Susanne Lorenz lächelnd

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Heutzutage gibt es in vielen Branchen Fachkr√§ftemangel. So √ľberlegen viele Firmen, wie sie ihre Mitarbeiter halten k√∂nnen oder auch neues Personal anlocken k√∂nnen.

Werte im Unternehmen - auf einer Zeichnung von zwei H√§nden, die sich sch√ľtteln

√úber Werte im Unternehmen und wie du sie etablierst

Klar, es gibt¬† viele M√∂glichkeiten, die man nutzen kann, um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Manche denken, das gelingt √ľber ein besonders hohes Gehalt oder auch Pr√§mien. Das kann klappen, doch meistens funktioniert das nur mittelfristig. Sobald irgendwo bessere finanzielle Konditionen in Sicht sind, w√§re auch hier der Mitarbeiter weg.

Es gibt gen√ľgend Studie, die belegen, dass Mitarbeiter sich eher unwohl f√ľhlen, wenn die Beziehung zur F√ľhrungskraft nicht stimmt oder wenn auch die T√§tigkeit nicht auslastend genug ist.

Als Trainerin f√ľr gewaltfreie Kommunikation h√∂re ich in meinen Seminaren immer wieder von den Konflikten in den Unternehmen und wie diese demotivieren. Sei es nun zwischen den Mitarbeitern, mit den Managern oder auch mit den Kunden.

 

Sinnhaftigkeit

Weniger Konflikte und gute Beziehungen zu den Managern helfen auf jeden Fall.

Den meisten Menschen ist es zusätzlich wichtig, etwas Sinnhaftes zu tun. Klar, es werden nicht alle im Umweltschutz oder als Krankenschwester tätig.

Doch etwas zu tun, wo man wei√ü wof√ľr, das z√§hlt eben f√ľr die meisten mehr als das dicke Bankkonto.

So bem√ľhen sich immer mehr Firmen, Werte in ihr Unternehmen zu integrieren und diese dann auch auf der eigenen Internetpr√§senz zu zeigen.

Das ist schön und wichtig, doch nur, wenn die Unternehmenswerte nicht nur auf dem Papier stehen.

 

Gemeinsam Werte finden und definieren

Als erstes finde ich wichtig, dass die Werte im Unternehmen nicht einfach von oben aufgesetzt werden.

Am besten man erarbeitet diese gemeinsam mit den Mitarbeitern oder einer Gruppe von Stellvertretern. Je nachdem wie groß die Firma ist. So habe ich es auch vor kurzem erlebt und das kam gut an.

Zus√§tzlich sollte auch erkl√§rt werden, was unter den einzelnen Begriffen der Werte zu verstehen ist. Beispielsweise Transparenz. Sie steht auch f√ľr Klarheit und die bestimmt auch unser Leben.

Doch was heißt das jetzt konkret? Wer bekommt welche Informationen? Wann? Und wie?

Idealerweise gibt es also eine schriftliche Aufstellung der Werte des Unternehmens mit einer Erklärung dazu.

Das kann beispielsweise in den jeweiligen Pausenräumen aufgehängt werden. Die Unternehmenswerte könnten auch mit dem Vertrag ausgehändigt werden. Standardmäßig sollten sie auch auf der Webseite zu finden sein.

 

Werte im Unternehmen sind f√ľr alle g√ľltig

Diese Unternehmenswerte sollten auch f√ľr alle g√ľltig sein. Also f√ľr die Angestellten wie f√ľr die F√ľhrungskr√§fte und auch f√ľr den Umgang mit den Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern.

Ich kenne ein Unternehmen, das stellt seine Firmenwerte allen schriftlich zur Verf√ľgung und bei denen wird ihr Handbuch mit den Werten auch an Vertr√§ge¬†"geheftet", die mit Lieferanten oder Kooperationspartnern geschlossen werden.

 

Was kannst du tun, damit die Firmenwerte auch gelebt werden?

Durch die Sichtbarkeit der Werte wird es leichter, dass diese auch umgesetzt werden. Doch das allein reicht nicht aus.

Du als F√ľhrungskraft solltest als Vorbild vorangehen und auch allen anderen zeigen, dass du die Werte im Unternehmen auch lebst.

Das kannst du auch bei den passenden Gelegenheiten erwähnen. Im Sinne von, "ich mache das so, weil uns Transparenz wichtig ist" (oder ähnlich).

Nun k√∂nnte man sich √ľberlegen, woran man sieht, dass diese Werte im Unternehmen erf√ľllt sind, sie also mit Leben f√ľllen.

