Kommunikationstraining Berlin Byron Katie III

The Work bei typischen Kommunikationsthemen

 

In meinen letzten beiden Blogartikeln zum Thema Byron Katie erklärte ich zuerst die vier Fragen, mit denen Du störende Gedanken hinterfragen kannst (The Work) und ich bin auf die verschiedenen Umkehrungen eingegangen.
In diesem Artikel Coaching Berlin möchte ich aufzeigen, wo Du diese Methode noch in typischen Kommunikationsthemen anwenden kannst.

Zwei typische Themen, die in meinen Kursen immer wieder angesprochen werden, sind andere ausreden lassen/aktives Zuhören und „Nein“ sagen. Schön, dass hier auch The Work hilft.

 

 

Ausreden lassen/ aktives Zuhören

Gehörst Du zu denjenigen, denen es schwer fällt, andere ausreden zu lassen? Woran liegt das? Weil Du denkst, Du weißt, was der andere gleich sagen will? Weil Du ihm helfen willst bei der Wortsuche? Weil Du es besser weißt? Weil Du sonst vielleicht vergisst, was Du gerade sagen wolltest?

Machst Du das nur ab und zu und stört es Dich nicht, machst Du Dir wahrscheinlich nicht die Mühe, The Work anzuwenden. Doch es könnte auch sein, dass Du immer wieder darauf angesprochen wirst und dass Du es selbst ändern möchtest.

In diesem Fall kannst Du wunderbar die vier Fragen durchgehen:

1. „Ist es wahr?“
2. „Kann ich wirklich wissen, dass das wahr ist?“
3. „Wie reagiere ich, wenn ich an dieser Überzeugung festhalte?“
4. „Wer wäre ich, wie ginge es mir ohne diese Überzeugung?“

Gehen wir ein Beispiel durch: Du denkst, Du weißt, was der andere gleich sagen will.

Ist das wahr?“ Vielleicht denkst Du zuerst, dass das stimmt, dann stelle Dir die zweite Frage. Wenn Du gleich zu einem „Nein“ kommst, gehst Du zur dritten Frage über.

Wie reagierst Du, wenn Du an dieser Überzeugung festhältst?“ Du wirst die andere Person wirklich nicht ausreden lassen und es wird vielleicht zur Gewohnheit, dies immer wieder zu tun.

„Wer wärst Du, wie ginge es Dir ohne diese Überzeugung?“ Du wärst entspannter beim Zuhören, könntest Dich voll und ganz auf das Gesagte des anderen konzentrieren und gedanklich bei ihm bleiben. So könntest Du Neues in Erfahrung bringen, denn das, was Du sagen möchtest ist für Dich nichts Neues. Du könntest überrascht werden und hättest die Chance, Dein Gegenüber wirklich kennen zu lernen.

Das hilft nicht nur dabei, den anderen ausreden zu lassen, sondern auch, wenn Du aktiv zuhören möchtest. Schließlich ist das ein wichtiger Bestandteil. Warum driftest Du mit den Gedanken ab und kannst nicht zuhören? Weil Du etwas Wichtigeres zu tun hast? Auch hier kannst Du die Fragen anwenden.

 

 

„Nein“ sagen

Ich arbeite viel mit Menschen, die in der Pflege sind, seien es nun Führungskräfte aus der Pflege oder auch Pflegeberater. Auch an der Evangelischen Hochschule in Berlin bin ich im Studiengang Bachelor of Nursing und helfe den Erstsemestlern bei den Themen Kommunikation und Selbstmanagement. So stoße ich immer wieder auf Menschen, die gern anderen helfen, die Bedürfnisse der anderen jedoch oft über die eigenen stellen. Das kann für eine Weile gut gehen, doch auch Folgen haben, wenn es zu oft passiert.

So mag es schwer sein, Menschen etwas abzuschlagen, die gerade krank oder in Not sind. Doch wie ist es mit anderen Personen, den Kollegen, den Familienangehörigen? Musst Du immer ja sagen zu allem, was von Dir gefordert wird?

