beobachten statt bewerten

Beobachten statt Bewerten

 

Beobachten statt bewerten!? Das ist einer der Grundsätze der gewaltfreien Kommunikation. Als wenn das so einfach wäre! Das höre ich in meinen Seminaren und Workshops immer wieder. Ja, das stimmt auch, hier ist ein wenig Übung nötig.

 

Schließlich bin ich früher doch auch durch die Gegend gelaufen und und habe mir Menschen, Häuser und Plakate angeschaut. Da störte mich die tote Fliege im Schaufenster und ich dachte, dass da wohl keiner auf die Sauberkeit achtet. Da sah ich Frauen, die halbnackt und kunterbunt rumlaufen und ich fragte mich, ob das absichtlich ist. So kann man doch nicht rumlaufen! Klar, ich habe jahrelang bei Esprit gearbeitet und wurde darauf geschult, was man am besten kombiniert und welche Farben harmonieren. Deswegen schaue ich da vielleicht kritischer hin. Aber konnte mir das nicht alles egal sein?
Ja, eigentlich schon.
Eigentlich?

 

Ja, das könnte mir egal sein. Das gefährdet nicht meine Sicherheit (außer wenn vielleicht die toten Fliegen beim Bäcker sind). Leben wir nicht in einer Stadt, in der fast alles erlaubt ist? Kann dann nicht jeder anziehen was er will und machen was er will? Ich meine jetzt immer unter dem Aspekt, dass nicht die Sicherheit anderer Menschen gefährdet ist. Kann man sich nicht einfach daran erfreuen, dass die Menschen so unterschiedlich sind?
Vielleicht ärgerst Du Dich auch ab und zu über andere und eigentlich macht es Dir mehr Ärger, als wenn Du einfach darüber hinwegsehen würdest?

 

Ich wollte das ändern. Wie kann ich es trainieren, mehr Abstand zu bekommen und mich auf mich selbst zu konzentrieren, anstatt immer nur zu schauen, was die anderen machen oder was sie über mich denken? Dazu habe ich verschiedene Sachen ausprobiert.

 

Byron Katie gibt dazu einige Tipps. Die erste Übung ist, Urteile umzukehren. Hier geht es darum, zu bemerken, wenn man andere be- oder verurteilt. Dann suche nach einer Umkehrung.
Stört dich das, was an der anderen Person auffällt, vielleicht auch an dir selbst?
Hast Du auch diese Eigenschaft, machst Du das manchmal auch?
Magst Du das auch an Deinem Körper nicht?

 

Durch dieses Hinterfragen lenkst Du Deine Aufmerksamkeit auf Dich selbst und weg vom anderen. So kannst Du geduldiger und liebevoller mit den anderen umgehen. Sehe Dich nicht als Opfer Deiner Umwelt, auf die Du nur reagieren kannst. Nehme die Gestaltung selbst in die Hand und verändere Deine Urteile und Überzeugungen.

 

Ich freue mich jetzt an der Kreativität der Menschen und darüber, dass wir so unterschiedlich und doch gleich sind.

Probiere es mal aus!