Wie wichtig es ist, ein Video auf der eigenen Webseite zu haben, höre ich seit 2012. Da machte ich mich als Trainer und Coach selbständig. Beim Videodreh kann man jedoch einiges falsch machen.

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Was für einen Videodreh alles zu beachten ist

Durch ein Video können die Besucher der Seite schneller entscheiden, ob eine Zusammenarbeit passt oder nicht. Schließlich gibt ein Video mehr Aufschluss darüber, wie die Person ist, wie sie wirkt.

Klar, das klingt logisch. Mir selbst geht es ähnlich. Ich finde es auch toll, wenn ich auf einer Internetseite lande, wo ich in einem Video sehe, wie der Trainer oder Coach agiert.

Überwindung Videodreh: Will ich mich der ganzen Online-Welt zeigen?

Doch das Wissen allein reicht ja nunmal nicht aus. Das hat auch etwas mit Überwindung zu tun. Will ich selbst vor die Kamera und mich der ganzen Welt zeigen? Das musste ich erstmal für mich klären.

Das hat also auch etwas mit Mut zu tun. Mein Anspruch an Perfektion hat mich eine Weile von einem Videodreh abgehalten. Doch mit der Zeit wurde ich realistischer und meine Ansprüche änderten sich.

Erster Versuch

2013 startete ich den ersten Versuch. So wurden Kameras und das entsprechende Equipment organisiert. Bei 36 Grad Außentemperatur und gefühlten 50 Grad Innentemperatur fühlte ich mich nicht wirklich wohl unter den Scheinwerfern. Heiß ist gar kein Ausdruck!

Insgesamt wurden vier kurze Videos gedreht. So erklärte ich beispielsweise, wie man in vier Schritten seine blockierenden Überzeugungen auflösen kann und wie man die gewaltfreie Kommunikation anwendet.

Auch wenn ich mir einen Experten gesucht und das Geld in die Ausrüstung investiert hatte, sparte ich an der falschen Stelle.

Eine Visagistin? Nein, die brauche ich nicht! Oh je, doch das war der Fehler! Schließlich glänzte ich zu sehr und konnte das Videomaterial nicht verwenden. Der Kameramann wahr wahrscheinlich zu sehr mit den Einstellungen beschäftigt als dass ihm das aufgefallen wäre.

Schade, aber aus Fehlern lernt man!

Videodreh über einen Anbieter

Es gibt ja Plattformen, wo man sich als Interessent für wenig Geld Seminare online ansehen kann. Eine dieser Plattformen kam auf mich zu und fragte ob ich interessiert sei. Im Gespräch stellte sich heraus, dass es bei ihnen noch nichts gab zur gewaltfreien Kommunikation. Also passte das ganz gut.

Die Konditionen waren nicht optimal, dafür übernehmen die den Dreh. Also ganz entspannt in das Tonstudio kommen, natürlich vorbereitet, und dann könnte ich direkt loslegen.

Gesagt, getan. Ich sollte mit Powerpointfolien arbeiten, die vom Design schon vorgegeben waren. Also machte ich das und übte zu Hause vor der eigenen Kamera.

Am besagten Tag nahmen wir gleich mehrere Videos auf. Kurz darauf bekam ich den Link, um zu entscheiden, ob die Videos so in Ordung wären und es so weitergehen könnte.

Ich selbst war nicht ganz überzeugt, fragte noch Freunde, die selbst in dem Bereich aktiv sind. Das Feedback war niederschmetternd. Einerseits klang ich nicht authentisch, das sah ich auch so. Andererseits sei wohl diese Art die Filme zu drehen sehr veraltet, auch was das Licht und den Ton angeht. Hm, also ließ ich es dabei und machte auch hier nicht weiter.

Das war 2015.

Videodreh im Seminar

Dann kam mir die Idee, dass man sich am besten von mir ein Bild machen kann, wenn man sieht, wie ich arbeite! Da wäre ich doch sicherlich viel authentischer!

Also ließ ich mich in meinem Seminar filmen, ich hatte auch das Einverständnis der Teilnehmer.

Beim Seminar gewaltfreie Kommunikation im Business versuchte ich, mich auf mein Seminar und meine Teilnehmer zu konzentrieren und die Kamera zu ignorieren. Das klappte ganz gut.

Der Kameramann war begeistert, es würde nicht lange dauern, bis ich das fertige Ergebnis sehen könnte. Doch letztlich war irgendwas mit der Tonspur, die war defekt und so gab es entweder einen sehr schlechten oder keinen Ton . Oh man!

Also sollte im Jahr 2015 scheinbar nichts aus dem Videodreh werden.

Aufnahmen ohne zusätzliches Licht und Mikro?

2016 startete ich den nächsten Versuch. Dieses Mal im Seminar Visualisierung am Flipchart und Co. Wieder waren die Teilnehmer einverstanden. Die Kamerafrau war optimistisch, dass wir kein zusätzliches Licht bräuchten.