Ich sage nein, das musst Du nicht! Du kannst Dir auch die Zeit nehmen, The Work anzuwenden und für Dich zu hinterfragen, welche Gedanken Dich bisher dazu trieben, „Ja“ statt „Nein“ zu sagen.
Ist es vielleicht die Angst, dass der andere Dich nicht mehr mag, wenn Du ihm eine Bitte nicht erfüllst? Oder denkst Du, dass wenn Du jetzt nicht hilfst, Dir der andere auch nicht mehr helfen wird? Oder sogar, dass er Dir das heimzahlen wird?

 

Lass uns das exemplarisch durchgehen: Er wird Dich nicht mehr mögen, wenn Du ihm seine Bitte nicht erfüllst.

 „Ist das wahr?“ Vielleicht. Bitte beantworte diese Frage mit Ja oder ein Nein. Gehen wir mal davon aus, Du bleibst bei Deinem „Ja“.

„Kannst Du wirklich wissen, dass das wahr ist?“ Hundertprozentig sicher sein können wir uns in den wenigsten Fällen. Also wahrscheinlich nein.

„Wie reagierst Du, wenn Du an dieser Überzeugung festhältst?“ Du wirst dieser Person nie etwas ausschlagen, Du wirst zu allem „Ja und Amen“ sagen, egal, was Du eigentlich zu tun hast. Du wirst seine Bedürfnisse immer über Deine stellen. Du wirst Dich danach ärgern, das Du nicht den Mut hattest, „Nein“ zu sagen. Du wirst Dir vornehmen, es nächstes Mal zu tun. Und Du wirst es nicht tun, weil Du Angst hast.

„Wer wärst Du, wie ginge es Dir ohne diese Überzeugung?“ Leichter. Du würdest Dich beschwingt fühlen. Du könntest Dir die Zeit nehmen, in Dich zu gehen und zu antworten, dass Du gerade keine Zeit hast. Du würdest mal an Dich und Deine Bedürfnisse denken. Du würdest Dir keine Gedanken machen, sondern offen sein für das, was dann passiert. Du hättest die Gelegenheit, herauszufinden, wie der andere wirklich tickt und wie er darauf reagiert, wenn Du auch mal „Nein“ sagst. Durch die Anwendung der Fragen kommst Du somit Dir selbst näher und dem anderen.

Ich kombiniere The Work gern mit der gewaltfreien Kommunikation (GFK), wenn es darum geht, es anzusprechen, dass ich gerade keine Zeit habe. Das Zauberwort ist hier Empathie. Ich versuche zu verstehen und möchte auch verstanden werden.  Ich verstehe, worum es dem anderen geht und sage dennoch, dass ich gerade etwas anderes zu tun habe. Natürlich ist es wichtig, abzuwägen.
Muss ich jetzt „Nein“ sagen, weil ich mir etwas beweisen will oder ist es doch in Ordnung, auch mal Kompromisse einzugehen? Wie immer ist der Kontext zu berücksichtigen.

 

 

Zusammenhänge Coaching Berlin und Kommunikationstraining

Mir war es wichtig zu zeigen, dass es viele Verknüpfungen zwischen den Coaching- und den Kommunikationstools gibt. Deswegen macht mir meine Arbeit auch so viel Spaß, weil sich alles miteinander verbinden lässt. Meine Coachingmethoden kann ich auch in den Kommunikationskursen nutzen, die gewaltfreie Kommunikation (GFK) ergänzt wunderbar Byron Katie und umgekehrt. Mit der GFK hast Du ein Tool, mit dem Du nicht nur mit Dir selbst, sondern auch mit Deinem Gegenüber kommunizieren kannst, auch bei Störungen während Deiner Präsentation.
Auch für die Präsentationsseminare kann ich The Work miteinfließen lassen. Mit den Fragen kannst Du Deine Einstellung zu Dir, zu Deinem Präsentationsthema und den möglichen Folgen bei „Fehlern“ durchgehen.

Es ist echt toll, dass alles ineinander fließt und sich ergänzt und ich somit nicht nur mein Leben angenehmer gestalten kann, sondern auch vielen Menschen immer wieder Tipps geben kann. Um sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Um mehr im Reinen mit sich selbst zu sein und mit anderen. In diesem Sinne: viel Spaß beim Ausprobieren!

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