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überarbeitet im März 2022

Gewaltfreie Kommunikation Definition Wolfs- und Giraffensprache

Wie unsere Sprache die Qualität der Kommunikation beeinflusst

In der gewaltfreien Kommunikation gibt es viele Begriffe, von denen  ich hier mal einige erklären möchte. Sind Menschen unter sich, die diese Kommunikationsform kennen, sprechen sie unter anderem von Wölfen und Giraffen, von Wolfs- und Giraffensprache. Deswegen kläre ich hier mal auf, wie in der gewaltfreien Kommunikation die Wolfs- und Giraffensprache definiert ist.

Warum Wolf und Giraffe?

Im letzten Blogartikel habe ich kurz erwähnt, dass Marshall Rosenberg, der die GFK entwickelt hat, mit diesen beiden Tieren die gewaltvolle und gewaltfreie Sprache verbindet. Das heißt, der Wolf mit seinen spitzen Zähnen ist ein Sinnbild für denjenigen, der mit seiner Sprache zubeißt und den anderen damit verletzt. Er ist nicht auf Augenhöhe und erzeugt durch seine Sprache im anderen eher Abwehr oder Rückzug.

Die Giraffe hingegen hat mit ihrem langen Hals einen wunderbaren Überblick über die Situation und kann von oben alles überblicken. Zusätzlich hat sie ein großes, leistungsstarkes Herz.

Darum geht es ja in der gewaltfreien Kommunikation (GFK). Wir sprechen im zweiten und dritten Schritt der vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation über Gefühle und Bedürfnisse.

So versuchen wir in Kontakt mit uns selbst und ggf. mit unserem Gegenüber zu kommen. Wir versuchen uns gegenseitig besser zu verstehen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen anstatt dem anderen unsere Lösung aufzudrängen.

 

Gewaltfreie Kommunikation Definition Wolfssprache

Was wird in der gewaltfreien Kommunikation definiert als Wolfssprache? Da gibt es einiges! Letztlich geht es darum, nicht auf Augenhöhe zu sein und den anderen nicht als ebenbürtig anzusehen.

Etikettierungen (Du bist so!)

Schuldzuweisungen

Drohungen und Belohnungen (!)

Psychologisierungen

Themenklau ("Das kenne ich auch, bei mir ist es noch viel schlimmer…!").

Um nur einiges zu nennen.

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was es mit Deinem Gesprächspartner macht, wenn Du über Belohnung oder Bestrafung versuchst, ihn zu etwas zu bringen, was er selbst eigentlich nicht will? Ist es nicht schöner, wenn er Dir aus eigenen Stücken hilft? Weil er es gern macht und verstanden hat, warum es Dir wichtig ist?

Bei der Wolfssprache geht es nicht nur darum, dass wir zu anderen Menschen wölfisch sind.  Oft genug sprechen wir mit uns selbst auch in diesem Ton. Wir richten den Wolf nach innen, suchen die Schuld bei uns und machen uns selbst nieder. Das schwächt unser Selbstbewusstsein, macht uns anfälliger für Kritik von außen. Im schlimmsten Fall macht uns das krank.

 

Gewaltfreie Kommunikation Definition Giraffensprache

Die gewaltfreie Kommunikation wird auch als Giraffensprache bezeichnet.

Die Giraffe sieht Fehler als Chancen, die uns begleiten auf dem Weg der Entwicklung. Sie hat generell eine positivere Weltsicht. In der Haltung der "Giraffe" glauben wir an die Menschen und ihre gute Absicht. Wir unterscheiden nicht zwischen „richtig“ und „falsch“.

Aus dieser Haltung heraus, ergibt sich die Sprache und auch die Struktur der vier Schritte. Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation nutzen wir für uns und den anderen vor einem Gespräch. Gegebenenfalls nutzen wir sie auch im Gespräch.

  1. Beobachtung
  2.  Gefühle
  3. Bedürfnisse
  4. Bitte

So verstehen wir uns selbst und unseren Konflikt besser. Versetzen wir uns im Vorfeld mit den vier Schritten in unseren Konfliktpartner, üben wir uns in Empathie. Ein konstruktives Gespräch wird so leichter.

 

Fazit gewaltfreie Kommunikation Definition Wolfs- und Giraffensprache

Die Wolfsprache und die Giraffensprache gehören zusammen! Ganz wichtig ist mir dabei, dass es nicht darum geht, immer in der Sprache der GFK zu kommunizieren. Denn auch der Wolf hat seine Funktion und seine Berechtigung. Er symbolisiert zwar das verbale Zubeißen, aber er hat auch eine Schutzfunktion (für uns selbst).

Nicht immer sind wir emotional in der Lage, uns mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen auseinander zu setzen. Vielleicht brauchen wir in dem Moment eher den Abstand und wollen nicht in der "Giraffensprache" mit uns/den anderen kommunizieren.

Es kann also durchaus auch sein, dass Du zwischendurch das Bedürfnis hast, mal wölfisch zu heulen.

Gut ist, wenn Du die Wahl hast zwischen den beiden Arten der Kommunikation und gegebenenfalls hinterher klarstellen kannst, was in Dir vorging. Wenn Du das denn möchtest…

 

Alles Liebe

deine Susanne

 

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