Zur  Kommunikation gehören ganz viele Aspekte. Welche sind für die erfolgreiche Kommunikation nun besonders wichtig? Hier kommen meine Tipps dazu. 

Was in Gesprächen wirklich wichtig ist

In den letzten Jahren habe ich viel geschrieben zu den unterschiedlichen Aspekten der Kommunikation. Mein Hauptgebiet ist die gewaltfreie Kommunikation und dadurch habe ich einige Artikel diesem Thema gewidmet. Zu den einzelnen Schritten und, wo man sie einsetzen kann.
Auch habe ich bereits dafür sensibilisiert, dass Menschen unterschiedlich ticken und dass du darauf Rücksicht nehmen kannst in Gesprächen, wenn du an einer wertschätzenden Kommunikation interessiert bist. Über die Basics wie aktives zuhören habe ich ebenfalls etwas verfasst (siehe Linkliste unten). Erfolgreiche Kommunikation bedeutet jedoch noch mehr.

 

Erfolgreiche Kommunikation: sei authentisch

Wenn du versuchst, anzuwenden, was du gelernt hast, es aber nicht dir oder deiner Stimmung entspricht, wirkt es meistens auch nicht. Natürlich kannst du auch, wenn das authentischer ist, herumschreien und deine Wut ungefiltert rauslassen, anstatt gewaltfrei zu reden. Allerdings solltest du dir bewusst sein, was für Konsequenzen das haben kann, je nachdem, wer da vor dir steht.

Ich finde, es ist wichtig, authentisch zu sein, denn nur so kommst du auch bei dem anderen an. Die meisten Menschen haben ein Gespür dafür, zu merken, dass da was nicht stimmt. Auch wenn nicht jeder sagen kann, woran das liegt.

Klar können wir auch mal unsere Wut schlucken und höflich sein, das ist in dem Moment zwar nicht ehrlich, hat aber nicht die Folgen, wie wenn du das ständig machst. Auf Dauer nicht ehrlich zu sich und anderen zu sein, kann der Beziehung und auch dir selbst schaden. Besonders, wenn du deine Gefühle nicht zulässt und unterdrückst, kann dies auch Auswirkungen auf deine Gesundheit haben.

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, zuzugeben, dass dir beispielsweise nicht nach einem Gespräch zumute ist, dass du gerade zu sauer dazu bist oder ähnliches. Das solltest du deinem Gegenüber ebenfalls zugestehen. Erfolgreiche Kommunikation bedeutet eben auch, an sich und an den anderen zu denken und dass für beide die gleichen Regeln gelten.

 

Erfolgreiche Kommunikation: berücksichtige individuelle Gefühle und Stimmungen

Kommunikation ist noch so viel mehr als nur authentisch zu sein. Jeder Mensch kommt mit bestimmten Erfahrungen und Gefühlen ins Gespräch, die es zu berücksichtigen gilt.

Die Kommunikation besteht aus zwei Ebenen: aus der Sachebene und der Beziehungsebene. Letztere beinhaltet Gefühle, Erfahrungen und Erwartungen. Diese machen 80% der Kommunikation aus, sind jedoch unbewusst. Also ist es wichtig, dass ich mich im Vorfeld darauf einstelle, das aus diesem Bereich viel mit in die Kommunikation einfließt, das auch Störungen verursachen kann.

 

So kannst du dich nie 100% einstellen, auf das, was da kommt.

 

Kommunikationstechniken allein reichen also nicht aus, um dem anderen gerecht zu werden. Es gehört ebenfalls dazu, dass du dich auf die Menschen einstellen und auch spontan auf dein Gegenüber reagieren kannst. Das ist nicht nur wichtig, wenn du als Führungskraft unterwegs bist, sondern generell in der Kommunikation. Schließlich sind es nicht nur die Bewerbungs- oder Mitarbeitergespräche, in denen du mit anderen sprichst. Du tust es ständig auch zwischendurch und ungeplant.

 

Erfolgreiche Kommunikation: gib dem anderen Freiraum

Vielleicht entzieht sich mal einer deiner Kollegen oder Mitarbeiter dem Gespräch und du fragst dich, was das soll? Du meinst es doch nur nett und willst sagen, was dir auf der Seele brennt? Oder du willst wirklich wissen, was zu dem Verhalten dieser Person geführt hat?

Es kann jedoch durchaus sein, dass dein Gegenüber generell mit dir reden mag, aber vielleicht nicht gerade jetzt. Vielleicht, weil etwas passiert ist oder auch der Tag nicht gelaufen ist, wie geplant. Er verhält sich eben authentisch, weil er nichts vorspielen will.

In diesem Moment empfehle ich, dem anderen erstmal Raum zu geben. Erfolgreiche Kommunikation macht es eben auch aus, Rücksicht zu nehmen. Natürlich gibt es auch Fälle, die nicht warten können. Doch in den meisten Angelegenheiten, macht es mehr Sinn, Spielraum zu lassen. Hat dein Gegenüber die Gelegenheit, sich etwas zu sortieren, macht es die Kommunikation leichter.

Natürlich kannst du auch deinem Gesprächspartner mit der gewaltfreien Kommunikation helfen, die eigenen Gefühle zu sortieren. Doch auch dazu muss er/sie erstmal bereit sein. Das heißt, eine gewisse Kooperationsbereitschaft ist Voraussetzung. Fehlt diese, dann lass es wie bereits erwähnt ruhig erstmal. Spreche die Person später nochmal an.

 

Eigene Erfahrung in meinem Seminar

Auch in meinen Seminaren werde ich immer wieder überrascht. Nicht nur, weil da Streitereien auftauchen, die ich glücklicherweise durch die gewaltfreie Kommunikation auflösen kann. Sondern auch, weil ich manchmal durch bestimmte Begrifflichkeiten oder auch Beispiele in den Menschen Erinnerungen auslöse, die die Mitarbeit dann erschweren.

So hatte ich das neulich auch und glücklicherweise habe ich die Person in Ruhe gelassen, die sich an der Übung nicht beteiligte und Abstand suchte. Später kam heraus, dass es eben nicht um Faulheit ging oder dass sich der Teilnehmer drücken wollte. Nein, eine sehr persönliche und berührende Geschichte hatte ihn emotional so beschäftigt, dass es ihm nicht möglich war, sich zu konzentrieren. Letztlich war ich sehr dankbar für seine anschließende Ehrlichkeit und das gezeigte Vertrauen, dass er nicht nur mir, sondern auch dem Rest der Gruppe entgegen brachte.

Das erreichst du nicht, wenn du nur Kommunikationstechniken anwendest.  Wenn du offen bleibst und dir die Menschen in deinem Umfeld wirklich etwas bedeuten, merken diese das auch. Sie öffnen sich selbst ebenfalls.

 

Alles Liebe

Deine Susanne

 

Linkliste:

gewaltfreie Kommunikation im Business

Persönlichkeitstypen

aktives Zuhören

Seminare gewaltfreie Kommunikation

 

Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören:

Erfolgreiche Kommunikation

von Susanne Lorenz | Erfolgreiche Kommunikation