Emotional schützen in Gesprächen

Sich emotional schützen-wie funktioniert’s?

 

Im Umgang mit Menschen und ihren Lebensgeschichten ist es immer wieder wichtig, sich selbst davor zu schützen, emotional zu sehr mitzuempfinden, was der Gesprächspartner gerade fühlt. Warum? Damit Du mitfühlen kannst, ohne mitzuleiden, denn Mitleid hilft weder Dir, noch dem anderen. Damit Du aktiv zuhören kannst, ohne gleich Vorschläge und Bewertungen abzugeben.
Eine besondere Herausforderung kann es sein, wenn Du als Führungskraft in Mitarbeitergesprächen Persönliches hörst und trotzdem eine gewisse Distanz wahren möchtest.

 

 

Um arbeitsfähig zu bleiben und nicht am Ende mitzuleiden und mit dem anderen im schlimmsten Fall mitzuweinen. Das ist nicht immer leicht, besonders, wenn es um starke Emotionen geht.

 

Als Führungskraft und auch als Coach habe ich schon einiges erlebt. Mitarbeitergespräche, die in Tränen endeten, da schwere Schicksalsschläge vorlagen. Small Talk, der dazu führte, dass starke Belastungen zugegeben wurden. Davor bist Du auch als Führungskraft nicht sicher, denn auch im beruflichen Umfeld kommen diese Themen zum Tragen, da der Mensch nunmal aus Gefühlen besteht und diese auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter einschränken können.

 

Dazu möchte ich heute zwei Techniken vorstellen, die Dir dabei helfen. Wie kannst Du Dich emotional schützen? Wie machst Du es, Dich nicht in die Gefühle des anderen reinreißen zu lassen? Wie schaffst Du es, für den anderen da zu sein, ohne selbst zu leiden?

 

Zuerst leere vor Gesprächen Deinen Kopf, stelle Dir ein leeres Blatt vor, damit Du nichts Eigenes miteinbringst und wirklich aktiv zuhören kannst. Auch wenn manche Menschen gern Vorschläge bekommen, ist es doch erfolgsversprechender, wenn sie ihre eigenen Ideen und Lösungen entdecken. Sie werden diese Ideen viel eher umsetzen, da sie ja direkt von ihnen stammen und nicht von außen aufgedrückt werden. Ganz im Sinne von Marc Aurel, der sagte „Blick in dich! In deinem Inneren ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn du nur zu graben verstehst.“

 

Eine andere Möglichkeit der Abgrenzung besteht darin, eine unsichtbare Wand zwischen sich und dem Gesprächspartner zu ziehen. Stelle Dir das ruhig bildlich vor. Es geht nicht darum, deutliche Distanz spüren zu lassen, aber einen Schutz zu haben, damit Du nicht zu sehr betroffen bist von dem, was Du hörst. Du kannst auch Deine Sitzposition verändern, einen Schluck Wasser trinken oder Dir visuell vorstellen, einen Schritt zurück zu gehen.

 

Sicherlich gibt es genügend Führungskräfte, die dieses Thema nicht als Problem empfinden. Ich denke aber an die jungen Leitenden, die erste Erfahrungen sammeln – für die ist diese Abgrenzung oft eine Herausforderung. Schließlich ist es in dieser Position wichtig, empathisch zu sein und sich in den anderen einfühlen zu können, doch damit verbunden ist bei vielen Menschen, dass sie zu sehr emotional mitgehen. Das kann jedoch dazu führen, dass der Beruf als anstrengender empfunden wird als es sein muss.

 

Ich bin sehr dankbar dafür, diese Techniken zu kennen und habe sie oft genug angewandt (früher als Führungskraft, nun als Coach und auch im Privaten) und mich darüber gefreut, das es funktioniert. So kann ich meinen Beruf besser genießen. So kann ich auch die harten Schicksale hören und mich über berührende Momente freuen.

 

Probiere es aus! Du tust Dir und Deinem Umfeld damit einen Gefallen und Du wirst den Unterschied merken! Ich freue mich über Dein Feedback, schreib mir einfach.

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