiert.

 

Welche Bedürfnisse steckten dahinter?

Wenn ich meine eigene Einstellung überdenke und reflektiere, schau ich auch, welche Bedürfnisse dahinter stecken.

Meine Bedürfnisse nach Wertschätzung und Verlässlichkeit treiben mich in dieser Situation an und motivieren meine Handlung. Letztlich geht es mir hier auch Klarheit, denn ich will in dem Moment etwas klären.

Bei ihr geht es um Selbstfürsorge und Schutz. Denn wenn sie viel zu tun hat, macht sie sich die Aufgabe der anderen nicht zu ihrer eigenen. Darüber sprachen wir auch.

 

Verhalten anpassen?

Nachdem wir unsere unterschiedliche Haltung besprachen, fragte sie mich, ob ich mir jetzt wünsche, dass sie mich dann immer gleich zurück ruft. Nein, für mich ist das jetzt okay so. Auch die Info, dass sie über Mail besser erreichbar ist, macht es ja leichter.

Ich finde dieses Beispiel so klasse, denn es zeigt, dass wir beide der Meinung waren, unsere Ansicht ist ganz normal. Zusätzlich war es für die andere erstaunlich zu hören, das man damit auch komplett anders umgehen kann und was dahinter steckt.

 

Sich selbst unter Druck setzen

Auch in Bezug auf mich selbst merke ich, dass ich viel Druck ausübe. Ich „sollte“ oder „müsste“ doch das und das machen oder sagen.

Diese Erwartung, der andere soll zurückrufen oder auch die Mail schnell beantworten habe ich auch an mich. Auch wenn ich da insgesamt schon entspannter geworden bin, merke ich, dass mich das noch nervt.

Als die andere Trainerin meinte, das sei ja nicht ihre Aufgabe, zurück zurufen, fand ich meine emotionale Reaktion spannend. Einerseits sehr überrascht, andererseits etwas neidisch.

Wow, so viel Selbstabgrenzung! Da dachte ich, könnte ich mir ja eine Scheibe abschneiden. Und ich kann mir gut vorstellen, dass andere Menschen hier ganz anders reagieren würden.

Und dieses "Strengsein" und sich an die "Regeln halten", stammt aus dem strengen Eltern- Ich (schaue auch gern in der Linkliste nach Ich-Zuständen). Das ist für mich auch eine schöne Erkenntnis. Oft bin ich in diesem Modus unterwegs und maßregele mich selbst. Das ist mega anstrengend und dient auch den Bedürfnissen nach Schutz und nach Anerkennung. Die Entspannung leidet allerdings darunter.

 

Fazit

Wenn wir unsere eigene Einstellung immer wieder überdenken, ist das sehr hilfreich. Wir werden offener mit anderen Meinungen umgehen und neue Wege finden. Auch reduziert es unseren Stresslevel, wenn wir erkennen, dass wir unrealistische Erwartungen an uns und an andere haben.

Schau auch mal bei dir, wo du der Meinung bist, deine Mitarbeiterin oder dein Kollege müsste doch etwas so machen, weil DU es für normal hältst. Bist du wirklich der Standard oder verhalten sich die meisten Menschen anders als du?

 

Alles Liebe
deine Susanne

 

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Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören

Eigene Einstellung überdenken- zwischen Realität und Wahn