In der Kommunikation geht oft einiges schief. Besonders nervig für alle Beteiligten sind Unterbrechungen. Jeder möchte gern aussprechen und sagen, was ihm wichtig ist. Im folgenden Beitrag findest du Tipps, was du tun kannst, wenn dich jemand unterbricht und wie du selbst weniger unterbrichst.

Grenzen setzen im Zweiergespräch

Es kann immer mal passieren, dass man unterbrochen wird. Bei einem Mal ärgerst du dich wahrscheinlich weniger als wenn das regelmäßig passiert. Hier gibt es verschiedene Strategien, die du für den Umgang mit Unterbrechungen anwenden kannst.

Passiert das öfter durch die gleiche Person, rate ich dir, es anzusprechen. Eine Möglichkeit besteht darin, dass du ein persönliches Gespräch unter vier Augen suchst und den anderen bittest, darauf zu achten, dich ausreden zu lassen. Hier kannst du die vier Schritte der stressfreien Kommunikation nutzen.

Beobachtung: In den letzten Sitzungen kam es mehrmals vor, dass ich meine Argumente nicht ausführen konnte, da sie mich unterbrachen.

Gefühl und Bedürfnis: Ich merke, dass ich mich  ärgere, weil es mir wichtig ist, dass wir uns alle Gehör verschaffen können.

Bitte: Bitte lassen Sie mich in Zukunft meine Gedanken zu Ende ausführen.

Oder so ähnlich, in deinen Worten.

 

Direkte Reaktion

Vielleicht möchtest du auch gar nicht bis später warten? Dann reagiere doch direkt auf die Unterbrechung. Hier einige Ideen und Anregungen:

„Entschuldigen sie bitte, aber ich war mit meinen Ausführungen noch nicht fertig.“

„Bitte lassen sie mich ausreden, ich war noch nicht fertig.“

„Ich verstehe, dass sie hier einen wichtigen Aspekt hinzufügen möchten, doch ich möchte gern zu Ende reden.“

Weiterreden oder lauter werden

Was du natürlich auch machen kannst, ist, dass du einfach lauter wirst und selbst weiterredest. Dabei geht wahrscheinlich ein Teil deines Gesagten unter und sehr wertschätzend ist das auch nicht. Für besonders widerspenstige Gesprächspartner kann das aber durchaus die richtige Methode sein.

 

Gründe für Unterbrechungen

In letzter Zeit häuft sich in meinen Seminaren und Coachings die Frage, was man selbst machen kann, wenn man derjenige ist, der oft unterbricht. Das hat etwas mit dem Verhalten des Persönlichkeitstyps zu tun, das oft ungeduldig und impulsiv ist. Bei diesem Verhalten steckt keine böse Absicht dahinter, sondern der Wunsch, das Gespräch schneller voran zu bringen.

Oft wird zu viel über Details gesprochen oder Meinungen werden wiederholt. Das führt bei den Unterbrechern dazu, dass sie sich das Ganze nicht bis zum Ende anhören wollen. Oder aber sie sind der Meinung, dass sie schon wissen, was der andere sagen will. Ein weiterer Grund kann sein, dass man denkt, die eigenen Erfahrungen mitzuteilen ist wichtiger, weil diese mehr Gewicht haben als die des anderen.

 

Selbst nicht unterbrechen- Impulskontrolle

Du denkst selbst, dass es unhöflich und unprofessionell ist, andere ständig zu unterbrechen? So lass es und versuche diesen Impuls nicht auszuleben. Probiere doch mal etwas hiervon aus: Hole tief Luft, zähle langsam bis drei. Stelle dir ein Stoppschild vor. Bei meinem Coachingkunden klappte das sehr schnell und er konnte so viel souveräner auf Stresssituationen reagieren.

 

Stressfrei unterbrechen

Natürlich gibt es auch Situationen, wo es aus deiner Sicht sinnvoll ist, zu unterbrechen. Schließlich gibt es auch Leute, die dazu neigen, sehr ausführlich zu berichten und die nur schwer auf den Punkt kommen. Oft ist es auch ein Zeitfaktor, der dazu führt, dass du unter Druck stehst, weil du anschließend noch andere wichtige Termine hast.

Je nach Kontext könntest du Folgendes sagen:

„Ihren Ausführungen kann ich nur beipflichten, doch uns rennt gerade die Zeit weg. Lassen Sie uns die letzten fünf Minuten nutzen, um über das wichtige Thema XYZ zu reden.“

„Es tut mir leid, dass ich sie hier unterbreche, …“

„Hier möchte ich sie gern unterbrechen, denn wir müssen Faktor X auch beachten.“

„Ich unterbreche sie nur ungern, doch…“ (statt aber!)

Du machst also klar, dass du das Gesagte wertschätzt und dass dir bewusst ist, dass du unterbrichst. Das gibt dem Ganzen gleich einen ganz anderen Anstrich. Aber Vorsicht: zu sagen, dass du das Gesagte wertschätzt, macht nur Sinn, wenn das auch stimmt. Achte zusätzlich darauf, dass du dann kein „Aber“ im folgenden Satz verwendest. Nutze stattdessen ein „doch“, „jedoch“ oder mache einen Punkt und starte mit einem neuen Satz.

 

Spielregeln festlegen

Gerade in Meetings macht es auch Sinn, gemeinsame Regeln aufzustellen. Schließlich ist das ein Zeichen der Höflichkeit und des Respekts, sich gegenseitig nicht zu unterbrechen. Also könnte man dies auch als Regel für alle zu Beginn des Meetings in Erinnerung rufen. In einem Meeting könntet ihr einen Moderator bestimmen, der auch darauf achtet und so für Ordnung sorgt ;).

 

Ich freue mich von dir zu hören, was du machst, wenn andere dich unterbrechen oder was dir hilft, andere nicht zu unterbrechen.

 

Alles Liebe

Susanne

 

Linkliste: 

Erfolgreiche Meetings

Hilfestellung durch Byron Katie

 

Hier kannst du dir den Blogartikel auch anhören:

Kommunikation verbessern-Umgang mit Unterbrechungen

von Susanne Lorenz wirksam kommunizieren

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