In der Theorie verstehen wir vielleicht alle das gleiche darunter. Doch wenn jemand das nun genauer definieren sollte, sind die Antworten doch recht unterschiedlich.

Nehmen wir mal ein Beispiel. Respekt, Transparenz, Vertrauen sind häufig genannte Werte in den Unternehmen, die ich kenne.

 

Beispiel Respekt

Den Namen der Mitarbeiter zu kennen und auch richtig aussprechen zu können, auch wenn sie nicht einfach sind, ist beispielsweise ein wichtiger Aspekt.

Meine Mitarbeiter mit nichtdeutschen Namen waren immer sehr √ľberrascht, dass ich sie bat, mir zu sagen, wie man ihren Namen richtig ausspricht. Oft meinten sie, das w√§re nicht so wichtig. Sie h√§tten sich bereits daran gew√∂hnt, dass ihr Name in Deutschland immer falsch ausgesprochen wird.

Doch ich bin der Meinung, dass ein Name auch Bestandteil der eigenen Pers√∂nlichkeit ist. Also sollte er auch richtig genannt werden. Das hat f√ľr mich auch etwas mit Wertsch√§tzung zu tun.

 

Beispiel Transparenz

Ich erkenne von außen die Auslebung von Transparenz daran, dass der Mitarbeiter regelmäßiges Feedback mit Lob und Kritik bekommt, damit er weiß, woran er ist.

Das hat auch gleichzeitig etwas mit häufigen Firmenwerten wie Respekt und Anerkennung zu tun.

Auch bei Ver√§nderungen kannst du Transparenz und gleichzeitig Sicherheit vermitteln, wenn gekl√§rt wird, was die konkreten Hintergr√ľnde sind und wie im Einzelnen vorgegangen wird.

 

Beispiel Vertrauen

Vertrauen kann sich auf viele Ebenen beziehen. Einerseits geht es f√ľr mich darum, dass man nicht bei allem, was man erz√§hlt bekommt von den Mitarbeitern gleich denkt, dass das nicht stimmt. Das habe ich auch schon erlebt und empfand das als sehr schwierig.

Wie sieht es aus mit Taschenkontrollen? Wie ist der Umgang mit bestimmten Materialien? Auch hier kannst du Vertrauen ausdr√ľcken, wenn der Angestellt nicht immer kontrolliert wird.

Auch in Bezug auf die T√§tigkeit kannst du Vertrauen ausdr√ľcken, indem du neue Aufgaben oder mehr Verantwortung √ľbergibst.
Das waren jetzt nur einige Beispiele.

 

Flip-Flop-Methode f√ľr Werte im Unternehmen

In einem Unternehmen, wo ich k√ľrzlich war, haben wir die folgende kreative Methode genutzt, um die Werte im Unternehmen zu finden und zu konkretisieren.

Zuerst sammelten Kleingruppen all die negativen Konsequenzen, die eintreffen w√ľrden, wenn die Werte nicht erf√ľllt werden.

Also wenn der Respekt fehlt, spricht man nur noch von "du da" statt Menschen mit dem Namen anzureden.

Man ignoriert kulturelle Unterschiede, gibt sich nicht mehr die Hand, begr√ľ√üt sich auf dem Flur nicht mehr mit ‚Äěhallo‚Äú oder √§hnliches.
Pro Wert wurde so erstmal eine Negativliste angefertigt.

Im zweiten Schritt folgt nun die positive Umkehrung der einzelnen negativen Konsequenzen. Man spricht sich also mit Namen an, achtet auf die kulturellen Besonderheiten der einzelnen Menschen, man gibt sich die Hand, begr√ľ√üt sich im Flur etc.

Das kam gut an und durch diese Kreativitätstechnik bekommt man am Ende viel mehr Ideen als wenn man gleich mit den positiven Elementen startet.

 

Und jetzt?

Du k√∂nntest dir also eure Firmenwerte nehmen, wenn ihr welche habt und selbst brainstormen oder auch mit einer Gruppe von F√ľhrungskr√§ften. Werden die Werte eher von deinen Mitarbeitern nicht umgesetzt, k√∂nntest du auch ihnen als Gruppe diese Aufgabe geben.

Ansonsten melde dich gern bei mir, wenn du dabei Unterst√ľtzung suchst, weil es sich so f√ľr dich besser anf√ľhlt.

Viel Spaß und Erfolg dabei.

Alles Liebe
Susanne

 

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