Wer kennt es nicht? Du erklärst etwas und der Mitarbeiter sagt auch, er hätte es verstanden. Dennoch macht er es dann doch anders oder gar nicht. Auch nach weiteren Gesprächen ändert sich nichts daran. Das kann sehr frustrierend sein.

Mitarbeiter die nicht hören

Umgang mit schwierigen Situationen im Unternehmen

1. Dein Mindset ändern

Du kannst andere Menschen nicht ändern. Das wissen wir und dennoch wollen wir das immer wieder. Du kannst aber dich selbst ändern und wie du andere Menschen und Dinge siehst. Glaubst du, dein Mitarbeiter macht das, was dich nervt, extra? Nur um dich zu ärgern? Das ist in den seltensten Fällen zutreffend! In der gewaltfreien Kommunikation sagen wir, dass alle Menschen immer bei allem, was sie tun, eine positive Absicht haben. Selbst, wenn diese positive Absicht in Bezug auf sie selbst ist. Also der Mitarbeiter stellt sich nicht extra dumm an, weil er denkt, jetzt bringe ich mal meinen Chef zur Weißglut! Ja, vielleicht ist er nicht ganz bei der Sache, vielleicht ist es ihm nicht so wichtig wie dir. Vielleicht habt ihr andere Maßstäbe. Fakt ist, du weißt nicht, ob er das extra macht, solange er das nicht sagt. Gehe also anders an die Sache ran und frage dich, was könnte diese positive Absicht sein? Wollte er einen einfachen Weg, damit die Arbeit entspannter ist für ihn? Oder wollte er dich wirklich nur reizen?

 

2. Achte auf seinen Persönlichkeitstyp

Kann es sein, dass dein Mitarbeiter nicht macht, was er soll, weil er dir nicht zuhört? Denkst du das? Oder liegt es vielleicht daran, dass ihr beide sehr unterschiedlich seid? Redest du bei deinen Erklärungen über viele Themen, die für ihn nicht alle gleich wichtig sind? Stell dir vor, er ist detailorientiert und du redest mehr im Überblick statt im Detail? Oder erzählst du zu viele Details, wo der andere nicht mehr folgen kann? Bist du sehr strukturiert und überforderst den anderen, weil er mehr Flexibilität braucht und sich durch die Struktur eingeengt fühlt? (mehr dazu in der Linkliste) Das gilt auch für die Lerntypen. Erklärst du viel, statt vorzumachen? Bist du eher auditiv, dein Gegenüber aber eher visuell? Probiere also auf verschiedene Arten aus, zu erklären, was und wie etwas getan werden soll.

 

3. Gewaltfreie Kommunikation: vier Schritte

Versuche es gewaltfrei zu analysieren. Was hat denn der Mitarbeiter eigentlich falsch gemacht? Was ist denn eine sachliche Beschreibung der Situation? Macht er immer alles falsch oder ist es doch nur eine Sache? Was genau ist es und was genau daran ist falsch? Sag ihm, wie es dir dabei geht und was dir konkret fehlt. Um was möchtest du ihn jetzt ganz genau bitten?

Beobachtung: Wir haben besprochen, dass du das Programm X verwendest, du hast das Programm Y verwendet.

Statt "du hast das falsche Programm benutzt", denn dann weiß er wahrscheinlich nicht gleich, was „falsch“ war. So bleibst du sachlich und der andere hört keinen Vorwurf.

Gefühl: Ich bin überrascht/sauer,

Bleibe bei dir und werfe dem anderen nicht vor, dass er dich missachtet, nicht respektiert oder ähnliches. Das sind keine Gefühle, sondern Unterstellungen.

Bedürfnis: weil mir wichtig ist, dass Absprachen eingehalten werden. / Ich würde es gern verstehen.

Damit sagst du nicht, dass du überrascht/sauer oder ähnliches bist, weil der andere etwas falsch gemacht hat. Du bleibst bei dir und deinen Bedürfnissen.

Bitte: Bitte halte dich bei der nächsten Bearbeitung an die Vorgabe. / Bitte sage mir, wie es dazu kam.

Damit bekommst du einen ganz anderen Zugang zu dir und zu dem anderen. Du verstehst die Situation besser und was sie mit dir macht. Durch die Bitte bist du handlungsorientiert und kannst daran etwas ändern (mehr zur gewaltfreien Kommunikation in der Linkliste).

 

4. Versetze dich in deinen Mitarbeiter

Bevor du das konkrete Gespräch suchst, probiere mal die Sicht des anderen einzunehmen. Ist er wirklich so dumm wie du denkst? Oder ist es ihm vielleicht auch unangenehm, dass er etwas nicht verstanden hat, obwohl es mehrmals erklärt wurde? Schämt er sich vielleicht sogar? Oder liegt es daran, dass er nicht gut mit Veränderungen umgehen kann? Versuche die vier Schritte aus der Perspektive deines Mitarbeiters und überlege auch, was er vielleicht von dir braucht. Im Gespräch diese Fragen zu stellen, zeigt, dass du nicht nur an dich denkst, sondern auch empathisch bist.

 

5. Lass es aufschreiben

Wie oft kommt es vor, dass der andere etwas vergisst, weil er sich nicht genug aufschreibt? Was glaubst du? Ich denke, dass wir in dem Moment, wo jemand etwas erklärt, glauben, wir hätten es verstanden. So schreiben wir vielleicht auch nicht oder zu wenig mit. Das kannst du leicht ändern. Lass deinen Mitarbeiter zusammenfassen, was er machen soll und lass ihn es auch selbst aufschreiben. So hast du eine bessere Kontrolle, ob das ankam, was ankommen sollte.

 

6. Lass es andere erklären

Wenn du es nicht so erklären kannst, dass es beim anderen ankommt und er es umsetzt, lass es einen Mitarbeiter erklären oder eine andere Führungskraft. Vielleicht ist es etwas Zwischenmenschliches, vielleicht auch nicht. Vielleicht erinnerst du den anderen an eine Person, mit der er schon viele Konflikte hatte oder ähnliches. Dann ist er zu sehr im Stress und kann dir deswegen nicht richtig zuhören. Probiere es doch einfach mal aus!

 

Weitere Wege

Welche weiteren Tipps hast du? Wie schaffst du es, damit umzugehen, wenn deine Mitarbeiter trotz mehrmaliger Erklärung etwas anderes machen oder gar nichts machen? Ich freue mich darauf, von dir zu lesen.

Linkliste:

gewaltfreie Kommunikation im Business

Persönlichkeitstypen

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Christopher Dedner am 12. März 2018 um 11:23

    Danke für die tolle Übersicht und mal wieder eine Erinnerung daran, dass wir andere Menschen nicht ändern können, nur unsere eigene Einstellung!
    Herzliche Grüße
    Christopher Dedner

    • Veröffentlich von Susanne Lorenz am 13. März 2018 um 9:32

      Hallo Herr Dedner,

      danke für den Kommentar. Ja, daran zu arbeiten ist eine Lebensaufgabe für viele ;).

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