Störungen in der Kommunikation

Störungen in der Kommunikation verstehen

Vielleicht kennst Du das ja auch, dass Du mit manchen Menschen einfach nicht kannst? Irgendwie kannst Du dafür gar keinen richtigen Grund ausmachen. Es holpert einfach immer wieder, ohne dass man ein greifbares Problem miteinander hat. Das ist störend. Nervig ist es, wenn es mit wichtigen Personen nicht rund läuft, wie mit Deinen Kollegen oder gar Deinen Chef.

 

Möchtest Du gern herausfinden, woran das liegen könnte? Willst Du Deine Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen verbessern? Dann lies weiter!

 

Menschen kommunizieren unterschiedlich

Oft liegt es an der Kommunikation, also an unserer Art zu kommunizieren, wenn Störungen in der Kommunikation auftauchen. Die Menschen ticken anders, also sprechen sie auch anders. Die Kommunikationsart ist also abhängig von der Persönlichkeit.

Ohne großen Test kannst Du im Gespräch auf bestimmte Wahrnehmungs- und Aktivitätsbevorzugungen des Gegenübers achten und Dich anpassen.

 

 

Störungen in der Kommunikation durch unterschiedliche WABs

Im letzten Artikel ging ich bereits auf drei der WABs ein, die Störungen in der Kommunikation verursachen:

Hauptinteresse (Mensch versus Sache),

Reaktionsmodus (initiativ, abwartend, reflektierend und
überzeugt inaktiv)

Vorgehensweise (prozedural und optional)

Du findest den letzten Artikel dazu unten in der Linkliste.

 

 

Überblick WABs

Auf die WABs Lern-/Überzeugungsmodus, Informationsgröße und Entscheidungs-/Beurteilungskompetenz möchte ich im heutigen Artikel eingehen. Hier zur Erinnerung nochmal alle WABs im Überblick.

 

Es gibt insgesamt 12 verschiedene WABs.

1.  Hauptinteresse
2. Lern-/Überzeugungskanal
3. Lern-/Überzeugungsmodus
4. Reaktionsmodus
5. Entscheidungs-/ Beurteilungskompetenz
6. Informationsgröße
7. Vorgehensweise
8. Motivationsrichtung
9. Ergebniszufriedenheit
10. Sortiermodus
11. Bevorzugte Veränderungsgeschwindigkeit
12. Bevorzugte Arbeitsphase

 

 

Lern-/Überzeugungsmodus

Störungen in der Kommunikation entstehen beispielsweise, weil der Lern-/Überzeugungsmodus der Kommunikationspartner unterschiedlich ist. Dieser sagt aus, was Du brauchst, um von etwas überzeugt zu sein. Er wird in verschiedene Ausprägungen unterteilt:

1. mehrere Beispiele

2. unmittelbar

3. Zeit

4. nie

 

1. Überzeugungsmodus mehrere Beispiele
Bei der Ausprägung mehrere Beispiele ist der andere erst überzeugt, wenn mehrere Beispiele geliefert wurden. Das können zum Beispiel verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von einem Produkt sein.

Oder wenn in der Firma etwas verändert werden soll bei der Personalplanung, dann braucht jemand mit dieser Ausprägung beispielsweise verschiedene Abteilungen, in denen das funktioniert hat.

 

In Gesprächen musst Du Dich also nicht mehr wundern, wenn der andere mehrere Beispiele oder Referenzen hören will. Das hat nichts damit zu tun, dass Du nicht überzeugend bist.

 

2. Überzeugungsmodus unmittelbar
Hier braucht es nicht viel, diese Ausprägung ist unmittelbar überzeugt.

 

3. Überzeugungsmodus Zeit
Manchen Menschen brauchen mehr Zeit, bis sie überzeugt sind. Da hat es dann keine Relevanz, wie viele Beispiele sie schon gehört haben. Nach einer Weile ist es so weit, dass sie sich überzeugt fühlen. Da kann dann eine Anmeldung für ein firmeninternes Seminar eine Weile mit herumgetragen werden bis es zu einer Entscheidung kommt.

