In unserer Kultur ist es normal, dass wir in der Presse nur negative Nachrichten hören. Menschen beschweren sich über das, was sie nicht haben und über das, was schief läuft. Doch das Miteinander wäre viel leichter, wenn wir öfter dankbar wären.

Positives Feedback mit der gewaltfreien Kommunikation ausdrücken

Wie oft beschwerst du dich über deine Angestellten oder deine Vorgesetzten? Hast du es dir angewöhnt, zu den einzelnen hinzugehen und klar zu sagen, was dich stört? Gehst du auch hin, wenn etwas glatt läuft?

In der gewaltfreien Kommunikation (siehe Linkliste) geht es oft darum, dass wir Dinge ansprechen, die wir ändern wollen. Die vier Schritte eignen sich gut dazu, denn die Struktur orientiert sich an der Sach- und der Beziehungsebene der Kommunikation. Mit der gewaltfreien Kommunikation und ihren vier Schritten geht das klar UND wertschätzend. Doch darum geht es mir in diesem Artikel gar nicht.

Nein, ich will dich dafür sensibilisieren, dass du mit der gewaltfreien Kommunikation auch ansprechen kannst, was gut läuft. Du kannst damit also positives Feedback geben und Dankbarkeit ausdrücken.

 

Dankbarkeit ausdrücken mit der gewaltfreien Kommunikation

Die vier Schritte sind von der Reihenfolge identisch, nur dass sie positiv sind. Der vierte Schritt lautet nicht mehr „Bitte“, sondern „Danke“.

Auch das fällt manchen Menschen nicht leicht. Das müssen nicht immer die großen Dinge sein, wie wenn jemand deine Schicht übernimmt oder dir bei einer Präsentation hilft. Das sind auch die vielen kleinen Sachen, die uns das Leben leichter machen.

 

Wie setzt du das in der Praxis um?

1. Beobachtung
2. Gefühl
3. Bedürfnis
4. Danke

Du startest mit einer wertfreien Beobachtung, ergänzt, was das für Gefühle in dir ausgelöst hat und auch welches Bedürfnis damit erfüllt wurde. Zum Schluss bedankst du dich.

Hier mal ein Beispiel, um das deutlicher zu machen.

Dein Mitarbeiter war auf einem Seminar und einen Tag später hörst du, wie er das Gelernte in einem Kundengespräch erfolgreich anwendet. Du freust dich, dass er das direkt ausprobiert und umgesetzt hat, obwohl er doch vorher meinte, dass er nicht wirklich davon überzeugt sei.

Nun kannst du hingehen, ihm sagen, dass er das klasse gemacht hat und ihm auf die Schulter klopfen oder ihm ein „high-five“ geben :). Naja, das könnte komisch ankommen, denn wir wollen nicht von oben herab behandelt werden. Das fühlt sich bei einem Lob aber leicht so an.

Klar, darf man hier nicht vernachlässigen, wie die Beziehung der Beteiligten ist. Bei einer sehr guten Beziehungsebene geht das oft als positiv durch, wenn wir loben.

Doch noch besser und wertschätzender ist es, wenn du gleich sagst, was du genau gut fandest (Beobachtung ohne Wertung) und warum (dein erfülltes Bedürfnis).

 

Um bei diesem Beispiel zu bleiben:

„Ich habe gerade mitbekommen, dass du bei dem Kundengespräch das Wissen von gestern (aktives zuhören oder was auch immer es genau war) angewendet hast. Da bin ich echt froh, weil es mir wichtig ist, dass wir hier mutig sind und offen, um auch Neues auszuprobieren. Danke dafür!“

Du merkst, mir ist es wichtig, bei der Formulierung darauf zu achten, dass das umgangssprachlich auch passt. Auch wenn du für dich in der Analyse herausgefunden hast, dass es um Mut und Offenheit geht, kannst du das sprachlich anders verpacken.

 

Wem kannst du danken?

Forscher haben herausgefunden, dass wir glücklicher sind, wenn wir drei Mal am Tag dankbar sind. Also für was bist du dankbar? Hast du Mitarbeiter, die von sich aus neue Ideen haben und diese auch selbständig umsetzen? Sind deine Angestellten zuverlässig und pünktlich in der Abgabe ihrer Projekte? Denkst du, das ist selbstverständlich und gehört sich halt so?

Ja, da hast du Recht und dennoch kenne ich viele Firmen, in denen das nicht immer der Fall ist. Sei also ruhig dankbar für die Kleinigkeiten, die gut laufen und um die du dich nicht kümmern musst.

 

Für was bist du selbst dankbar?

Doch es geht noch einen Schritt weiter. Für was kannst du dankbar sein, unabhängig von den Kollegen? Nimm dir ein Mal am Tag vor, inne zu halten und zu schauen, für was du dankbar bist. Ist es der Sonnenschein, der durch dein Fenster auf deinen Laptop scheint und der dich sonst nervt, weil du blinzeln musst?

Musst du immer früh aufstehen und würdest du gern länger schlafen? Kannst du dafür aber nachmittags mehr Zeit mit deinem Partner oder deinen Kindern verbringen?

Du siehst, es ist auch immer eine Frage der Perspektive ;).

 

Für was bin ich dankbar?

Mir fallen viele Sachen ein, für die ich dankbar bin. Große und viele kleine.

Ich bin zum Beispiel dafür dankbar, dass ich viele Firmen dabei unterstützen kann, wirksamer zu kommunizieren und weniger Konflikte zu haben.

Jeden Tag bin ich dankbar dafür, dass ich einen Mann an meiner Seite habe, der mich so liebt wie ich ihn und dass wir uns gegenseitig unterstützen.

Dankbar bin ich für jeden Tag, wo die Sonne scheint und ich sie einfach auf meinem Gesicht spüre und das genießen kann.

Ich freue mich darauf, zu lesen, wofür du dankbar bist.

 

Alles Liebe

Deine Susanne

 

Linkliste

gewaltfreie Kommunikation im Business

Seminar gewaltfreie Kommunikation im Business

 

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