Stehst du auch unter dem Druck, immer alles schnell zu machen? Tausend Dinge sollen erledigt werden, da bleibt wenig Zeit in Gesprächen, wirklich zuzuhören und sich Zeit zu nehmen. Dabei sind sie so wertvoll und wichtig. Pausen. Wie meine ich das?

1. Pause machen und dem anderen Raum geben

Oft bestehen Gespräche aus einem Schlagabtausch. Ein Argument jagt das andere, Fragen werden gestellt und sollen sofort beantwortet werden. Wirst du unruhig, wenn der andere nicht gleich die richtige Antwort parat hat? Doch das Denken ist ein Prozess, der nun einmal auch Zeit benötigt. Es ist nicht immer leicht, gleich die richtigen Informationen in die Worte zu verpacken, die der andere auch hören soll. Aus meiner Erfahrung als Coach ist es wirklich erstaunlich, wenn man mal eine Pause zulässt und aushält. Dann ist eben mal kurz Stille. So hat aber dein Gegenüber die Gelegenheit, sich zu sortieren und entsprechend besser zu antworten. Oder überhaupt eine Antwort zu finden.

Das findest du jetzt komisch? Schließlich kannst du nicht einfach in einem Meeting schweigen? Naja, vielleicht probierst du das einfach mal aus.

 

2. Pause machen und sich selbst Zeit geben

Schauen wir uns das Ganze mal von der anderen Seite an. Stell dir vor, dir stellt jemand eine Frage, die du nicht beantworten kannst oder willst. Vielleicht, weil du die Information nicht hast oder dir nicht sicher bist, ob du die Information teilen darfst. Gerade als Führungskraft kann es dir passieren, dass deine Mitarbeiter Transparenz zu Entscheidungen wollen, die du ihnen nicht geben kannst. Weil du sonst ein Vertrauensverhältnis gefährdest, oder den Datenschutz oder gesetzliche Regelungen. Da kann es durchaus Sinn machen, sich erstmal abzusichern, was du nun genau weitergeben darfst.

Selbst in dem Fall, dass du die Antwort gerade einfach nicht weißt, macht es Sinn, sich eine Auszeit zu nehmen. Zum Beispiel, um kurz loszulassen und so die Chance zu erhalten, dass es dir doch wieder einfällt. Wer kennt es nicht, etwas liegt dir auf der Zunge, aber es will dir partout nicht einfallen. Dann denkst du an etwas anderes und schwupp- da fällt es dir wieder ein.

Ich finde es sehr souverän, wenn du auch zugibst, wenn du mal etwas nicht weißt. Das kannst du ja auch ergänzen mit, „Ich erkundige mich und komme später wieder auf dich zu“.  Schließlich kannst du ja nicht alles wissen und musst du ja auch nicht.

Wenn ich an meine ersten Seminare in 2012 zurückdenke, muss ich schmunzeln. Ich hatte schon sehr perfektionistische Ansprüche. Doch mit der Zeit bin ich gelassener geworden und weiß, es stellt keinen Beinbruch dar, wenn ich mal etwas nicht weiß. Dann bekommen die Teilnehmer entweder am nächsten Tag die Antwort oder werden selbst auf die Suche geschickt als Hausaufgabe. Je nachdem, um was es geht ;).

 

3. Pause machen zum „Runterkommen“

Beim Thema Pause machen denke ich noch an Stress- oder Konfliktsituationen. Es kann durchaus sein, dass du emotional so aufgewühlt bist, dass es besser ist, wenn du dir selbst sozusagen den Stecker ziehst. Also nicht gleich reagieren, sondern eine Stunde drüber nachdenken oder auch eine Nacht darüber schlafen. Ist das eine Mail, ist es oft leichter. Da wartet der andere zwar, doch wundert sich vielleicht nicht. Das ist ja auch ein Vorteil von Emails. Schließlich hast du hier mehr Zeit darüber nachzudenken, was du antworten willst und wie du es sagst bzw. schreibst. Denn der Ton macht ja bekannterweise die Musik ;).

Wie machst du es, wenn es in einem Gespräch ist? Kannst du da einfach eine Pause einlegen? Ich bin der Meinung, es ist dein gutes Recht zu sagen, dass du Bedenkzeit brauchst, wenn es um Entscheidungen geht. Es ist auch dein Recht zu sagen, „Lass uns da bitte später/morgen drüber reden. Ich bin jetzt echt sauer und möchte nichts sagen, was ich später bereue.“

 

4. Arbeitspausen zum Auftanken

Bei dem Thema gibt es noch einen anderen Aspekt. Wie wir in stressigen Situationen reagieren, hat ja auch etwas mit unserem Stresslevel zu tun. Dieser ist natürlich höher, wenn du dir generell keine Pausen gönnst. Ich kenne einige Führungskräfte, die kaum Pausen machen. Da jagt ein Termin den nächsten, die werden von der Assistenz in den Kalender eingetragen, dicht an dicht. Gegessen wird auf dem Weg zum Termin, wenn überhaupt. Auch das ist schlecht für dich und deine Kritik- und Konfliktfähigkeit. Denn so bist du unter Daueranspannung, die dich schneller zum Platzen bringt.

Wie oft solltest du Auszeiten einlegen? Dazu gibt es keine allgemeingültige Regel. Manchmal reichen auch 2 Minuten zwischendurch, wo du einfach mal tief durchatmest. Wo du inne hältst und wahrnimmst, wie angespannt du bist, oder hungrig oder gereizt. Wo du das einfach mal spürst und anschließend loslässt. So hältst du auch Pausen in Gesprächen besser aus und kannst bewusster leben.

 

Fazit

Pausen zu machen ist also in vielen Situationen sinnvoll, sei es nun für dich oder die andere Person. Du hast es selbst in der Hand, Gespräche zu entschleunigen und den Stress zu minimieren. Du musst es nur tun und es dir nicht nur vornehmen…

Wie ist es für dich, Pausen auszuhalten oder einzulegen? Schreib mir davon! Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Alles Liebe

Deine Susanne

 

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