 

4. Überzeugungsmodus nie
In bestimmten Kontexten sind manche Personen nie zu überzeugen. Da helfen weder Beispiele noch Zeit. Es geht nicht darum, dass sie denken, der andere hat etwas Falsches gesagt, sondern sie kommen einfach zu keiner Überzeugung.

 

 

Informationsgröße

Detail und Überblick sind die beiden möglichen Ausprägungen bei diesem WAB. Das ist recht leicht zu erklären.

 

Überblick
Manche Menschen bevorzugen den globalen Überblick und verhalten sich beispielsweise in Besprechungen so. Details nerven sie, es reicht ihnen, wenn sie einen Überblick bekommen. Sie sprechen selbst überblicksorientiert und stellen auch ihre Fragen dementsprechend.

 

Detail
Die Ausprägung Detail hingegen verliert sich gern in Details, auch wenn diese vielleicht keine Relevanz im Bezug auf ein erwünschtes Ergebnis haben. Personen mit dieser Ausprägung fragen auch sehr detailliert und wollen es ganz genau wissen.

 

Wenn diese beide Ausprägungen aufeinander treffen und kommunizieren, ist es also nur logisch, dass die Kommunikation holpert. Schließlich ist der eine genervt, weil es zu viele Details gibt vom anderen und der Detailorientierte will vom Überblicksorientierten mehr Details, die dieser nicht liefert. Das ist dann sehr störend für beide.

 

 

Entscheidungs-/ Beurteilungskompetenz

Bei der Entscheidungs-/ Beurteilungskompetenz gibt es vier verschiedene Ausprägungen:

1. internal
2. external
3. internal mit externalem Check
4. external mit internalem Check

 

1. Internal
Internal bedeutet, ich entscheide und beurteile selbst, brauche keine Meinung von anderen und schaue mir auch keine Daten von Statistiken oder ähnliches an. Ich konsultiere nur mich selbst.

Du brauchst einen PC und entscheidest ohne andere zu fragen, welchen Du nehmen sollst und kaufst ihn Dir, online oder im Geschäft. Das ist meistens eher der Fall, wenn Du Dich mit dem Thema auch auskennst.

 

2. External
Wenn ich external entscheiden und beurteilen lasse, vertraue ich auf die Kompetenz von anderen, die ich als Experte wahrnehme oder ich verlasse mich auf Berichte, Statistiken und Co.

Das würde bedeuten, Du brauchst zum Beispiel einen neuen PC und hast selbst keine Ahnung von dem Thema. Du fragst entweder einen Freund, der sich damit auskennt oder Du gehst direkt in ein Fachgeschäft und lässt Dir vom Verkäufer seinen Favoriten verkaufen.

 

3. Internal mit externalem Check
Internal mit externalem Check wärst Du, wenn Du Dich für ein PC-Modell entschieden hättest, aber nochmal zum Verkäufer gehst und Dir versichern lässt, dass es das richtige Modell für Dich und Deine Zwecke ist.

4. External mit internalem Check
In der Ausprägung external mit internalem Check lässt Du Dich beraten durch Freunde oder schaust Dir Testberichte an und entscheidest dann auf Grund dessen, was Dir diese nahe legen. Du hast zwar eine eigene Meinung, stellst aber in diesem Kontext andere Meinungen darüber.

 

War es das?

So, das war es erstmal zu dem Thema. Die Weiterbildung zu den WABs bei Nick Martin Willer von ACT geht Ende des Monats weiter und dann teile ich anschließend gern wieder mein Wissen mit Dir.

 

 

Linkliste:

Nick Martin Willer

Man kann Menschen nicht verstehen, aber prima mit Ihnen umgehen lernen

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