Cool! Ein Mikro? Nein, auch das sagte sie mir, das bräuchte ich nicht, denn die Kamera sei so gut und hochwertig, dass das nicht nötig sei. Okay, dann muss ich also an nichts denken und kann mich auf meine Arbeit konzentrieren.

Doch auch hier wurde ich enttäuscht, denn der Ton war eben nicht gut genug und auch das Licht war zu dunkel.

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass ich echt gefrustet war. Klar, vielleicht war ich zu leichtgläubig, doch wenn man mir als „Experte“ sagt, dass das bisher mehrmals sehr gut so funktioniert hat , denke ich mir doch, dass das wohl stimmt!

Videos ohne mich

Letztlich entscheid ich mich Ende 2016, Videos zu machen , die eben ohne mich sind. Also die Videos, die Du von meiner Website kennst.

Da habe ich nun drei kleine Videos. Eins zum Thema Business Coaching, eins für die gewaltfreie Kommunikation im Business und noch eins zum Seminar Visusalisierung am Flipchart und Co.

Die habe ich selbst gemacht, also alles ausgesucht, die Bilder, die Musik und auch die Texte sind von mir. Bisher habe ich dazu viel positives Feedback bekommen, worüber ich mich natürlich freue. Auch die Erstellung hat mir unnheimlich viel Spaß gemacht, denn ich liebe es, kreativ sein zu können.

Doch das eigentliche Ziel ist immer noch nicht erreicht. Ich möchte, dass meine Besucher auf der Internetseite die Möglichkeit haben, einen lebendigen Endruck von mir zu bekommen. Das fehlt also immer noch.

Noch ein Versuch?

Vor einigen Monaten bekam ich den Tipp von einem Geschäftspartner, dass ich Medappa Cheranda für einen Videodreh kennen lernen sollte.

Meine Erwartungen sind erstmal gering, ich lasse mich darauf ein. Zuerst kommt das Kennenlernen, gefolgt von Brainstorming zum Inhalt und schließlich zum Feintuning für die Abläufe und den Text.

Schauspieler brauchen wir und ehemalige Teilnehmer, die bereit sind vor der Kamera ein Feedback zu meinen Seminaren zu geben. Eine Visagistin muss definitiv auch mit dabei sein!!!

Mai 2017

Am 22.05. 2017 war es dann soweit. Die Woche davor hatten wie noch einen Probedreh mit den Darstellern, damit auch alles klappt und die Einstellungen klar sind.

Um 9.00 Uhr traf ich mich mit dem Regisseur, damit wir gemeinsam alles vorbereiten konnten. Um 10h kamen die Darsteller. Nach ein Paar Versuchen waren alle zufrieden und der erste Teil mit den Darstellern war fertig.

Nach einer Mittagspause kam die Visagistin Patricia Popow, um mich für den Dreh vorzubereiten, damit ich eben nicht zu viel glänze. Auch das ist eine Kunst, das man es schafft, gut auszusehen, ohne dass man zu viel Zeug im Gesicht hat. Doch mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und ich lerne auch noch ein paar Dinge über das Styling ;).

Nun bin ich also an der Reihe. Mensch, ich bin echt aufgeregt. Da passiert es eben auch, dass ich den Text verdrehe oder etwas anderes ausdenke. Doch aus letzterem entstehen letzlich die besten takes und wir sind zufrieden.

Der dritte Part sind die Referenzen. Arturo Fichter-Seefeld und Karmen C. waren beide in meinen Seminaren zur gewaltfreien Kommunikation im Business.

Beide waren sehr begeistert und konnten nach dem Besuch des Seminars Erfolge in ihren Unternehmen verzeichnen. So war es für mich naheliegend, sie zu fragen, ob sie bereit wären, das auch vor der Kamera zu sagen.

So habe ich letztlich in meinem Video nicht nur ein Beispiel, an dem deutlich wird, was der Unterschied ist zwischen gewaltvoller und gewaltfreier Kommunikation. Zusätzlich sprechen auch zwei ehemalige Teilnehmer eine Referenz für mich aus.

Das Ergebnis siehst Du im Video ;).

Wie war der Tag?

Am Ende des Tages werde ich gefragt, wie ich mich fühle. Ja, meine Füße tun mir weh, weil ich den ganzen Tag gestanden habe.

Was aber überwiegt ist das tiefe Gefühl der Zufriedenheit. Alles hat geklappt, die Zeitabläufe passten, nichts hat gefehlt. Keiner war gestresst und wir haben sogar gelacht.

Es ist schön, am Ende eines Seminars ein positives Feedback zu erhalten. Noch schöner ist es, zu hören, dass das bei mir Gelernte wirklich dazu beigetragen hat, den Führungskräften ihren Alltag zu erleichtern und die Arbeitsatmosphäre zu verbessern. Schließlich ist das auch mein Ziel!

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